Eindeutige Positionierung

Ostallgäuer Unternehmer sind für Hotel am Festspielhaus

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Alexander Beck vom Kreisfischereiverin (links) sowie Michael Käs und Anne Berkmüller vom BN Füssen tragen sich am Mittwoch in die Unterschriftenliste gegen das Hotel ein. Der Wirtschaftsbeirat Ostallgäu spricht sich jetzt für das Hotel aus.

Landkreis/Füssen – Der Wirtschaftsbeirat Ostallgäu spricht sich für den Bau des geplanten Fünf-Sterne-Hotels am Festspielhaus aus.

„Eine Vielzahl von Argumenten spricht aus Sicht des Wirtschaftsbeirats Ostallgäu für die Realisierung des Projekts“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gremiums, das nach eigenen Angaben das Ziel hat, den Wirtschaftsstandort Ostallgäu zu stärken. 

In die Debatte um das geplante Luxus-Ressort am Festspielhaus, gegen das die Gegner gerade ein Bürgerbegehren gestartet haben, hat sich jetzt auch der Wirtschaftsbeirat Ostallgäu eingeschaltet. Der Beirat ist ein ehrenamtliches Gremium, bestehend aus namhaften Unternehmern aus der Region Ostallgäu. Ziel der Gruppierung ist es, das Wirtschafts- und Investitionsklima im Landkreis zu sichern. 

In ihrer Pressemitteilung fordern die Mitglieder Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und den Füssener Stadtrat auf, das Projekt weiterhin „positiv zu begleiten“. Sollte das Hotel nicht verwirklicht werden und in Folge dessen das Festspielhaus – aus Sicht des Beirats ein „Juwel mit überregionaler Ausstrahlung“ – erneut scheitern, befürchten die Wirtschaftsvertreter „einen nicht gutzumachenden europaweiten Imageverlust für Füssen und unseren gesamten Landkreis zur Folge“, heißt es in der Pressemitteilung. „Eine Investitionsruine auf der Insel des Forggensees, an einem der schönsten Plätze Deutschlands, wäre aber nicht nur für das Image, sondern auch für das Landschaftsbild desaströs.“ 

Die Füssener Bürger müssten sich bewusst sein, dass das Festspielhaus ohne Hotel dauerhaft wirtschaftlich nicht bestehen könne und die dortigen Arbeitsplätze fahrlässig aufs Spiel gesetzt würden. Sollte das Musiktheater aber erneut scheitern, sei zu bezweifeln, dass sich wieder ein Investor finden lasse. 

Viele Chancen

Die Beirats-Mitglieder, darunter auch der Füssener Hotelier Martin Hanauer, verweisen weiter darauf, dass der Bau eines Luxus-Hotels schon immer ein Baustein des Gesamtkonzepts für das Festspielhaus gewesen sei. Tatsächlich hatte der Stadtrat bereits im Januar 2015 grundsätzlich für ein solches Projekt – damals noch unter dem früheren Eigentümer Günter Döbler – gestimmt. „Diese Pläne hat Herr Rietzler letztendlich wieder aufgegriffen und verfolgt diese nun konsequent und vor allem öffentlich transparent weiter.“ 

Darüber hinaus sieht der Wirtschaftsbeirat in dem Vorhaben große touristische Chancen. „Ein weiteres hochklassiges Hotel in der Region unterstützt die Profilierung des Ostallgäus und insbesondere der Stadt Füssen als Region für Qualitätstourismus.“ Es setze darüber hinaus ein Zeichen gegen den stark zunehmenden „Low Budget Tourismus“ und schließe mit der Kombination aus Veranstaltungshaus, Hotel und Tagungszentrum eine Angebotslücke. 

Nach Ansicht der Unternehmer werde sich das Hotel als „Qualitätstreiber für die gesamte Unterkunftsbranche und als Leuchtturm für die Hotellerie im Allgäu etablieren“. Der Bedarf für ein solches Hotel sei vorhanden: So sei laut Tourismusverband allein in Füssen 2018 eine Zunahme der Geschäftsreisenden um 15,2 Prozent zu verzeichnen (+ 29,1 Prozent bei den Übernachtungen) gewesen. Im gesamten Kreis seien es sogar 18,7 Prozent (+ 28,2 Prozent bei den Übernachtungen) gewesen. Da die entsprechende Klientel zahlungskräftig sei, werde auch der heimische Einzelhandel und die Gastronomie davon profitieren. „Ebenso bringen die neu geschaffenen Arbeitsplätze zusätzliche Kaufkraft in die Region.“ 

Der Kritik der Projekt-Gegner, dass durch den Bau und die Größe des Gebäude-Komplexes das Landschaftsbild zerstört werde, widersprechen die Ostallgäuer Unternehmer. „Das geplante Hotel wird sich in das Landschaftsbild einbetten“, schreiben sie. Bei der Planung sei ein besonderes Augenmerk auf Schutz und Erhalt des Standortes gelegt worden.

kb/mm

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