Viele nehmen an der "6. Ökumenischen Nacht der Kirchen" teil

Vom Ursprung des Christentums bis heute

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Demonstrieren in der Füssener Annakapelle ihre Gemeinsamkeit im christlichen Glauben: Stadtpfarrer Frank Deuring (v.l.), der evangelische Pfarrer Joachim Spengler, Volker Nieland, Freie Evangelische Gemeinde, Yevno Cepe von den Syrisch-orthodoxen Gemeinde, und Erwin Komarek, Christliche Glaubensgemeinde.

Füssen – Auf einen Weg vom Ursprung des Christentums im Allgäu bis hinein in die heutige Zeit haben Glaubensgemeinschaften jetzt bei der „6. Ökumenischen Nacht der Kirchen“ eingeladen.

Ein spirituelles Angebot, das in Füssen Anklang fand. Der Treffpunkt für die Teilnahme an der „6. Ökumenischen Nacht der Kirchen“ war der Magnusplatz vor der Annakapelle. Dass es in Füssen bei diesem Abend auch um bedeutende geschichtliche Ereignisse gehen würde, wurde schon bei der Begrüßung angedeutet und zeichnete sich im Verlauf der nächsten informativen Stunde deutlich ab. 

Als Erster ergriff Dr. Anton Englert, Museumsleiter der Stadt Füssen, das Wort. Nach der Begrüßung der auf über 100 Personen anwachsenden Teilnehmerschar erklärte Englert: man stehe auf dem Füssener Gottesacker, dem historischen Vorläufer des Sebastianfriedhofs („Alter Friedhof“). „Das gemeine Volk liegt unter uns“, so Englert. 

Die Annakapelle sei die erste Füssener Kirche gewesen, erbaut Maria zu Ehren. Nach den paar Stufen nach unten, wo zur damaligen Zeit für arme Seelen gebetet wurde, stellten sich die Seelsorger der Glaubensgemeinschaften, die in der Stadt vertreten sind, vorm Altarraum auf und Stadtpfarrer Frank Deuring sprach über „Christ sein in Füssen“. „Von Wurzeln des Christentums bis heute“ lautete der Untertitel dieser ökumenischen Demonstration. Deurings Rede ging bis zur erfolgreichen Missionierung durch den Heiligen Magnus, den „Apostel des Allgäus“, zurück. 

Er erinnerte an das Zusammenwachsen zur Pfarreiengemeinschaft. Mit Blick auf die noch zu lösende Situation in Füssen-West rund um den 50 Jahre alten Kindergarten St. Gabriel und die Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ sagte der Stadtpfarrer, dass Umbrüche als Chance zu sehen seien. Der evangelischer Kollege Joachim Spengler dirigierte einen Kanon, bevor der Rundgang seine Fortsetzung fand. 

Auffallend war eine Gruppe Jugendlicher unter den zahlreichen Erwachsenen. Diese kamen von der Freien evangelischen Gemeinde mit Domizil im Hopfener Dreieck in die Altstadt. 

Gelungenes Konzept

Die Lutherbibel würdigten die Versammelten in der Bibliothek des ehemaligen Benediktinerklosters. Das reformierte Konzept der Veranstaltung gefiel den Teilnehmern, wie vielfach in den Pausen zwischen den Stationen zu hören war. In den vergangenen Jahren hatten sich die Gläubigen noch auf die Kirchen mit offenen Toren im Stadtgebiet verteilt.

Erst zu später Stunde kam man zusammen – zum Abschlussgebet in der Basilika St. Mang. Neu war jetzt: es gab den gemeinsamen Auftakt im 300 Jahre alten früheren Benediktinerkloster und – mit Verköstigung und spirituellen Impulsen – den Ausklang in der evangelisch-lutherischen Christuskirche. Diese war fußnah in der Altstadt zu erreichen, während 2016 die Gläubigen noch mit einem Shuttle-Bus durch die Nacht gefahren wurden. 

Gläubige finden zusammen 

Dass die Gläubigen aus den unterschiedlichen Gemeinschaften zusammen gefunden haben, wurde nicht zuletzt bei einem bewegenden Vortrag deutlich. Saliba Aygün aus dem Kreis der syrisch-orthodoxen Gemeinde erzählte, dass die „Ankömmlinge“, die in Füssen vor gut einem halben Jahrhundert Arbeit suchten, „sichtbare Zeichen“ ihrer Religion in der Stadt vorfanden. „Unsere Gemeinsamkeit ist der Glauben“, wie Aygün unterstrich. Die „enge Freundschaft zwischen den christlichen Gemeinschaften“ gehöre inzwischen längst zum Alltag und zu den Festen im Kirchenjahr.

Chris Friedrich

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