Am  19. Juni geht`s für die Musiker auf große Reise

Musikkapelle Lechbruck im Vatikan

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Brauer Tom Bonell (hinten Mitte) wird einen Tag lang tatkräftig von den Lechbruckern (von links) Stefan Kartmann, Markus Häringer, Markus Geiger, Georg Müller und Ralf Staub beim Brauen des für Rom bestimmten Biers unterstützt.

Lechbruck – Eine ganz besondere Ehre wird in der kommenden Woche der Musikkapelle Lechbruck zuteil: Mit vier anderen Kapellen und einem Chor gestalten sie die Fronleichnamsprozession in den Vatikanischen Gärten des Campo Santo Teutonico – der deutschsprachigen Enklave innerhalb des Vatikans.

Musikgruppen können sich hierfür bewerben und es dauert meist viele Jahre, bis man ausgewählt wird. Durch den Ausfall einer Gruppe rutschten die Lechbrucker im vergangenen Herbst jedoch kurzfristig für dieses Jahr in die musikalische Zusammensetzung der Festlichkeiten. Wiespfarrer Gottfried Fellner nahm 2015 bereits mit der Stadtkapelle Günzburg und dem Chor „Camerata vocale“ daran teil. 

Und auch heuer wird er mit dabei sein und die Lechbrucker unterstützen, denn mit den Musikern ist er gut befreundet, spielen sie doch gelegentlich zu den Festzeiten in der Wieskirche. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und sogar ein eigenes Bier für die gemeinsame Agapefeier nach der Prozession wurde schon gebraut. Nach einer Bierprobe Ende März wurde festgelegt, dass es angesichts der sommerlichen Temperaturen im Juni ein nicht so starkes Helles werden soll. Im Schwangauer „Schlossbrauhaus“ dachte sich Chef und Braumeister Andreas Helmer ein spezielles Rezept aus, welches von Brauer Tom Bonell an einem Samstag und unter Mithilfe von fünf Musikern im kupfernen Sudkessel hergestellt wurde. 

Besonderes Bier für Rom

Vorstand Markus Häringer und der ehemalige Dirigent Georg Müller packten mit ihren Kollegen fleißig mit an, als es darum ging, das Malz in die Schrotmühle zu befördern, die Maische mit dem Holzlöffel zu rühren, auf die genauen Temperaturen zu achten oder bei der Jodprobe zu schauen, ob die Stärke schon in Zucker umgewandelt worden ist. Gut acht Stunden waren sie bei allen Arbeitsschritten mit dabei und bekamen von Bonell auch erklärt, dass die Menge des Hopfens zum einen die Frische und Bitterkeit, zum anderen auch die Haltbarkeit beeinflusse. 

Die Stammwürze wiederum bestimme Alkoholgehalt und Versteuerung des Biers, wobei sich die Kochphasen und Temperaturpausen wiederum auf den Geschmack auswirkten. Bonell fasste es kurz und knapp zusammen: „Biertrinken ist einfach, Bierbrauen ist eine Wissenschaft für sich.“ Die Hauptgärung fand anschließend nach dem Zusatz von Hefe eine Woche lang in einem offenen Behälter statt, bevor die Nachgärung drei bis vier Wochen in einem geschlossenen Tank passierte. Die „Zwickelprobe“ war vielversprechend, Anfang Juni wird das Bier in Fässer und Flaschen abgefüllt, damit es mit nach Rom transportiert werden kann. 

Weitere Besonderheit wird das Etikett sein für welches sich Wiespfarrer Fellner einen humorigen, lateinischen Spruch ausgedacht hat. 

Am Mittwoch geht's los

Am kommenden Mittwoch, den 19. Juni, startet dann ein vollbesetzter Bus Richtung Italien, weswegen die Lechbrucker Musiker die Bevölkerung schon im Gemeindeblatt um Verständnis gebeten haben, dass sie heuer bei der Fronleichnamsprozession nicht musizieren können. 

Viele örtliche Firmen haben sich zudem bereit erklärt, die Fahrt finanziell zu unterstützen, was wiederum die Vorstandschaft dankbar entgegen nahm. Zur gemeinsame Agape wird neben Bier nämlich auch eine typische Brotzeit von jeder Kapelle beigesteuert, was im Fall der Ostallgäuer 30 Kilogramm Leberkäse, Käse und Brot bedeute. 

Nach der Ankunft wird es zunächst die Möglichkeit geben die kulturelle Seite Roms kennenzulernen. Koordination und Gesamtleitung der kirchenmusikalischen Seite wiederum unterliegen Karl Michael Waltl aus der Steiermark, der als Organisator der Fronleichnamsprozession die Abstimmung der Gruppen inne hat. Ablauf und Noten wurden bereits an Georg Müller verschickt, der als Ansprechpartner für Lechbruck fungiert. Pünktlichkeit, Kleiderordnung und allgemeine Hinweise für den Aufenthalt im Vatikan müssen von den Gästen beachtet werden. 

Auf die Mitgestaltung einer Messe im Petersdom am Freitag, sowie die mehrstündige Prozession mit Hl. Messe an der Lourdes Grotte in den Vatikanischen Gärten am Samstag freut sich die Blaskapelle schon sehr. Auch die Alphornbläser werden mit von der Partie sein. Am Sonntag wird mit wahrscheinlich einmaligen Erinnerungen wieder die Heimreise angetreten.

Kathrin Zillenbieler

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