Ausschuss nimmt Angebot der Firma Mika GmbH an

Füssen bekommt Car-Sharing

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Klima- und Umweltschutz sind sehr aktuelle Themen. Car-Sharing gilt als ökologisch nachhaltig. Der Finanzausschuss entscheidet sich deshalb dafür, das Car-Sharing-Konzept in Füssen auf den Weg zu bringen.

Füssen – Füssener Schüler und Bürger machten sich Ende November für eine „Fridays for Future“-Demo auf, im Jufo diskutierten junge Menschen über foodsharing und die Forggensee-Schifffahrt will zukünftig ihren Teil zum Umweltschutz mit einem umweltschonenden Kraftstoff beitragen.

Das Thema Klima- und Umweltschutz bewegt die Menschen. „Im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit“, wie es Wolfgang Bader (SPD) im jüngsten Finanzausschuss nannte, möchte die Verwaltung deshalb nun Car-Sharing in Füssen etablieren. 

Das Gremium entschied sich deshalb einstimmig dafür, das Angebot der in Deggendorf ansässigen Firma Mika GmbH anzunehmen und mit einem Mehrsitzer dass Mobilitätskonzept zu testen. 

Das Konzept Car-Sharing wird immer beliebter. Der Nutzungsgrad eines Car-Sharing-Autos ist um ein Vielfaches höher als bei Privatfahrzeugen. Laut einer Schätzung des „Bundesverbands Car-Sharing“ ersetzt jedes Car-Sharing-Auto rund zehn normale Fahrzeuge. 

Die Firma Mika bietet der Stadt ein kostenloses Fahrzeug an, das über Drittmittel – also Sponsoring – durch regionale Firmen finanziert werden soll. Für garantiert vier Jahre würde dieser Neunsitzer dann zur Verfügung stehen. Auch um die Wartung kümmert sich die Firma. 

Einen Mehrsitzer schlägt das Unternehmen deshalb vor, da eine größere Zahl von Nutzungsmöglichkeiten besteht und damit ein einziges Car-Sharing-Fahrzeug bis zu acht Privatautos ersetzen könnte. Mit dieser Argumentation und im Sinne der ökologischen Vorteile möchte Mika gemeinsam mit einer Empfehlung der Stadt und des Bürgermeisters mögliche Sponsoren informieren und für das Projekt gewinnen. 

Die Firma möchte des weiteren eine aktive Öffentlichkeitsarbeit, das Online-Buchungssystem (eine App), die Verwaltungsangelegenheiten, also Buchung und Abrechnung sowie eine 24-Stunden Kundenberatung bieten. 

Ein e-Auto im Fuhrpark

Neben dem angebotenen, kostenlosen Neunsitzer, einem Renault Master, könnten für monatliche Zuzahlungen zwischen 499 Euro und 699 Euro noch weitere Fahrzeuge den Fuhrpark erweitern. Neben einem Renault Clio könnte dann ein e-Auto, ein Renault Zoe Life zur geteilten Nutzung bereit stehen. Mit beiden Modellen wäre neben dem Mehrsitzer ein Kleinwagen unter den geteilten Fahrzeugen. 

Ein Renault Megane Kombi könnte für das Car-Sharing ebenfalls bereitgestellt werden. Dass ein solches Konzept beliebt ist, weiß Ursula Lax (CSU). Sie findet Car-Sharing laut eigener Aussage faszinierend. „Ich kenne das aus München“, sagte sie dazu. Großartig an diesem Angebot fände sie auch, dass es jedem ermöglichen könnte ein e-Auto zu fahren.

 Auch Hauptamtsleiter Peter Hartl sprach sich für das Konzept aus. „Wir haben uns in anderen Städten erkundigt. Das wird super angenommen“, sagte er. Mit diesem Neunsitzer wäre „ein Anfang“ für ein nachhaltiges Mobilitätskonzept getan. Heinz Hipp (CSU) war ebenfalls positiv gestimmt. „Ein Neunsitzer macht Sinn. Die Leute wollen sich zusammentun“, sagte er. 

Für eine tatsächliche Umsetzung des Car-Sharing-Konzepts müssen jedoch noch einige Fragen geklärt werden. Ein Standort muss zum Beispiel bestimmt werden. Der Wagen müsse zentral stehen, sagte Bader. Dem stimmte das Gremium zu. „Der Standort wird auch beworben“, sagte Hartl und nannte den Zentralen Busbahnhof (ZOB) als eine Möglichkeit.

Für Seniorenfahrten

Ilona Deckwerth (SPD) sah in dem Neunsitzer und dem Car-Sharing Konzept einen großen Vorteil für Senioren. Bisher fehle ein geeignetes Fahrzeug für verschiedene Seniorenfahrten. „Dieses Fahrzeug würde sich dafür anbieten“, sagte sie. Ihrer Meinung nach könnte ein wöchentlicher Fahrdienst für ältere Menschen angeboten werden. „Für Arztfahrten zum Beispiel.“ 

Dieser Idee fügte Deckwerth hinzu: „Wir sollten es direkt wagen auf e-Mobilität zusetzen. Damit wir eine Vorreiterrolle einnehmen.“ Ein Vorschlag der auf gewisse Gegenwehr stieß. Nicht nur, da es ein Fahrzeug in der Größe im vorliegenden Angebot nicht als e-Auto gebe. Lax konterte: „Ich bin grundsätzlich auch für e-Mobilität. Aber nicht bei einem Neunsitzer. Für weitere Fahrten ist das einfach noch nicht geeignet.“ 

Auch Hartl sah ein Problem darin, ausschließlich auf elektrische Autos zu setzen. Das sei verbindend, Ladestationen müssen erreichbar sein und dafür sei „die Infrastruktur hier nicht so berauschend“. 

Einstimmiger Beschluss 

Deckwerth beantragte zwar, ein Angebot für einen elektrischen Neunsitzer einzuholen. Die Forderung lehnte das Gremium aber mehrheitlich ab. „Wir müssen jetzt nicht schnell, schnell Ja sagen, nur weil das jetzt modern ist“, so Lax. 

Einstimmig beschlossen die Stadträte hingegen, das Angebot von Mika mit dem Renault Master anzunehmen und somit ein Car-Sharing Konzept in Füssen auf den Weg zu bringen.

sh

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