Naturschützer verzichten auf Klage gegen Hopfener Strandbad

Strandbad Hopfen: "Tun unser Möglichstes"

+
Derzeit wird das alte Gebäude im Hopfener Strandbad abgerissen. Jetzt hoffen die Verantwortlichen, dass zumindest der öffentliche Teil des neuen Gebäudes bis zum Beginn der Saison fertig gestellt werden kann.

Füssen – Die Chancen auf eine Öffnung des Hopfener Strandbades in diesem Sommer sind zuletzt deutlich gestiegen.

Denn zum einen sind die Arbeiten für Abriss des alten und den Bau des geplanten neuen Gebäudes mittlerweile angelaufen. Zum anderen verzichtet der Bund Naturschutz mangels Erfolgsaussichten auf ein juristisches Vorgehen gegen den Neubau. Nach dem monatelangen politischen und juristischen Tauziehen um den Neubau des Strandbad-Gebäudes in der Hopfener Uferstraße Ende vergangenen Jahres (der Kreisbote berichtete mehrfach ausführlich) ist das Projekt mittlerweile in trockenen Tüchern und wird auch juristisch wohl nicht mehr gestoppt werden können. 

Wie Michael Käs, Vorsitzender der Füssener Ortsgruppe des Bund Naturschutz mitteilte, werde der Verband nicht gegen das Bauvorhaben klagen. Denn als Verband sei der Bund Naturschutz lediglich gegen den dort geltenden Bebauungsplan Klage berechtigt. Gegen die im Februar durch das Landratsamt Ostallgäu erteilte Baugenehmigung sei der Verband hingegen „nicht Klage berechtigt“, erklärte der Ortsgruppen-Vorsitzende. Allein ein solche Klage habe aber eine sogenannte aufschiebende Wirkung. Das heißt, Investor Fritz Schweiger dürfe erst einmal nicht weiterbauen. 

Keine Auswirkung auf Bau

Eine Klage gegen den Bebauungsplan indes habe eine solche aufschiebende Wirkung nicht. Mitunter könne es vielmehr mehrere Jahre dauern, bis ein Gericht endgültig darüber entschieden habe. Bis dahin sei der geplante Neubau mit Restaurant längst fertig gestellt und kein Gericht würde aus Gründen der Verhältnismäßigkeit dann mehr den Abriss anordnen, so Ortsvorsitzender Käs weiter. 

Daher hätten er und seine Mitstreiter „leider leider von einer Klage abgesehen“. Nichtsdestotrotz halte er den gesamten Vorgang weiterhin für fragwürdig. Zwar habe das Landratsamt in Marktoberdorf die Baugenehmigung unter der Voraussetzung, das Ausgleichsmaßnahmen in Form von Neupflanzungen von Bäumen für den Neubau im Landschaftsschutzgebiet vorgenommen werden, erteilt. „Diese Maßnahmen sind aber sehr dubios“, sagte er. „Aber das Landratsamt hat das so durchgezogen.“ 

Vorsichtig optimistisch

Auf Investorenseite herrscht derzeit vorsichtiger Optimismus, dass trotz der Verzögerungen durch Gerichtsverfahren und ein geplantes Bürgerbegehren bis zur Sommersaison zumindest der öffentliche Teil wie Sanitäranlagen, Umkleide und Kiosk fertig gestellt werden können. Der Bau des geplanten Restaurants werde allerdings wohl erst im Herbst erfolgen. „Wir tun unser Möglichstes“, sagte Daniel Lenzenhuber, Prokurist von Investor Fritz Schweiger, „aber garantieren können wir gar nichts!“ Zumal die derzeitige Auftragslage bei den Baufirmen zu berücksichtigen sei.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Polizei stoppt Irrfahrt eines psychisch auffälligen Mannes nach Beinaheunfällen
Polizei stoppt Irrfahrt eines psychisch auffälligen Mannes nach Beinaheunfällen
Einzeldenkmal in der Füssener Altstadt soll saniert werden
Einzeldenkmal in der Füssener Altstadt soll saniert werden
Kein Ende in Sicht: Umstrittener Bebauungsplan für Hopfen am See ist immer noch nicht fertig
Kein Ende in Sicht: Umstrittener Bebauungsplan für Hopfen am See ist immer noch nicht fertig
Der Kreisbote verlost 2x2 Karten fürs LOSAMOL-Konzert in Füssen
Der Kreisbote verlost 2x2 Karten fürs LOSAMOL-Konzert in Füssen

Kommentare