Bitte um Rücksichtnahme auf Tiere

Appell an Outdooraktive

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Bei den jetzigen Witterungsverhältnissen haben es Wildtiere nicht leicht. Daher bittet der Gebietsbetreuer des Kreises Outdoorbegeisterte um Rücksichtnahme.

Landkreis – Nach den Schneefällen gepaart mit winterlichen Temperaturen herrschen für Outdoorbegeisterte jetzt überall ideale winterliche Bedingungen.

Doch gerade diese Winterverhältnisse bedeuten für die heimische Tierwelt einen Kampf ums Überleben. „Das Wichtigste für die Tiere im Winter ist Ruhe“, sagt Tom Hennemann, Gebietsbetreuer des Landkreises für den Ostallgäuer Alpenrand. „Die Natur hat es so eingerichtet, dass gesunde Wildtiere einen normalen Winter durch im Sommer angefressene Energiereserven überleben. Werden Wildtiere im Winter aufgrund von Störungen aufgescheucht, verbrauchen sie zusätzlich Energie“, erklärt Hennemann. Dies könne bei mehrmaligen Störungen zum Tod dieser Tiere führen, da sie diesen Energieverlust aufgrund fehlender Nahrung nicht ausgleichen könnten. 

Der Wildtierspezialist Hennemann rät daher jedem Wanderer, sich in die Lage der Wildtiere zu versetzen: „Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Birkhuhn, die Lufttemperatur beträgt minus zehn Grad Celsius. Sie kuscheln in Ihrer vergleichsweise warmen Schneehöhle und werden plötzlich durch einen Schneeschuhwanderer aus eben dieser Höhle vertrieben. Nach einer anstrengenden Flugstrecke müssen Sie sich hungernd und frierend ein neues Versteck suchen.“ 

Wie Menschen bei Freizeitaktivitäten im Winter die Bedürfnisse und Ansprüche der Wildtiere berücksichtigen können, verrät der Gebietsbetreuer: „Bei allen Aktivitäten sollten die Freizeitsportler auf ausgewiesenen Routen oder Wegen bleiben.“ Häufig bemerken Skitourengeher oder Schneeschuhwanderer nicht einmal, dass sie durch ihre Anwesenheit Wildtiere aufschrecken. Die Tiere flüchten meist schon lange, bevor der Mensch sie wahrnehme. Ein weiteres Problem sei laut Hennemann der Zeitpunkt der Störung: In den Dämmerungsstunden kommen Wildtiere wie Rauhfußhühner bevorzugt aus ihren Verstecken, um Nahrung aufzunehmen. 

Daher sollten sich die Outdooraktivitäten nicht auf die Dämmerungs- oder Nachtzeiten ausdehnen. Hunde anleinen Der Gebietsbetreuer appelliert außerdem, mitgeführte Hunde in sensiblen Bereichen anzuleinen. Im Wald und oberhalb der Waldgrenze sollte dies für jeden Hundehalter eine Selbstverständlichkeit sein. „Wir Menschen bewegen uns sozusagen durch das Wohnzimmer der Tiere. Je achtsamer wir dabei vorgehen, desto weniger stören wir unsere Mitgeschöpfe in der für sie schwersten Jahreszeit“, so Hennemann.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt das Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ ins Leben gerufen. Es wurden naturschonende Ski- und Schneesschuhrouten ausgewiesen, aber auch sensible Bereiche gekennzeichnet. Diese sogenannten Wald-Wild-Schongebiete bedürfen absoluter Ruhe. Auf den Wanderkarten des Deutschen Alpenvereins sind diese Ruhegebiete eingezeichnet.

kb

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