Christian Ude ist zu Gast in Füssen

Zusammen mit Bürgermeister Paul Iacob (links), der Füssener SPD-Ortsvorsitzenden Ilona Deckwerth (rechts) und Dr. Paul Wengert (2.v.r.) stößt Christian Ude mit einer Maß Starkbier an. Foto: ed

Füssen – Im ehemaligen Klosters St. Mang ehrte die Stadt Füssen den Münchner Oberbürgermeister und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen Christian Ude. In seiner Begrüßung bat Bürgermeister Paul Iacob den Gast im Fall seiner Wahl die Sorgen der kleinen Kommunen zu berücksichtigen.

„Ich wünsche mir eine Politik die diese Rolle stärkt, denn auch der ländliche Raum ist durchaus schützenswert“, so das Stadtoberhaupt. Mit dem ihm eigenen Witz grüßte Christian Ude unter den Gästen den Kollegen Dr. Paul Wengert mit den Worten „es bereitet mir geradezu ein sadistisches Vergnügen, den Kollegen Wengert als „Altbürgermeister“ begrüßen zu können. Er, der als einziger unter den bayerischen Bürgermeistern eine Flotte, nämlich die auf dem Forggensee, befehligen konnte“. Er nehme das Problem der kleineren Kommunen, die wegen des Mangels an Gewerbesteuern verstärkt unter ökonomischen Zwang stehen, sehr ernst. „Die Nähe der Bevölkerung zur kommunalen Verwaltung in diesen Gebieten darf nicht aufs Spiel gesetzt werden und dem staatlichen Dirigismus geopfert werden“ stellte er fest. Unter dem Beifall von rund 200 Gästen, musikalisch begleitet von der Harmoniemusik Füssen, zog der Münchner Oberbürgermeister am Abend dann zum Starkbierabend ins „Haus der Gebirgsjäger“ ein. Nach der kurzen Begrüßung durch die Füssener SPD-Vorsitzende Ilona Deckwerth und dem Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert schlug Ude mit drei routinierten Schlägen das Holzfass der Brauerei Paulaner an. Mit der bekannten Pose und dem Schlegel in der Hand verkündete er unter dem Jubel der Menge den seit 1990 von ihm bekannten Ruf auf dem Oktoberfest „O’zapft is!“. „Ich habe nicht geglaubt, dass die Schwaben so eine Lockerheit herbringen und dass ein alter CSU-ler (er meinte damit Alfred Köpf) bei der Konkurrenz vorbeischaut ist aller Ehren wert“, begann der SPD-Spitzenkandidat für den kommenden Landtagswahlkampf seine politische Rede. Von Atomkraft über den Donauausbau bis hin zur Bildung reichten seine Themen und er verstand es, bei seiner rund zweistündigen freien Rede die Gäste bis zum Schluss zu begeistern. „Dass Oberbürgermeister Ministerpräsident werden können beweisen die aktuellen Wahlen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen“, stellte er selbstbewusst fest und fügte hinzu „ich lasse mich von Umfragen nicht verrückt machen und arbeite auf die Wahl ohne einen Anflug von Resignation hin“. Das bedeute aber auch, die kommenden sieben Monate mit Argumenten zu überzeugen und beim Wähler für die nach seiner Ansicht glaubwürdigere SPD-Politik zu werben. Mit Blick auf den politischen Gegner meinte er: „Eine Partei wie die CSU, die ein Kostümfest veranstaltet und sich mittlerweile als Sozi verkleidet, ist mit ihrer Wendepolitik wenig glaubwürdig“. Bezug nehmend auf die regionale Landespolitik warnte er davor, die Regionen, nicht wie von der CSU praktiziert, gegeneinander aufzuwiegeln, sondern zusammen zu halten. Dass in Bayern vieles besser ist, als in anderen Bundesländern gab er unumwunden zu, jedoch mit dem Hinweis, dass es auch viele Baustellen gebe. Auch am wirtschaftlichen Erfolg Bayerns werde sich, wie von vielen befürchtet, nichts ändern, „wir werden ihn bewahren und ausbauen“. Auch die Umfragen bezüglich des Ausgangs der Wahlen sieht er gelassen: „Im Gegensatz zu diesen Umfragen, die käuflich sind, sind Wahlen nicht käuflich“, sprach er den Anhängern der SPD „Mut zum Erfolg“ zu. ed

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