Durchwachsene Resonanz

Geschäfte im Füssener Land profitieren unterschiedlich von „Click & Collect“

Schaufenster mit dem Hinweis auf „Click&Collect“.
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Zu Hause Geordertes vor Ort abholen: Diese Möglichkeit bieten derzeit einige Geschäfte mit „Click & Collect“.

Füssen/Pfronten/Nesselwang/Lechbruck – Seit gut einem Monat ist den Einzelhändlern in Bayern „Click & Collect“ erlaubt, das es Kunden trotz des Corona-Lockdowns ermöglicht, von Zuhause aus telefonisch, per E-Mail oder über das Internet Waren und Dienstleistungen zu bestellen und die Produkte dann im oder meist am Laden vor Ort abzuholen. Während die Geschäfte damit ihre Bereitschaft präsentieren, weiter für ihre Kunden da zu sein, haben die Konsumenten die Gelegenheit, der regionalen oder lokalen Einzelhandel zu unterstützen. Dies wirkt sich jedoch nicht überall positiv aus.

Gute Erfahrungen mit der Aktion hat „Sport Kolb“ in Pfronten gemacht. Dort bestätigte Georg Kolb, dass es „sehr gut“, wenn auch „nicht wie normal“ läuft. Obwohl der Umsatzausfall im Vergleich zur Vorcoronazeit dennoch „rund 40 Prozent“ betrage, sei „Click & Collect“ laut Kolb „besser als nichts“. Das Sportgeschäft verkauft vor allem Langlauf- und Tourenskier sowie Schneeschuhe, die die Kunden zumeist an der Ladentür an der Allgäuerstraße 5 abholen, nachdem sie die Ware überwiegend telefonisch geordert haben. Auf Wunsch liefert „Sport Kolb“ aber auch nach Hause.

Diesen Service bietet auch die „Bücherstube Petra Velle“ in Nesselwang. Doch holen die Leute jetzt viel mehr Bücher für zu Hause selbst ab, als dass Petra Velle oder ihre Mitarbeiterin Hildegard Pfefferle den Lesestoff persönlich zu den Kunden bringen. So wird die Ware der „Bücherstube Petra Velle“ meistens zu einem vorher vereinbarten Termin zusammen mit einer Rechnung vor die Ladentür gestellt. Für Velle stelle dabei auch der „Dank vieler Kunden“ eine große Motivation dar, ihre Dienste während des Lockdowns per „Click & Collect“ anzubieten.

Schwierige Umsatzsituation

Im Vergleich zu diesen beiden Läden läuft das Geschäft mit „Click & Collect“ nicht nur beim „Schuhhaus Reichart“ in Lechbruck erheblich schleppender, wo Monika Reichart trotzdem sagt: „Es geht schon.“ Die Bestellungen, die meist übers Telefon augegeben werden, liefen demnach zahlreicher als vorher im Laden am Lechhallenweg 2 ein. Die Umsatzsituation gestalte sich dennoch „schwierig“ und sei „kein Vergleich zum offenen Geschäft.“

Es lohnt sich nicht.

 Alexandra Wojzek von „ For Kids by Alex“ und Thorsten Krug von „Krug Herrenmode“ 

Ein ernüchterndes Fazit ziehen dagegen Alexandra Wojzek von „ For Kids by Alex“ aus der Hutergasse 7 in Füssen als auch Thorsten Krug von „Krug Herrenmode“ an der Höhenstraße 2 in Hopfen am See von der Aktion. Beide sind sich einig: „Es lohnt sich nicht“. So beklagt Wojzek nach wie vor einen riesigen Umsatzausfall von „um die 90 Prozent“, während Krug die Zahl seiner Kunden seit dem 11. Januar „an zwei Händen abzählen“ kann. Nicht nur für sein Geschäft „Krug Herrenmode“, sondern auch für „For Kids by Alex“ gelte aber in erster Linie, was auch Ralph Prinz von „Prinz Uhren-Service“ in der Von-Freyberg-Straße 3 in Füssen seinen Kunden mittels „Click & Collect“ signalisieren möchte, nämlich: „Wir sind da.“

Dieser gibt zu, dass die Dienste seines Geschäftes relativ „gut angenommen“ werden. Alles in allem sei dies jedoch „nicht das Gelbe vom Ei.“ Die Kundenzahl habe sich im Vergleich zu normalen Zahlen um rund die Hälfte verringert. Von den insgesamt vier Beschäftigten befinden sich momentan zwei in Kurzarbeit.

lex

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