Räte wollen Bebauungsplan für neues Wohngebiet im Weidach aufstellen

Baugrund nur für Füssener

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Ein Wohngebiet mit Kindergarten und Familienzentrum soll hinter den Friedhöfen an der Weidachstraße entstehen. Die Stadträte gaben am Dienstag grünes Licht dafür einen Bebauungsplan für das Areal aufzustellen.

Füssen – Ein neues Wohngebiet mit Kindergarten und Familienzentrum soll hinter den Friedhöfen an der Weidachstraße entstehen.

Derzeit sei die Stadt Füssen dabei die Grundstücke zu erwerben, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) am Dienstag im Stadtrat. Die Gespräche mit den Grundstücksbesitzern seien geführt, die Vorarbeit liege beim Notar. Jetzt sei es an der Zeit einen Bebauungsplan für das Areal aufzustellen. 

Doch dabei gab es Kritik, vor allem von Stadtrat Dr. Martin Metzger (BfF). Er zeigte sich irritiert darüber, dass der neue Kindergarten, der eigentlich in der Dr. Enzinger Straße entstehen sollte, jetzt dorthin kommen soll.

Das Gebiet hinter den Friedhöfen scheint geradezu prädestiniert zu sein für Wohnbebauung: Es ist eingerahmt von Baugebieten, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer. Außerdem sei in Füssen die Nachfrage danach größer als das Angebot. Dieses Areal sei im Flächennutzungsplan zwar noch als Grünfläche ausgewiesen. Doch die Änderung könne über eine nachträgliche einfache Berichtigung erfolgen, so Angeringer. Ein besonderes Verfahren sei dafür nicht erforderlich. „Die Kosten gehen zulasten der Stadt“, so der Bauamtsleiter. 

„Ich bin schon ein bisserl irritiert“, meinte jedoch Dr. Martin Metzger zu den Verlegungsplänen des Kindergartens. Schließlich hieße es immer dieses Projekt müsse schnell umgesetzt werden, so der Stadtrat. Doch mit den neuen Plänen werde sich der Bau „um Jahre verschieben“, befürchtete er. Deshalb forderten er und auch Dagmar Rothemund einen Zeitplan. 

Zeitplan ist unklar

„Das können wir im Moment nicht sagen“, entgegnete Iacob. „Die Architektin ist am Planen.“ 

Derzeit stehe die Frage im Raum, wie man das am Schnellsten durchziehen könne ohne an der Qualität zu sparen. Wegen der Planänderung sei aber bereits der Betreiber informiert, erklärte der Rathauschef. Er fügte hinzu: „Das wird sich nicht um Jahre, sondern um ein Jahr verschieben.“ 

Der neue Standort habe einen entscheidenden Vorteil im Vergleich zum bisherigen Areal an der Dr. Enzinger-Straße: Dort könne die Stadt ein zweites Stockwerk errichten. Zudem sei es eine kostengünstigere Alternative. 

Da im Weidach auch gerade ein Generationenwechsel vonstatten geht, mache es Sinn hier einen Kindergarten anzusiedeln, so Iacob. „Es wird keine Vakanz im Bereich der Kinderbetreuung geben“, bekräftigte der Rathauschef. Die Kinder werden übergangsweise in Räumen am Bürgerspital untergebracht (der Kreisbote berichtete). 

Grund für Einheimische

Metzger hatte aber noch ein anderes Problem. Ihm ging es um den Flächenverbrauch. „Wir haben zu viel Flächenverbrauch, das wissen wir.“ Deshalb forderte er die neuen Baugrundstücke an Ortsansässige zu vergeben. „Das muss für die sein, die hier wohnen“, so Metzger. „Das ist meine Bedingung.“ „Das war auch unsere Absicht“, erklärte Iacob. „Wir wollen hier ein positives Signal an die Füssener Bevölkerung senden.“ Das könne die Stadt mit einem Kriterienkatalog regeln, sagte der Rathauschef auf Nachfrage von Michael Schmück (CSU). 

Dort werde die Stadtverwaltung festlegen, welche Punkte wie stark bewertet werden. Und danach werden dann die Grundstücke vergeben.

Barrierefreiheit beachten

Dabei merkte Ilona Deckwerth (SPD) an, dass in die Bauleitplanung die Barrierefreiheit und das generationengerechte Wohnen mitaufgenommen werden sollten.

 „Das verteuert nichts“, so Deckwerth, setze aber den Fokus darauf. Die Barrierefreiheit habe man bereits in der Bauleitplanung für das Baugebiet Weidach Ost mitaufgenommen, erklärte der Bürgermeister. Beim Punkt generationengerechtes Wohnen sah er allerdings Schwierigkeiten. „Das liegt am einzelnen Bauherr“, so Iacob. 

Aber: „Wir werden das prüfen.“ Am Ende sprachen sich die Räte einstimmig dafür aus den Bebauungsplan O 65 – Weidach Nord 2 aufzustellen mit dem Ziel ein allgemeines Wohngebiet mit Kindergarten und Familienzentrum festzusetzen. Der Flächennutzungsplan soll entsprechend angepasst werden.

Katharina Knoll

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