Fronleichnams-Prozession: Die meisten Gastronomen stellen Tische und Bänke erst danach auf

Appell fällt auf fruchtbaren Boden

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Viele Tische und Stühle wurden heuer erst nach der Fronleichnams-Prozession in der Reichenstraße aufgestellt. Trotzdem war Stadtrat Magnus Peresson nicht ganz damit zufrieden.

Füssen - Besser, aber noch nicht 100-prozentig zufriedenstellend – so lautete das Fazit von Stadtrat Magnus Peresson zur Fronleichnams-Prozession durch Füssen.

Im Vorfeld hatte der Stadtrat kritisiert, dass die Gastronomen im Vorjahr bereits während der Prozession Bier ausgeschenkt hatten. Diese Veranstaltung sei eine „prächtige Angelegenheit”, die geschützt werden müsse, hatte er deshalb gefordert (der Kreisbote berichtete). Dieser Appell kam an. Zumindest bei den meisten Gastronomen. Prozessionen – im Frühjahr am Palmsonntag und im Herbst zum Erntedank – gehören zum Kirchenjahr der Katholiken. 

Ein besonders großes Fest, an dem die Gläubigen ihre Fürbitten betend durch die Stadt ziehen, ist traditionell Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Hier ergab sich in den vergangenen Jahren in der Fußgängerzone ein Bild, das für viele seltsam anmutet. Die Prozession mit der Monstranz zog an Caféhausbesuchern vorbei, die sich auch schon mal ein Bierchen am Vormittag gönnten und den Teilnehmern zuprosteten. Zudem waren Häuser nicht, wie es Tradition ist, festlich geschmückt. Dass es auch anders und kultivierter geht, zeigte sich heuer am Feiertag Fronleichnam. 

Auf fruchtbaren Boden gefallen sind die Appelle an Hausbesitzer und Wirte im Vorfeld des christlichen Festes. Der Füssener Stadtrat Magnus Peresson und Bürgermeister Paul Iacob hatten mit Blick auf die traditionelle Prozession durch die Altstadt gebeten, die Gebäude zu schmücken und den Gastronomiebetrieb so lange ruhen zu lassen, bis sich der lange Zug der Gläubigen von seiner letzten Außenstation am Magnusbrunnen hinauf zur Basilika St. Mang bewegt, wo er nach der Heiligen Messe begonnen hatte. 

"Absolut zufrieden"

 Am Feiertagsmorgen präsentierte sich die Füssener Fußgängerzone im frischen Birkengrün und an den Wegaltären auch farbenfroh geschmückt. Tische und Stühle waren nicht aufgestellt worden: sie blieben für die Dauer der Prozession gestapelt. „Absolut zufrieden“, mit dem, „was ich in der Innenstadt sehe“, war Rathauschef Iacob auf Nachfrage des Kreisbote. Der Bürgermeister hatte an der Prozession teilgenommen. 

Nicht 100-prozentig zufrieden war dagegen Stadtrat Peresson, aber auch er bestätigte den Erfolg durch den vorausgegangenen Appell. „Mich persönlich stört es, dass ein Café mit dem Öffnen nicht die halbe Stunde gewartet hat, bis die Prozession vorbei gezogen war“, erklärte Peresson gegenüber dem Kreisbote.

 Er hatte in der Nähe des Stadtbrunnens Tische und Stühle entdeckt, die zur Bewirtung aufgestellt waren. Folglich gab es auch draußen sitzende Gäste, die die Prozession mit unterschiedlichen Reaktionen beobachteten und aufnahmen. Das Ziel, ein würdiges Glaubensfest außerhalb der Kirchenmauern auf die Beine zu stellen, wurde aber erreicht.

 „Erstmals seit zehn Jahren konnten wir in Füssen jetzt erleben, dass es mit unserer Prozession an Fronleichnam sehr gut gelaufen ist“, unterstrich Stadtpfarrer Frank Deuring seine Freude über die Demonstration von Gemeinsamkeit. Erst als sich die Gläubigen auf dem Heimweg machten, stellten die Gastronomen bei anhaltendem Sonnenschein die allermeisten Cafétische und -stühle in der Innenstadt auf.

Chris Friedrich

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