Nur noch SB-Filialen in Füssen-West, Weißensee, Roßhaupten und Buching

Sparkasse rüstet ab

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In der Sparkassen-Filiale in Füssen-West soll es künftig nur noch einen SB-Automaten geben. Ebenso in Weißensee.

Landkreis/Kempten – Die Bankenlandschaft im Ost- und Oberallgäu steht vor tiefen Einschnitten: Die Sparkasse Allgäu wird in beiden Landkreisen in insgesamt 14 Filialen das Personal komplett abziehen und dort künftig nur noch mit SB-Automaten vertreten sein.

Davon betroffen sind auch die Filialen in Füssen-West, Weißensee, Roßhaupten und Buching. Mit den Schließungen reagiert die Bank laut Vorstandsvorsitzenden Manfred Hegedüs sowohl auf das veränderte Kundenverhalten und die Distanz zur nächsten Filiale als auch auf die anhaltend niedrigen Zinsen.

Was viele andere Banken schon länger und zum Teil sehr umfassend vollzogen haben, steht nun auch bei der Sparkasse Allgäu an: Die Filialstruktur wird an das veränderte Kundenverhalten angepasst. In zweiter Linie spielt auch die anhaltende Niedrigzinspolitik eine Rolle und der daraus resultierende „Druck auf die Erträge“, die sich bis 2020 laut Prognose von Manfred Hegedüs „um die Hälfte reduzieren werden“.

Das allerdings sieht der Sparkassen-Chef auf Nachfrage des Kreisboten lediglich als „Katalysator“ für den eigentlichen Handlungsgrund: dass auch im Privatkundenbereich bereits „knapp über 50 Prozent“ der Kunden nicht nur „online freigeschaltet sind“, sondern im Netz auch Anfragen und vieles mehr abwickeln.

In der Filiale werden laut Hegedüs zwar die Automaten genutzt, zur Beratung am Schalter erscheinen Privatkunden aber nur „noch maximal zwei Mal pro Jahr“. Dagegen seien Nutzer einer Smartphone-App im Schnitt 133 Mal im Jahr und damit „alle drei Tage“ auf virtuellem Besuch in der Sparkasse. Beispielsweise, um Konten abzufragen oder Überweisungen vorzunehmen.

Allerdings, betont Hegedüs, sollen nicht nur 14 Filialen allgäuweit (siehe Infokasten) abgebaut bzw. in SB-Stellen umgewandelt werden, sondern entsprechend der steigenden Kundennachfrage parallel in die Digitalisierung investiert werden. Konkret heißt das unter anderem: Ausbau der eigenen Telefonberatung, wie sie bereits seit einigen Jahren in Füssen und Sonthofen praktiziert werde.

Der Vorstandsvorsitzende erklärt, dass es hier nicht um Call-Center gehe, sondern um Beratungen durch Sparkassen-Mitarbeiter. Diese würden dort „alle Serviceangelegenheiten“ regeln können – außer Abheben von Bargeld.

Als zweite Säule betrachtet Hegedüs das so genannte „Electronic Banking Team“. Dieses wird für alles zuständig sein, „was unbar“ läuft, also zum Beispiel Kartenzahlungen. Als Pilotprojekt soll in diesem Bereich 2016 das „plus Giro-Go“-Verfahren starten, das für das Bezahlen kleinerer Beträge mehr Komfort bringen soll. Dabei werde ein vereinbarter Betrag auf eine Karte geladen – zum Beispiel 50 Euro – und beim Bezahlen nur noch abgescannt.

Wird die vereinbarte Untergrenze – beispielsweise 20 Euro – dabei erreicht oder unterschritten, wird automatisch gleich wieder komplett aufgeladen. Die dritte Säule seien neue Stellen im Online-Banking. In diesem Bereich will die Sparkasse künftig aktiver auf Kunden zugehen, „wenn wir denken, dass es Bedarf gibt“.

Verbesserungen sind auch beim Internetauftritt des Kreditinstituts geplant, der im kommenden Jahr ein interaktives Agieren der Kunden ermöglichen soll. In der Praxis heißt das, dass der Kunde seinen Sparvertrag, Antrag für eine Kreditkarte oder für ein Anschaffungsdarlehen künftig selbst im Netz ausfüllt und eine Maschine über die Genehmigung entscheidet. Einsparungen soll es ferner unter anderem durch „Straffen der Führungsstruktur“ geben.

ct/mm

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