Plexiglas, Absperrbänder und Schilder

Die noch geöffneten Geschäfte in Füssen bemühen sich um bestmöglichen Schutz

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Martin Jorky, Inhaber der Bahnhofs-Apotheke, hinter einem Schutz aus Plexiglas. Damit sollen die Mitarbeiter vor einer möglichen Ansteckung geschützt werden.

Füssen – Aufgrund der aktuellen Ausgangsbeschränkungen haben nur in Füssen noch wenige Geschäfte geöffnet. Die wenigen, die für ihre Kunden noch da sind, versuchen, mit verschiedenen Maßnahmen Mitarbeiter und Kunden bestmöglich vor einer eventuellen Infizierung mit dem Coronavirus zu schützen.

An das Bild muss man sich in Füssen erstmal gewöhnen: Wo sonst Stau herrscht und reges Treiben aufgrund der vielen Touristen, die ganzjährig die Region besuchen, herrscht aktuell gähnende Leere und Stille. Der Parkplatz Morisse beispielsweise zeigt das sehr deutlich. Wo sich in normalen Zeiten sonst auch jetzt schon zahlreiche Reisebusse tummeln, ist aktuell jeder Parkplatz frei. Auch hier wurden Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um eine mögliche Ansteckung zu verhindern: Bei den Parkautomaten befinden sich gut erkennbar Hinweisschilder zur Einhaltung des Abstands.

Für die wenigen Geschäfte und Filialen, die aktuell noch geöffnet haben, spielt der Schutz der eigenen Mitarbeiter und der Kunden eine große Rolle. Sie versuchen ihr Bestes, um die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern und den Tagesbetrieb dabei nicht zu gefährden. Hierbei wurden die Betreiber der Geschäfte vor eine große Aufgabe gestellt: In kurzer Zeit mussten verschiedene Schutz- und Hinweiseinrichtungen installiert werden. Die Nachfrage nach beispielsweise Plexiglasscheiben oder Schutzmasken ist aktuell hoch, daher ist es keine einfache Angelegenheit, an passendes Material zur Verbesserung des Schutzes zu kommen.

Die Situation in der Lechstadt zeigt aber, dass überall umfassende Maßnahmen ergriffen wurden, die Vielfalt hierbei ist groß. In der Bahnhof Apotheke in Füssen sind aktuell nur noch zwei Kunden zeitgleich in der Filiale erlaubt, gleich beim Betreten der Apotheke passiert der Kunde eine Hygienestation, um die Hände zu Desinfizieren. Zudem sind alle Kassenbereiche mit Plexiglasscheiben ausgestattet, welche als sogenannter Spuckschutz dienen und das Kassenpersonal und auch die Kunden vor einer möglichen Infizierung schützen soll.

Deutliche Hinweise

Bei der Bäckerei Höfler in der Altstadt wird schon draußen vor dem Laden mit einem Schild darauf hingewiesen, auf den notwendigen Abstand zu achten. Auch in der Filiale werden umfassende Maßnahmen ergriffen: „Der Arbeitsablauf ist streng geregelt, um hier jede mögliche Ansteckung zu vermeiden, auch der Einsatz von Handschuhen ist jetzt besonders wichtig“, betont eine Verkäuferin.

Beim Betreten der Filiale der Bäckerei Feneberg beim ehemaligen OBI Areal findet der Kunde im Eingangsbereich einen Aufkleber am Boden, der auf den Mindestabstand von 1,50 Meter hinweist. Die Verkaufskräfte schützt im Bereich der Warenausgabe eine zusätzlich montierte Plexiglasscheibe. Wie auch bei der Bäckerei Höfler, ist der Sitzbereich in der Filiale bis auf Weiteres abgesperrt, nur noch das Mitnehmen der Ware ist möglich.

Die Supermärkte in Füssen sind, wie überall sonst auch, aktuell stark besucht. Deswegen haben die Verantwortlichen auch hier umfassende Maßnahmen ergriffen. Im V-Markt Füssen wird im Kassenbereich mit verschiedenen Hinweisschilder und Bodenmarkierungen darauf hingewiesen, den wichtigen Mindestabstand einzuhalten. Aktuell werden auch alle V-Markt Filialen mit Plexiglasscheiben im Kassenbereich ausgestattet. „Die Plexiglasscheiben sind schon bestellt und werden diese Woche noch in der V-Markt Filiale in Füssen angebracht werden“, so Martin Glöckner, Assistent der Geschäftsleitung.

Klare Regeln

Auch im Reformhaus Bechteler gibt es verschiedene Schutzmaßnahmen. Im Kassenbereich befindet sich ein Hinweisschild, den nötigen Abstand einzuhalten, die Mitarbeiter desinfizieren auch regelmäßig den Kassenbereich inklusive Kartenlesegerät. Viele Geschäfte des Einzelhandels sind von der aktuellen Schließung betroffen und klagen über Umsatzverluste. Es gibt auch kreative Lösungen, diese schwere Zeit zu überbrücken. Aktuell wundert sich manch ein Spaziergänger in der Altstadt Füssen, wenn er an der Filiale der Parfümerie Wiedemann vorbeigeht, denn man kann dort eine Mitarbeiterin im Geschäft sehen. Den Grund hierfür erfährt der Spaziergänger beim näheren Betrachten des Schaufensters. Dort befindet sich ein Hinweisschild, dass aktuell telefonisch in der Filiale vor Ort Bestellungen entgegengenommen werden können, welche kostenfrei geliefert werden. Wer also aktuell sein Lieblingsparfüm kaufen möchte, kann einfach in der Filiale anrufen, da jeden Tag eine Mitarbeiterin vor Ort ist, die die Bestellung entgegennimmt.

An zahlreichen Hinweisschildern in den Schaufenstern der geschlossenen Geschäfte kommt derzeit vorbei, wer in der Innenstadt einen Spaziergang macht. Die meisten dieser Schilder ähneln sich bei der Botschaft, die da lautet: Das Geschäft ist bis auf Weiteres geschlossen. Und: Bitte kaufen Sie nicht online ein, sondern warten Sie, bis die lokalen Geschäfte wieder geöffnet haben. Wer also nicht unbedingt aktuell etwas benötigt, kann durchaus etwas Gutes tun, in dem er die Geschäfte vor Ort mit einem Einkauf unterstützt, sobald diese wieder geöffnet sind.

Die Betreiber der Filialen und Geschäfte in Füssen haben zahlreiche Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Corona Virus ergriffen. Sie wollen damit zeigen, dass es auch in der schwierigen Zeit kein Risiko darstellt, ihren Laden zu betreten und dort einzukaufen bzw. Geschäfte zu tätigen. Die noch geöffneten Geschäfte sind darauf angewiesen, dass die Einwohner von Füssen und aus dem nahen Umkreis weiterhin bei ihnen einkaufen. Vor allem die kleineren Betriebe bangen um ihre Existenz, daher kann man auch in der schwierigen Zeit die lokale Wirtschaft stärken, indem man Hamsterkäufe vermeidet und auch beispielsweise weiterhin in den Bäckereien einkauft, selbstverständlich unter Einhaltung des Abstands und den Regeln der Ausgangsbeschränkungen.

Maria Legelli

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