Technischer Defekt legt Seilbahn an der Alpspitz lahm

Sesselbahn muss evakuiert werden

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Mit einem Radlader des Bauhofs werden die Passagiere aus den Sesseln geborgen.

Nesselwang – Schreck am frühen Mittag: Wegen eins elektrischen Problems blieb der Sessellift zur Sommerrodelbahn auf der Nesselwanger Alpspitz heute Vormittag um kurz nach 11.30 Uhr unvermittelt stehen. 15 Urlauber waren damit plötzlich in fünf Meter Höhe gefangen.

Nachem der Defekt auch nach einigen Minuten nicht behoben werden konnte, lief die Rettungskette an. Schon am morgigen Freitag soll die Bahn aber wieder ganz normal fahren. 

Wie die Polizei am Donnerstagnachmittag mitteilte, geriet die Sesselbahn aufgrund eines technischen Defekts zum Stillstand. Da nach einigen Minuten Suche nach der Ursache klar war, dass die Reparatur längere Zeit in Anspruch nehmen wird, alarmierten Mitarbeiter der Alpspitzbahn die Polizei Füssen und Pfronten und über die Integrierte Leitstelle (ILS) Allgäu außerdem die Bergwacht Nesselwang.

Nachdem zwei Personen den Lift von selbst verlassen konnten, mussten die Rettungskräfte noch insgesamt 15 Liftbenutzer aus Höhen von maximal fünf Metern bergen. Dabei kam eine spezielle Abseilhilfe der Bergwacht, mit der der jeweilige Liftbenutzer sicher abgeseilt werden kann, zum Einsatz. 

Außerdem setzte der Nesselwanger Bauhof einen Radlader des Nesselwanger Bauhofs mit einem Personenbeförderungskorb ein. „Das lief recht pragmatisch“, berichtete Christian Eckel, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, gegenüber dem Kreisbote. 

Kurz vor 13 Uhr hatten demnach alle Passagiere wieder festen Boden unter den Füßen. Niemand wurde verletzt. „Die Rettung lief ruhig und besonnen ab“, so Eckel weiter. „Die Stimmung war gut, von einer Panik war nichts spürbar.“ 

Das sei vor allem auch ein Verdienst der Mitarbeiter der Alpspitzbahn gewesen, die die Liftpassagiere - ausnahmslos Urlauber und darunter sechs Kinder – mit Getränken und Kappen zum Schutz vor der Sonne versorgt haben. „Die Alpsitzbahnmitarbeiter haben dafür gesorgt, dass alle zu trinken hatten“, lobte Eckel.

Im Einsatz seien insgesamt rund 25 Helfer von Bergwacht, Polizei, Bergbahn und Bauhof gewesen. Zwischenzeitlich sei die Störung behoben und der Zubringer zur Rodelbahn wieder in Betrieb. Die große Einseilumlaufbahn zur Mittelstation und den Gipfel war von dem Zwischenfall nicht betroffen und kann ebenfalls ohne Einschränkung benutzt werden. 

Ralf Speck, Geschäftsführer der Alpspitzbahn, zeigte sich rund drei Stunden nach dem Vorfall erleichtert darüber, dass niemand verletzt wurde. „Dass nichts passiert ist, ist das Wichtigste!“, sagte er gegenüber dem Kreisbote. Die Fahrgäste hätten den Zwischenfall recht locker genommen. „Die Gäste sind entspannt.“ Sie sollen nun eine kostenlose Beförderungen und freie Nutzung der Sommerrodelbahn bekommen, kündigte der Geschäftsführer an. 

Auch sein Team habe die Situation im Griff gehabt. „Wir üben das ja regelmäßig“, erklärte er. So sei parallel zur Suche nach der Ursache des Defekts nach einer gewissen Zeitspanne automatisch die Alarmierung der Rettungskräfte angelaufen. „Die Frage ist immer: Wann lege ich los und beginne mit der Evakuierung.“ Sitzen Leute im Lift, gebe er sich selbst ein Zeitfenster von etwa zehn Minuten. Sei die Ursache der Störung bis dahin nicht gefunden und eine Reparatur möglich, laufe die Evakuierung an, erläuterte er. Diese Frage habe auch im August 2011 bei der Evakuierung der Tegelbergbahn eine große Rolle gespielt. Seinerzeit hatte sich ein Gleitschirmflieger in den Seilen der Bergbahn verfangen und diese lahmgelegt. Die Evakuierung der Fahrgäste mit mehreren Hubschraubern aus großer Höhe dauerte seinerzeit 19 Stunden. „Das hat man natürlich immer im Kopf“, so Speck.

Matthias Matz

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