Ausstellung in Reutte veranschaulich Schicksale von Migranten

Gott hat auch Fremde lieb

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In seinem Vortrag weißt Peter Biber als Leiter des InterTreff-Teams auf die prekäre Lage der Flüchtlinge hin.

Reutte – Die tiefe Sehnsucht von Flüchtlingen und Asylsuchenden nach einem Zuhause, einer Heimat, schilderte Peter Biber bei der Eröffnung der Ausstellung „Gott hat den Fremdling lieb“ in der Dengelgalerie.

Auf zwölf Schautafeln nach biblischem Konzept wie „Rut – eine Fremde wird geistlich aufgenommen“ oder „Abraham und Sara – zeitlebens Migranten“ werden Schicksale der Migranten von heute anschaulich verdeutlicht. 

Von Außerferner Asylanten gezeichnete Bilder vervollständigen die Wanderausstellung der International Teams Austria, organisiert von der Gruppe „InterTreff Reutte“. Im Rahmen seiner Ausführungen nannte Biber erschreckende Zahlen: Derzeit sind weltweit 50 Millionen Menschen auf der Flucht – die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg. Europaweit haben 900.000 Menschen Asyl beantragt, täglich fliehen 23.000 Menschen aus ihrer angestammten Heimat, darunter 21.300 unbegleitete Minderjährige. 

Die Flüchtlinge stammen mehrheitlich aus Afghanistan, Somalia, Irak und Syrien. 2013 beantragten alleine in Österreich 17.500 Menschen aus über 100 Nationen Asyl – das waren täglich 48 Personen. Kriege, Bürgerkriege, ethnische und religiöse Verfolgungen, aber auch wirtschaftliche Gründe (wenn Familien ihre Kinder nicht mehr ernähren können) sind dafür die Hauptgründe. „Die Heimat verlassen zu müssen, ist ein Schmerz der von den Flüchtlingen zu verarbeiten ist und der sie nur schwer fröhlich sein lässt“, so Biber. 

Deswegen müsse es unsere Aufgabe sein, sie zu ermutigen nicht aufzugeben – wir sollten dem Fremden ein Freund sein. „Das ist nicht zuletzt auch eine der großen europäischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, gab Biber zu bedenken. „Für unser kleines Team (es besteht aus knapp zehn Personen, Anm. d. Red.) in Reutte ist es eine Herausforderung, diesen Asylanten zu helfen, Integrationsarbeit zu leisten, Kreativität zu fördern, administrative Unterstützung anzubieten und möglichst offene Ohren für ihre Sorgen und Nöte zu haben“, ergänzte er.

Die Ausstellung ist noch bis kommenden Samstag, 6. September, täglich von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Am morgigen Donnerstag, 4. September, wird von 18 bis 20 Uhr ein Vortrag mit Diskussion mit Themenschwerpunkt Arabische Welt, Syrien und IS (die derzeit agierende Terrorgruppe im Irak) angeboten, am Samstag endet die Ausstellung mit einer Abschlussfeier von 16 bis 18 Uhr.

ed

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