Soldaten laden Schwangauer in Kaserne ein

Über einen besonderen Schießstand verfügt die Bundeswehr. Hier kann man mit echten Waffen auf einen künstlichen Hintergrund schießen. Sogar für einen authentischen Rückstoß ist mittels Druckluft gesorgt. Das konnten die Schwangauer Bürger ausprobieren. Foto: Sommer

Füssen/Schwangau – Vor längerer Zeit schon übernahm die Gemeinde Schwangau die Patenschaft für die 1. Kompanie des in Füssen stationierten Gebirgsaufklärungsbataillons 230. Regelmäßig wird diese Patenschaft aufgefrischt, indem die Truppe zum Besuch einlädt. So nun auch vor kurzem.

Es sei der sichtbare Ausdruck der Verbundenheit zwischen der Region und der Bundeswehr, so ein Oberleutnant, wenn die Soldaten Besuch erhielten von ihren Paten. Nicht ein Stück Papier oder die Urkunde sondern das Zusammentreffen machten die Patenschaft der Kommune für die Kompanie aus, so der Soldat weiter. Zahlreiche Schwangauer hatten auch heuer wieder die Gelegenheit genutzt, um die Patenkompanie in der Füssener Allgäu-Kaserne zu besuchen. 

Und die Soldaten hatten ein schönes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt, um die Bürger ohne Uniform über ihre Arbeit zu informieren. So begann der kleine Tag der offenen Tür mit einem Vortrag über Afghanistan, wohin zum Halbjahr wieder ein Teil der Kompanie ausrücken wird, um die dort aktuell stationierten Kameraden abzulösen. Dabei bekamen die Schwangauer nicht nur Bilder aus einem fremden Land zu sehen, sondern exklusive Einblicke in die Krisenregion am Hindukusch. Die bedürfe nach der Ansicht vieler noch lange der Hilfe der Deutschen beim Aufbau der vor allem nichtmilitärischen Strukturen. Soldaten, die dorthin versetzt werden, zehrten von der Unterstützung, die sie aus der Heimat und im Besonderen von den Paten, erhielten, so der Oberleutnant weiter. 

Was der Einsatz persönlich bedeute, das konnten die Schwangauer, die gemeinsam mit ihrem Bürgermeister in die Kaserne „eingerückt“ waren, aus den Worten eines erfahrenen Hauptfeldwebels entnehmen. Dieser hat bereits mehr als drei Jahre Afghanistaneinsatz hinter sich und wird ebenfalls zum Halbjahr wieder dorthin gehen. Und diesmal nur einen Bürojob übernehmen, wie er selber meinte, wobei die Arbeit im Büro meist dann beginne, wenn die Aufklärer von ihrem Einsatz zurückkehren. 

Aktuell sei es im Einsatzgebiet der Deutschen, das auf rund 1350 bis 1400 Meter Seehöhe liegt, um die 26 Grad warm. Unter diesen Bedingungen, vor allem auch mit Schlamm und Sand, aber auch nicht eben freundlich gesonnenem Getier, müssen die Soldaten ihren beiden Aufgaben nachkommen. So steht ISR für Intelligence, Surveillance und Reconnaisance (in etwa nachrichtendienstliche Aufklärung, Über-wachung und Erkundung), der zweite Auftrag im Rahmen der PATF ist die Festigung der Partnerschaft mit der Nationalen Armee und ihre Unterweisung. 

Zu sehen wie die Soldaten im Feld arbeiten, dazu gab es im Anschluss Gelegenheit bei der Besichtigung der Fahrzeuge und eines computerisierten Schießstandes, ehe der Besuch gemütlich beim Grillen ausklang. gau

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