Mehrfamilienhäuser mit Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen

Neuer Wohnraum für Familien: Ausschuss spricht sich für Aufstellung eines Bebauungsplans am Ziegelbergweg aus

Holzgebäude
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Dort, wo derzeit noch ein Gebäude steht, und auf der Wiese nebenan sollen zwei Mehrfamilienhäuser gebaut werden.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen - Grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplans im Ziegelbergweg hat der Bauausschuss gegeben. Dort sollen zwei Mehrfamilienhäuser gebaut werden.

Wer ein eigenes Haus bauen oder kaufen möchte, muss heutzutage tief in die Tasche greifen. Für viele junge Familien ist der Traum vom Eigenheim mittlerweile unerschwinglich. Deshalb halten diese lieber nach einer schönen Vier-Zimmer-Wohnung Ausschau. Doch auch hier gibt der Wohnungsmarkt wenig her. Das möchten zwei einheimische Familien nun ändern, indem sie zwei Mehrfamilienhäuser im Ziegelbergweg bauen wollen.

Die Bauherren möchten ein viergeschossiges und ein fünfgeschossiges Gebäude (vier plus D) am Ziegelbergweg errichten. Letzteres überragt jedoch die Firsthöhe der umliegenden Häuser um 0,25 Meter. Aufgrund der schwierigen Untergrundverhältnisse müssten die Handwerker bei den Bauarbeiten jedoch tief bohren und anschließend den Torf auch entsorgen. Dieser Aufwand müsse sich lohnen, so der beauftragte Architekt.

„Das fünfte Geschoss ist wichtig, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Je mehr Wohnfläche zur Verfügung stehe, desto günstiger werde schließlich der Wohnraum. Das Ziel der Bauherren sei, in den Häusern Drei- und Vier-Zimmerwohnungen anzubieten. „Das wird auf dem Markt nicht geboten“, so der Architekt.

Weiter sei geplant, die Häuser mit Flachdächern zu versehen. Diese sollen begrünt werden, genau wie die Westfassade. Daneben soll das viergeschossige Gebäude einen reduzierten Aufbau für eine Schwimmbadüberdachung oder dergleichen erhalten.

Das Landratsamt Ostallgäu steht dem Ganzen aufgrund seiner Höhe jedoch kritisch gegenüber, wie den Unterlagen für die Sitzung zu entnehmen war. „Die Wohnraumversorgung spricht für eine Zulassung wenngleich die Kubatur nahe an der Straße eine deutlich andere Wirkung entfaltet (als das deutlich entfernte fünfgeschossige Gebäude im Bereich „Wohnen im Park“ – Anmerk. Der Red.)“, lautet dagegen das Fazit der Füssener Stadtverwaltung.

Böhm für Walmdach

Vor allem die geplanten Flachdächer waren Stadtrat Dr. Christoph Böhm (CSU) ein Dorn im Auge. „In der ganzen Gegend gibt es kein Flachdach. Das würde schon herausstechen“, monierte er „Ich kann da nicht mitgehen.“ Deshalb plädierte er für ein Walmdach. „Eine begrünte Fassade und ein Walmdach passen nicht zusammen“, meinte jedoch der beauftragte Architekt. Die Pflanzen würden sich aus der Fassade aufs Dach hinauf entwickeln. „Grüne Dächer, grüne Fassaden: Das wird die Zukunft sein. Das war der Wunsch der beiden Bauherren.“

Daneben hätten der Kindergarten und die Erich-Kästner-Schule in unmittelbarer Nachbarschaft ähnliche Dächer, wandte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) ein. Böhm zur Seite stand allerdings Magnus Peresson (UBL). Er kritisierte, dass der Städtebau in Füssen immer häufiger auf der Strecke bleibe. Um den gewünschten Effekt zu erreichen, könnte der Bauherr auch ein Walmdach aus Kupfer mit Grünspan auf die Gebäude setzen. „Man müsste sich da ein bisschen mehr bemühen.“

Anderer Meinung war Jürgen Doser (FWF). „Das fällt gar nicht auf, wenn wir das da hinten unterbringen“, meinte er zum Thema Flachdach. Zudem sei die Nachfrage nach Vier-Zimmer-Wohnungen in Füssen groß. „Wir schaffen hier Wohnraum für Füssener Bürger.“ Außerdem handle es sich bei dem Bauherren um eine alteingesessene Füssener Firma, die man kenne. Deshalb sei er für das Projekt.

Der Bedarf ist massiv da.“

Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU)

„Der Bedarf ist massiv da“, bestätigte auch Eichstetter. Bezahlbarer Wohnraum entstehe hier aber sicher nicht, da umfangreiche Tiefbauarbeiten notwendig werden. Er wehrte sich auch gegen Peressons Vorwurf, dass die Stadt die Pläne einfach so lobend hingenommen habe. Die Stadtverwaltung habe die Entwürfe mit dem Landratsamt Ostallgäu besprochen und Bauamtsleiter Armin Angeringer sei deswegen stark ausgelastet gewesen.

Mit zwei Gegenstimmen von Peresson und Böhm befürwortete das Gremium schließlich die Aufstellung des Bebauungsplans „N74 – Ziegelbergweg Nordost“. Ziel sei, die bisherigen Häuser dort abzureißen und durch zwei Neubauten mit Tiefgarage und Spielplatz zu ersetzen. In zweiter Reihe soll zudem ein Gebäude mit maximal zwei Geschossen entstehen, das als Ferienhaus genutzt werden kann.

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