FDP will ins Lechbrucker Rathaus

Der Ostallgäuer Liberale Marcus Prost will Bürgermeister von Lechbruck werden

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Marcus Prost

Lechbruck – Die FDP-Ostallgäu hat auf einer Mitgliederversammlung ihren Kreisvorsitzenden und ehemaligen Landtagskandidaten Marcus Prost für die Kandidatur für das Lechbrucker Bürgermeisteramt nominiert. Prost möchte Helmut Angl im Amt beerben, der bei der Wahl 2020 nicht mehr antreten wird.

Lechbruck ist, so Prost, eine sehr gut aufgestellte Gemeinde mit einer hervorragenden Infrastruktur und einer guten Haushaltslage. „Am grundsätzlichen Kurs der finanziellen Konsolidierung möchte ich nichts ändern. Finanzielle Abenteuer durch riskante Großprojekte sind mit mir nicht zu machen“, so Prost zitieren. Einige Lechbrucker mögen beispielsweise dem einstigen Hallenbad hinterhertrauern, aber bis heute spüre die Gemeinde die finanziellen Folgen der längst geschlossenen Einrichtung. Investoren seien immer willkommen, aber die Gemeinde dürfe nicht mehr ins eigene Risiko gehen.

Verbessern will Prost das Erscheinungsbild um die Lechhalle herum, die stärker in den Fokus gerückt werden sollte, und die Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit. Die Gemeine wäre nicht so lebendig, würden sich nicht so viele Bürger für das Eisstadion, die Feuerwehr, die Musikkapelle, das Flößermuseum und in vielen anderen Vereinen engagieren.

Aus liberaler Sicht

Bewerber Marcus Prost wurde 1973 in Rheinhausen am Niederrhein geboren. Nach dem Abitur ging er zum Studium der Geschichte und Politikwissenschaften nach Potsdam, wo er über die Liberalen Hochschulgruppen zur FDP kam. Prost war in der Berliner FDP in zahlreichen Parteigremien aktiv, gehörte fünf Jahre als Beigeordneter dem dortigen Landesvorstand an. Dort erlebte er nach eigenen Angaben Höhen und Tiefen der dortigen Landes- und Bezirkspolitik aus liberaler Sicht.

Nach seinem Magisterabschluss arbeitete Prost für die Preußische Schlösserverwaltung und war in diversen Schlossbereichsleitungen in Schlössern wie Babelsberg, Cecilienhof oder auch im Neuen Palais in Potsdam-Sanssouci tätig. Nebenher war er für die Verwaltung des Deutschen Bundestages im Einsatz. 2014 lockte eine neue Herausforderung in Bayern Prost zu einem Wechsel ins Allgäu: Prost wurde Leiter des Schlossführungsdienstes auf Neuschwanstein. Prost ist seitdem Chef der größten Abteilung der Schlossverwaltung Neuschwanstein und Vorgesetzter aller Schlossführer.

Ins Flößerdorf verliebt

Gemeinsam mit seiner Frau zog Prost bewusst nach Lechbruck. Beide haben sich bei der ersten Erkundungsreise spontan in das schöne Flößerdorf verliebt und schätzen auch den Abstand zum hektischen Touristen-Hotspot Hohenschwangau. Zu nah am Schloss wollten die Prosts nicht wohnen. Gerne wäre das Ehepaar weiter in Lechbruck geblieben, ein eigenes Heim war für sie und Prosts Mutter in Lechbruck jedoch nicht bezahlbar zu bekommen, so dass sie nun nach Biessenhofen gezogen sind.

Als Bürgermeister möchte Prost sich weiter für die Kommune engagieren. Als wichtigste Pluspunkte nennt er seine langjährige politische Erfahrung und seine Verwaltungs- und Führungserfahrung im öffentlichen Dienst. Dass er als Rheinländer in Bayern nicht gewählt würde, glaubt Marcus Prost nicht. „Lechbruck ist durch seine Flößergeschichte immer ein weltoffenes Dorf, die Flößer sind viel in der Welt herumgekommen, das hat die Mentalität der Menschen hier bis heute geprägt.“

Sinatra Fan

Viel Freizeit hat Prost durch seine Aufgaben als Kreisvorsitzender der Liberalen nicht. „Früher bin ich viel Motorrad gefahren und habe als Taucher Seen erkundigt; dafür hatte ich in den letzten Jahren viel zu wenig Zeit.“ Mindestens dreimal im Jahr gönnt sich der Kandidat dann doch eine Auszeit: Silvester und seinen Geburtstag im Juni verbringt Prost jedes Jahr bei Freunden und seiner alten Studentenverbindung in Berlin, einmal im Jahr trifft er sich mit Mitgliedern der Deutschen Sinatra Society (DSS). Den eingetragenen Verein hat Prost 2000 mit Gleichgesinnten mitgegründet, um das Werk und Leben des US-amerikanischen Sänger und Filmschauspielers Frank Sinatra zu würdigen, der zwei Jahre zuvor verstorben war. Die Treffen der DSS finden an wechselnden Orten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz statt. „Falls ich Bürgermeister von Lechbruck werden sollte, wird eines der nächsten Treffen hier am Lech stattfinden“, schmunzelt Prost.

Neben dem Liberalen Prost will Enno Bremermann der nächste Rathauschef der Flößergemeinde werden (der Kreisbote berichtete). Er tritt für die CSU im Ort an.

red

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