Kommandowechsel: Junk übergibt an Müller

Oberstleutnant Holger Christian Müller (links) übernimmt das Kommando von Oberstleutnant Boris Junk (vorne rechts). In der Mitte: Birgadegeneral Michael Matz. nis

Füssen – „Soldatinnen und Soldaten des Gebirgslogistikbataillon 8: Ich melde mich ab.“ Damit beendete Oberstleutnant Boris Helmut Junk vor kurzem seine Rede zum Kommandowechsel am Alpseeparkplatz. Neuer Kommandeur des Gebirgslogistikbataillons 8 ist Oberstleutnant Holger Christian Müller.

Ein Kommandowechsel sei in den Streitkräften nichts Außergewöhnliches, so der scheidende Kommandeur und zeigte sich überwältigt vom zahlreichen Erscheinen der Ehrengäste, zeige dies doch die Verbundenheit mit der Bundeswehr und dem Gebirgslogistikbataillon 8 in Füssen. Seinen Soldatinnen und Soldaten sagte er den Blick in die Zukunft richtend, der Kommando-Wechsel käme für das Bataillon zum rechten Zeitpunkt. Sein Nachfolger könne nun nicht nur die Weichen bis zur Umgliederung des Bataillons stellen, sondern darüber hinaus das Bataillon in den zukünftigen Auftrag führen. 

Er übergebe ein Bataillon, das sich einer äußerst angespannten Personallage gegenübersehe. Bei einem Fehl von über 300 Soldaten und dem Auftrag, im Zuge der Umgliederung eine Kompanie an einem zusätzlichen dritten Standort aufzustellen, mache das Thema Personal zur zentralen Herausforderung der Zukunft. Aber auch künftig werde die Ausbildung und Inübunghaltung im Kernauftrag, in der logistischen Unterstützung der Verbände der Brigade, ein Dauerbrenner bleiben. Trotz des Phänomens, dass Soldatinnen und Soldaten vollständig ausgebildet erst aus den Einsätzen zurückkämen, seien die rund 100 Mann, die unter Oberstleutnant Junks Kommando in Afghanistan oder im Kosovo gedient haben, alle, „von ein paar Kratzern abgesehen, heil und gesund aus dem Einsatz zurückgekehrt“.

Familienfreundlichkeit verbessern

Brigadegeneral Michael Matz, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, stellte in seiner Rede fest: Der Standort Füssen bleibt, würde sogar aufgerüstet. Nach Füssen kämen die modernsten Gerätschaften um alle Einheiten bestens versorgen zu können. Schon heute habe das Logistikbataillon für seine Aufgaben der Versorgung 550.000 Kilometer zurückgelegt, dabei auch Schwertransporte durch die Republik. Neben Füssen, Mittenwald werde Bad Reichenhall als dritter Standort des Bataillons aufgebaut. Auch Brigadegeneral Matz bedankte sich bei den Gemeinden für ihre Wertschätzung und hofft auf weitere Unterstützung. Hier denke er beispielsweise an Kinderbetreu- ungseinrichtungen, damit der Vorschlag der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei der Bundeswehr auch in Füssen umgesetzt werden könne. Die derzeitigen Öffnungszeiten der Tagesstätten seien nicht immer mit den Arbeitszeiten der Soldaten und Soldatinnen in Einklang zu bringen. 

Dem scheidenden Kommandeur Junk wünschte er an seinem neuen Arbeitsplatz im Bonner Verteidigungsministerium viel Erfolg und freue sich, dass dieser dort dem Wunsch der Verteidigungsministerin ein Stück näher komme, denn der Familienwohnort sei nur 150 Kilometer von Bonn entfernt. Wenig Hoffnung machte er, dass sich die häufigen Versetzungszeiten ändern würden. Länger als den Zwei-Jahres-Rhythmus, wie den heutigen Kommandowechsel, werde es kaum geben können.jl

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