Jahrestag der Ehe von Margareta von Schwangau und Oswald von Wolkenstein

Eine Liebe im Schatten der Berge

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Magnus Peresson referiert über die Liebesgeschichte von Margareta von Schwangau und Oswald von Wolkenstein. Zu seinem Vortrag hatte Peresson die Reproduktion eines Mosaiks, die Margareta von Schwangau zeigt, mitgebracht.

Schwangau – Es ist eine uralte Liebesgeschichte, die von Margareta von Schwangau und Oswald von Wolkenstein. Vor 600 Jahren wurde die Schwangauerin mit dem Südtiroler Minnesänger vermählt. Zum Jahrestag ließ Magnus Peresson die Geschichte dieser Ehe Revue passieren.

Zum Jahrestag ließ Magnus Peresson die Geschichte dieser Ehe in der Christkönigskapelle wiederaufleben. Der Schwangauer Pfarrer Markus Dörre hatte seinen Gottesdienst zu Ehren der Vermählung ganz in den Kontext dieser Liebesgeschichte gestellt. Eine Liebesgeschichte, die man aus den Aufzeichnungen, vor allem Liedern des Minnesängers, herauslesen kann. Eine Liebesgeschichte, die ein klein wenig im Schatten der Berge gestanden haben muss, wie Magnus Peresson gleich bei seinen einleitenden Worten anmerkte. So wuchsen die Protagonisten im Schatten der Berge auf: Margareta unterhalb des Säulings auf der Burg Hinterhohenschwangau und Oswald unweit der Dolomiten. Und schließlich zog das frisch vermählte Paar auf die Burg Hohenstein bei Seis, im Schatten des Schlern. 

Einige Dutzend Interessierte hatten sich in der ehemaligen Orangerie des Schlosses Hohenschwangau eingefunden, um Peressons Vortrag zu lauschen. Musikalisch umrahmte diesen die Pfrontener Familienmusik Keller. 

Beachtenswert ist dabei allein schon die Stellung der Herren von Schwangau, die vor über 600 Jahren aus dem Inntal nach Schwangau gekommen waren. Hier bewohnten sie ihre Burgen, die nachweislich aus gewaltigen Burgtürmen bestanden, wie sie zu jener Zeit nur die edelsten und bedeutendsten Familien hatten: Vorder- und Hinterhohenschwangau (heute Schloss Neuschwanstein), Frauenstein und die Burg Schwanstein, das heutige Hohenschwangau. 

Nur dem Kaiser unterstellt 

Die Familie Margaretas „arbeitete“ sich hoch, bis sie als Reichsritter nur noch dem Deutschen Kaiser unterstanden. Interessanter, weil umfangreicher dokumentiert, ist die Geschichte Oswald von Wolkensteins. Dafür hatte der Protagonist als Dichter und Minnesänger selbst gesorgt. 

Was Dieter Kühn auf über 700 Seiten in dem Buch „Ich, Wolkenstein” ausführlich dokumentierte, konnte Magnus Peresson nur anreißen: Die vielen Sprachen, die Oswald von Wolkenstein sprach, seine zahlreichen Auftraggeber und Herren, die Reisen, die Geschichten und teils wahre bzw. geschickt genutzte Ereignisse. 

Reiche Mitgift 

Nachdem Oswald von Wolkenstein beim Konstanzer Konzil war, reiste er nach Schwangau, wo er Margareta traf. Wie er von der jungen Maid erfahren hat, weiß scheinbar auch Peresson nicht. Die Vorgeschichte erfährt der Zuhörer nicht. Nur so viel: 1414 traf er Margareta, 1417 heirateten sie in der Kirche von Waltenhofen, wohl auch im Beisein von Margaretas Lehrern und einem Abt des Klosters St. Mang aus Füssen.

 Ausführlich ist Margaretas Mitgift bekannt, neben finanziellen Anreizen versüßten auch Fischereirechte die Vermählung. Ob Wolkenstein wirklich ein wahrer Meister in Liebesdingen war, wie Peresson meinte, wird wohl Margaretas Geheimnis bleiben. Festhalten kann man aber, dass die 15 Jahre jüngere Margareta ihrem Ehemann sieben Kinder schenkte. Und aus Erzählungen bzw. einem Gedicht des Minnesängers bekommt man einen Eindruck, wie sehr sich die beiden zugetan waren, vor allem, wenn er von einer seiner zahlreichen Reisen zurückkehrte. Es sind Beschreibungen, die den Vergleich mit der „Liebesliteratur“ von heute nicht zu scheuen brauchen. 

Die Frau steht ihren Mann 

Dass Wolkenstein sein Weib zu schätzen wusste, kann man aus der Korrespondenz schließen, die die beiden führten. In dieser wird deutlich, dass Margareta sehr wohl ihren Mann zu stehen wusste, wenn ihr Mann nicht anwesend war: sie leitete die Bauern und Untergebenen an, kaufte und verkaufte Vieh und Ernteerträge und wusste auch aufsässige Bauern zu führen. Bis zu jenem Augusttag 1445, an dem Wolkenstein verstarb. 

Margareta überlebte ihren Gemahl um 15 Jahre. Sie lebte bis zu ihrem Tod in Brixen oder Neustift in Stadthäusern und führte das Erbe ihres Gatten fort. Noch heute kann man das Stadthaus der Margareta von Schwangau in Brixen bewundern. Auch die Grundmauern des ersten festen Hauses, in dem die Herren von Schwangau lebten, sind noch zu sehen: es ist die Kirche im Ortskern von Schwangau. 

Es ist eine Facette der Geschichte Schwangaus, ihrer Schlösser und ihrer Familien. Eine Facette der Geschichte, die den Ort um einiges bereichert, denn es werden auch Pfade abseits des Märchenkönig-Images beschritten. Und wohl auch eine, die man durchaus weiter ausbauen könnte. Ein Anfang ist zumindest gemacht.

Oliver Sommer

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