Preker folgt auf Seibert

Ralf Preker ist der neue Klosteroberer der Füssener Franziskaner

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Pater Ralf Preker aus Werl in Westfalen – hier im Garten der Füssener Franziskaner – ist der neue Klosteroberer in Füssen.

Füssen – Er stammt aus Werl in Westfalen, wo seit über 350 Jahren die Gottesmutter Maria als „Trösterin der Betrübten“ von jährlich rund 100. 000 Gläubigen verehrt wird: der neue Klosteroberer, Pater Ralf Preker.

In der Franziskanerkirche fiel den Besuchern das „neues Gesicht“ in den Reihen der Brüdergemeinschaft sofort auf: stattlich gewachsen und mit freundlicher Ausstrahlung feierte Pater Ralf Preker jetzt zusammen mit zahlreichen Gläubigen in der Franziskanerkirche das Fest des Heilige Franziskus.

Der 71-jährige Ordensbruder ist von der Provinzleitung der Franziskaner aus dem Kloster Werl in Westfalen nach Füssen versetzt worden. Sein Auftrag ist, die Aufgaben als Klosteroberer (Guardian) zu übernehmen. Er löste damit Pater Stefan Seibert ab, der in Füssen bleibt, aber hier nach insgesamt drei Jahren in der Verantwortung aus alters- und gesundheitlichen Gründen den Wirkungskreis einschränken darf. Somit wohnen im Füssener Kloster derzeit acht Brüder, „drei Brüder andernorts sind uns zugeordnet“, erklärte Pater Ralf Preker auf Nachfrage. Der Klosteroberer hatte, wie er jetzt kürzlich beim Besuch des Kreisbote im Kloster erzählt, schon etwas Zeit, sich in seiner neuen Heimat zu orientieren. 

Durch Pater Michael Hubbatsch lernte er die Fachklinik Enzensberg kennen. Zur frischen Kontakten kam es am „Tag der deutschen Einheit“ und am darauffolgenden Vormittag, als ein Empfang und eine liturgische Feier in der Klosterkirche zum Fest des Heiligen Franziskus stattfand. Die franziskanischen Ordensgemeinschaften feiern traditionell am Abend des 3. Oktober den „Transitus“. Transitus bedeutet Durchgang. Franziskus selbst hat „Bruder Tod“ als „Durchgang“ auf dem Weg zu Gott begrüßt.

Neue Motivation

Solches Wissen hatte der heutige Pater bereits als kleiner Bub gesammelt. Denn er wuchs in Klosternähe in Westfalen als jüngster von drei Söhnen einer Wirtsfamilie am Wallfahrtsort Werl auf. Die Eltern boten im Kolpinghaus in Werl die Basis für ein christliches Gemeinschaftsleben. Begegnungen mit den Klosterbrüdern am Ort ließen den Wunsch wachsen, den Pater Ralf Preker heute so formuliert: „Ich wollte in einer Gemeinschaft Priester sein.“ 

Erste Schritte nach dem Theologiestudium in Münster mit Besuch von Vorlesungen an der staatlichen Universität in die angestrebte Richtung wurden unterbrochen durch eine Auszeit, bei der er als Praktikant am Niederrhein die Arbeit „unter Tage“ kennen lernte. „Danach setzte ich meinen Weg neu motiviert fort“. Wie er weiter berichtet, bekannte er sich 1973 zum Leben in der Ordensgemeinschaft: er legte die „ewige Profess“ ab. „Ich war neben meinen unterschiedlichen Tätigkeiten in der Seelsorge lange Zeit auch mit der Ausbildung unseres Ordensnachwuchses befasst.“ 

Im Rückblick auf sein bisheriges Leben als Ordensbruder – „Franziskaner sind mobil“ – sagt er: „Ich habe in vielen Töpfen gerührt.“ Dabei konnte der Pater auch bereits kurz Füssen kennenlernen: 1995 war er als Generalvisitator hier. Neuer Aufbruch Dass er als neuer Klosteroberer in Füssen seine mittlerweile immerhin 13. Stelle antrat, ist persönlich ein neuer Aufbruch nach der bitteren Erfahrung der Auflösung des heimischen Klosters Werl. Fünf Brüder waren dort zuletzt noch verlieben, wo er vor zwölf Jahren als Klosteroberer auch Wallfahrtsleiter war. In Füssen und dem südlichen Ostallgäu angekommen, freue er sich – auch mit Blick auf die wesentlich höhere Berge – auf die „Begegnungen mit vielen Menschen aus dieser wunderbaren Region“, in der er als rüstiger Wanderer seine Eindrücke sammeln möchte.

Chris Friedrich

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