Nicht aus dem Takt geraten

Der katholische Pfarrer Bernd Leumann (links) und sein evangelischer Kollege Andreas Waßmer wählten humorvolle Worte. Im Hintergrund: Die Jugendkapelle, die den Empfang musikalisch untermalte. Foto: Schuster

Schön im Takt bleiben, Misstöne nicht zum Dauerzustand werden lassen und wenn man sich auf die Füße tritt, sich auch mal entschuldigen – mit tänzerischen Metaphern blickten am vergangenen Sonntag im Pfarrheim die Pfrontener Pfarrer Bernd Leumann und Andreas Waßmer im Rahmen des Neujahrsempfangs der Gemeinde Pfronten auf das abgelaufene Jahr zurück und in das laufende voraus. Bürgermeister Beppo Zeislmeier dankte derweil vor allem den ehrenamtlich Tätigen Bürgern.

Mit Humor aber doch hintergründigem Ernst und vor allem mit einer Stimme sprachen die beiden Geistlichen der großen Konfessionen zu den versammelten Gästen. Zuvor gaben sie, mit Leumann an der Geige und Waßmer am Klavier, einige Walzer von Johann Strauss zum Besten. Zwar nicht virtuos, aber das war auch nicht Sinn und Zweck der Sache. Mit einem heiteren Tanz das Jahr zu eröffnen sei einfach eine schöne Tradition. Natürlich habe aber das Leben nicht immer nur heitere Töne parat. Das hätten sie selbst mit zahlreichen Skandalen rund um die Kirche und vielen Austritten gespürt. Wichtig sei, sich auch einmal zu entschuldigen wenn man sich – hoffentlich unabsichtlich – gegenseitig auf die Füße tritt. Gerade beim Thema des geplatzen Feneberg-Umzugs von der Allgäuer in die Meilinger Straße befürchteten sie, dass sich dauerhaft „einige schmerzliche Misstöne“ in die Musik mischen, denn manch einer sei aus dem Takt der Fairness und Höflichkeit geraten. Sie appellierten für einen Verzicht auf Generalabrechnungen, um den richtigen Rhythmus wiederzufinden. „Politik muss Freiräume für Ehrenamt schaffen“, definierte Zeislmeier seine Rolle im Gefüge der Lokalpolitik und des Ehrenamts. Er dankte allen ehrenamtlich Tätigen, vor allem den Ordensschwestern, die die Bürgermeidaille bekommen haben sowie den Mitgliedern der 74 Vereine, die die Gemeinde unterstützen. Dabei hob er das 150-jährige Jubiläum der Harmoniemusik, und das 75-jährige Berwacht-Bereitschaft hervor. Als vorrangige Themen hob er unter anderem den Neubau des Wertstoffhofs, den Bau der B309neu in Kappel, sowie den weiteren Vilsausbau hervor. Bevor alle Gäste zum Abschluss gemeinsam das Pfronten-Lied sangen, gab es noch eine edle Spende: Aus dem Erlös des Weihnachtsmarktes übergaben dessen Organisator Bernhard Dinser sowie Karl-Heinz Mörz, der die Krippenausstellung organisiert hat, 465 Euro an Pfarrer Bernd Leumann stellvertretend für den Ambulanten Pflegeverein.

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