Kemptener Bundespolizei ermittelt in Füssen wegen Einschleusens unter unmenschlichen Bedingungen

Illegale Einwanderung: Zehnstündige Tortur auf Ladefläche

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Die Bundespolizisten fanden die Migranten am Füssener Bahnhof auf der Ladefläche eines Transporters.

Füssen/Kempten – Die Bundespolizei hat am Freitagmorgen am Bahnhof in Füssen neun Migranten auf der Ladefläche eines Transporters entdeckt. Ersten Erkenntnissen zufolge muss die Fahrt von Italien nach Deutschland die reinste Tortur gewesen sein. Der pakistanische Fahrer wurde festgenommen.

Gegen ihn wird wegen Einschleusens von Ausländern unter unmenschlichen beziehungsweise lebensgefährdenden Bedingungen ermittelt. Der 35-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft.

Als die Kemptener Bundespolizisten bei der Kontrolle des Transporters die hinteren Türen öffneten, fanden sie nach eigenen Angaben neun junge Männer auf der Ladefläche. Nach Aussagen der illegal eingeschleusten  Migranten mussten sie die etwa zehnstündige Fahrt dort völlig ungesichert zubringen. Einige klagten über Schmerzen und Schwindel. Einer von ihnen wurde vorsorglich mit dem Rettungswagen ins Füssener Krankenhaus eingeliefert. Die Beamten fanden Tüten mit Erbrochenem und Urin. 

Weder der Fahrzeugführer noch die von ihm beförderten Migranten konnten sich ausweisen. Sie erklärten, ursprünglich aus Pakistan, der Türkei oder dem Iran zu stammen. Wie erste Ermittlungen ergaben, mussten sie für die gefährliche Fahrt auf der Ladefläche mehrere hundert Euro zahlen.

Alle zehn Personen wurden zunächst zur weiteren Versorgung und den sich anschließenden polizeilichen Maßnahmen zur Bundespolizeiinspektion nach Kempten gebracht. Das sichergestellte Fahrzeug ist nach Rosenheim transportiert worden. Dort suchen Spezialisten der Bundespolizei im Fahrzeug nach weiteren Spuren, die zu Beweiszwecken ausgewertet werden sollen. 

Die eingeschaltete Staatsanwaltschaft beantragte beim Kemptener Amtsgericht, den Fahrer in Untersuchungshaft zu nehmen. Das Gericht gab dem Antrag statt. Bundespolizisten lieferten den mutmaßlichen Schleuser am Freitagnachmittag ins Gefängnis ein.

kb/red

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