Verkäufer, Koch oder Hotelfachmann?

Für das kommende Ausbildungsjahr gibt es noch viele offene Lehrstellen im Allgäu

Eine Köchin bei der Arbeit.
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Für das kommende Ausbildungsjahr gibt es noch viele freie Lehrstellen. Unter den Top fünf der noch offenen Berufsausbildungsstellen befinden sich unter anderem Köche.

Allgäu – Wer für das kommende Ausbildungsjahr noch keine Lehrstelle hat, muss nicht in Panik verfallen. Denn im Allgäu gibt es viele freie Ausbildungsstellen.

Im Landkreis Ostallgäu sind von insgesamt rund 1000 gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell noch 440 Plätze zu vergeben. Das Angebot an offenen Ausbildungsstellen ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Kempten-Memmingen breit gefächert. Unter den Top fünf der noch offenen Berufsausbildungsstellen befinden sich Verkäufer, Kaufleute im Einzelhandel, Hotelfachleute, Köche und Kaufleute für Büromanagement. Aber auch in anderen Berufsfeldern gebe es noch viele unbesetzte Ausbildungsstellen.

Auch die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Schwaben warnt in einer Pressemitteilung vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels, sollte ein Großteil der Stellen unbesetzt bleiben. Sie ruft Berufsstarter dazu auf, sich insbesondere in der Baubranche umzusehen. Laut Arbeitsagentur sind bei Hoch- und Tiefbauunternehmen in Bayern derzeit noch rund 1520 Plätze frei. Das entspricht etwa der Hälfte aller gemeldeten Ausbildungsstellen in der Branche.

IG BAU warnt vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels

„Die Corona-Pandemie ist insgesamt am heimischen Ausbildungsmarkt nicht spurlos vorbeigegangen. Teils bieten Firmen weniger Plätze an oder fahren die Lehre ganz zurück. Auch der Berufsschulunterricht kann nicht überall wie gewohnt stattfinden. In vielen Bereichen bewerben sich aber auch deutlich weniger Schulabgänger“, sagt Michael Jäger, Bezirksvorsitzender der IG BAU Schwaben. Doch jeder Azubi, der jetzt fehle, sei in drei Jahren eine dringend gebrauchte Fachkraft weniger. Besonders das Baugewerbe müsse angesichts der anhaltend hohen Auftragslage – vom Wohnungs bis zum Gleis- und Straßenbau – noch mehr Berufsanfänger für sich gewinnen.

Dabei stünden Bau-Azubis im Branchenvergleich in puncto Bezahlung an der Spitze. Das habe eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gezeigt. Ein angehender Maurer kommt demnach im ersten Ausbildungsjahr auf 890 Euro pro Monat. Im zweiten Jahr liegt die Vergütung bei 1230 Euro, im dritten sind es 1495 Euro. Im Anschluss an den Gesellenbrief können sich Beschäftigte fortbilden und es bis zum Polier oder Bauleiter bringen.

Wer noch keine Lehrstelle für das kommende Ausbildungsjahr hat, kann das Angebot der Bundesagentur für Arbeit Kempten-Memmingen ganz einfach online über die Jobbörse auf www.arbeitsagentur.de abrufen. Nebenbei sind auch schon viele Lehrstellen für das Ausbildungsbeginn im September 2022 gemeldet, so die Agentur.

Wer noch unentschlossen ist, kann sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit wenden. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater helfen bei allen Fragen rund um Ausbildung und Studium und sind unter der kostenfreien Servicetelefonnummer 0800/ 4 55 55 00 oder der E-Mail-Adresse Berufsberatung-Allgaeu@arbeitsagentur.de erreichbar.

Nachhilfe für Azubis

Wenn angehende Azubis oder deren potenzielle Ausbildungsbetriebe Sorge haben, dass der Stoff in der Berufsschule zu anspruchsvoll sein könnte, kann Assistierte Ausbildung (AsA) eine Lösung sein. Hierbei handelt es sich um Nachhilfeunterricht für die Azubis, welche die Agentur für Arbeit fördert. Den Lehrlingen entstehen dadurch keine Kosten. Auch die Ausbildungsbetriebe müssen nichts bezahlen. Ansprechpartner hierfür ist ebenfalls die Berufsberatung, sowohl vor Beginn, aber auch während einer bereits laufenden Ausbildung.

ed

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