Bibliotheksplan: Bibliotheksleiterin Frey stellt Fahrplan für Zukunft vor

"Da sind wir ganz vorne mit dabei"

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Wird die Stadtbibliothek künftig auch samstags geöffnet?

Füssen – Den sogenannten Bayerischen Bibliotheksplan hat Sabine Frey, Leiterin der Stadtbibliothek Füssen, im Kulturausschuss vorgestellt.

Diesen hat das Bayerische Staatsministerium im Juni verabschiedet, erklärte Frey. Und er soll den bayerischen Bibliotheken aufzeigen, wo sie derzeit stehen und wo es noch Entwicklungsbedarf gebe. 

„Da sind wir ganz vorne mit dabei“, freute sich Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Aber: Frey sah noch Verbesserungspotential, vor allem bei den Öffnungszeiten. „Die Bibliotheken sind ständig wachsenden Aufgaben ausgesetzt“, erklärte die Bibliotheksleiterin. 

Deshalb habe die Staatsregierung jetzt einen Bibliotheksplan erstellt, damit man für die Zukunft gewappnet sei. Damit zieht Bayern nach. Denn „andere Bundesländer sind da schon weiter.“ Beispielsweise in Thüringen seien die kommunalen Pflichtaufgaben der Bibliotheken sogar in einem Gesetz geregelt. Die Praxis zeige, die Länder, „die ein sehr vorbildliches Bibliothekswesen haben, verfügen über ein Bibliotheksgesetz“, so Frey. 

Kulturelle Integration

Der Bayerische Bibliotheksplan sei „die Richtschnur für unsere Arbeit“, erklärte die Leiterin der Stadtbibliothek. Der schreibe vor, dass die Bibliotheken als Mitgestalter der Wissens- und Informationsgesellschaft in einer angemessenen Zeit offen für alle stehen sollen. Zudem sollen sie Frequenzbringer für die Innenstädte sein, Chancengleichheit zwischen ländlichen und städtischen Gebieten und bürgerschaftliches Engagement ermöglichen, wie beispielsweise in Füssen durch ehrenamtliche Vorlesepaten. 

Daneben sollen Bibliotheken als Bildungspartner Eltern und Schulen unterstützen und ein lebensbegleitendes Lernen und eine kulturelle Integration ermöglichen. Daraus ergibt sich für die Stadtbibliothek, dass sie künftig weitere Angebote zur Förderung der Lese- und Medienkompetenz entwickeln, die Kinder- und Jugendbibliothek attraktiv gestalten und ausstatten, sowie Räume zum Lernen bereitstellen und ausstatten soll. 

Daneben stehe die Verbesserung des digitalen und fremdsprachigen Angebots sowie die Weiterentwicklung des Bibliothekskonzepts unter besonderer Berücksichtigung des modernen Medienwandels auf der Agenda, erklärte Büchereileiterin Sabine Frey. 

Handlungsbedarf sah sie aber vor allem bei den Öffnungszeiten. Denn die Stadtbibliothek hat bisher nur an einem Tag bis 19 Uhr geöffnet. Sonst schließt sie um 17 Uhr ihre Türen: Berufstätige haben also kaum eine Chance die Bibliothek zu nutzen. Mit Öffnungszeiten am Samstag beispielsweise von 10 bis 13 Uhr „wäre viel gewonnen“, so Frey. 

Aber: „Das ist mit dem derzeitigen Personalschlüssel nicht möglich.“ „Ich weiß, dass die arbeitende Bevölkerung sich andere Öffnungszeiten wünscht“, meinte auch Wolfgang Bader (SPD). Deshalb wollte er wissen, mit wie vielen zusätzlichen Stunden man rechnen müsste. Das seien die Stunden, während die Bibliothek geöffnet habe, Mal zwei, so Sabine Frey. 

Hilfe bei Integration

Dass sich die Stadtbibliothek auch für die Integration einsetze, fand Winfried Gößler (Grüne) sehr gut. Er wollte wissen, was die kommunale Einrichtung dafür anbiete und wie sie die Leute anspreche. Der Kontakt erfolge meist über die Integrationshelfer, erklärte Frey. Daneben habe die Bibliothek ihren Bestand in diesem Bereich ausgebaut.

So werden Bücher zum Schreiberwerb, Werke in einfachem Deutsch und landeskundliche Literatur mit deutschen Gewohnheiten und Gebräuchen angeboten. Außerdem dürfen Zuwanderer genau wie Schüler und Studenten die Bibliothek kostenlos nutzen. „Ich würde mir wünschen, dass die gesetzliche Regelung kommt“, so Heinz Hipp (CSU). 

Denn diese sei wohl sicher mit einer weiteren Förderung verbunden. Die Voraussetzungen dafür könne die Bibliothek sicher erfüllen „wegen ihres ausgezeichneten Stands“. Denn ohne Förderung werde die Stadt irgendwann wohl an ihre Grenzen stoßen, so der CSU-Fraktionsvorsitzende weiter.

kk

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