Neuer Tänzelfestwagen präsentiert

Oberbürgermeister Stefan Bosse und Generaloberin Schwester Regina Winter lüfteten den neuen Tänzelfestwagen. Das Miniaturkloster wird passend zum 750. Geburtstag des Klosters durch die Stadt gezogen. Foto: Kohlbauer

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ANNETTE KOHLBAUER Kaufbeuren – „7800 Dachziegel zu bemalen, war das Verrückteste was ich je gemacht habe", erzählte vergangenen Donnerstag Tänzelfestvorsitzender Horst Lauenwald bei der Vorstellung des neuen Tänzelfestwagens. Der neue Klosterwagen ist in den Wintermonaten, von Dezember bis Februar, von Zimmermeister Helmut Wideburg aus Holz gebaut worden. „Ich habe mir das Kloster erst einmal angeschaut, dann saß ich einen Tag am Zeichenbrett. Vor Weihnachten habe ich mit dem Bau begonnen und habe gute 260 Stunden an dem Wagen gebaut. Eine besondere Herausforderung waren die Dachziegel. Es sind 7800 einzelne Holzziegel“, erzählt Wideburg bescheiden. Die künstlerische Gestaltung übernahm der Kaufbeurer Kutlurpreisträger Hermann Moser, der die Kreuze sogar mit echtem Blattgold verzierte. Die Malerarbeiten erledigte das Ehepaar Lauerwald. „Die Dachziegel mussten erst weiß gestrichen werden, dann rot. Ich habe mich wirklich bemüht und man sieht auch fast keine weißen Stellen mehr“, schmunzelte der Tänzelfestvorsitzende Horst Lauenwald bei der Wagenvorstellung auf dem Stallgelände an der Hohen Buchleuthe. Gute 80 Stunden war das Ehepaar mit Farbe und Pinsel beschäftigt. Diesjährige Schirmherrin des Tänzelfestes ist Generaloberin Schwester Regina Winter. Sie hatte bei der Wagenvorstellung die Mädchen Sophia Cornacchia und Annika Fürst, die passenderweise mit Drittnamen auch Crescentia heißt, mit Schwesterntracht an ihrer Seite. Der neue Wagen wird beim Tänzelfestumzug zwischen den Bäuerinnen und der bürgerlichen Hochzeit fahren. Novizin Anna Höß und zwei Mitschwestern werden auf dem Wagen sitzen. Klosterfrauen, die sonst nach der Kutsche von Anna vom Hof liefen, werden hinter dem Klosterwagen laufen. Die Idee zum Wagen hatte schon vor fünf Jahren der Lehrer Helmut Lausser. Der Entwurf lag erst einmal in der Schublade, bis man sich auf das Jubiläum besann und die Idee doch ausbaute. Man entschloss sich, das Kloster so zu entwerfen, wie man es aus Fotos und Bildern zu Lebzeiten von Anna Höß (1682 bis 1744) kennt. Dennoch ist nicht alles originalgetreu erstellt worden, etwa die Bilder an der hohen Hausfront sind nicht so überliefert worden, sondern eine eigene, neue Interpretation. Oberbürgermeister Stefan Bosse durfte zusammen mit Generaloberin Schwester Regina Winter das Kloster, welches von einem Tuch verhüllt war, in seiner ganzen Pracht präsentieren. Insgesamt 16.000 Euro kostete die aufwendige Herstellung des Wagens, der unter anderem durch Spenden finanziert worden ist. Die Segnung übernahm Günther Rehle. „Ohne geistigen, geistlichen Austausch wird das Leben oberflächlich. Diese Segnung des Wagens soll diese geistige Atmosphäre symbolisieren", so Rehle.

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