Im Füssener Rathaus wird es zu Veränderungen kommen

Neuer Füssener Hauptamtsleiter: "Freue mich auf Herausforderung"

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Peter Hartl an seinem neuen Arbeitsplatz im Füssener Rathaus. Unter dem neuen Hauptamtsleiter ist mit Veränderungen in der Stadtverwaltung zu rechnen.

Füssen – Das Büro ist bezogen, die Akten stapeln sich schon auf dem Schreibtisch und die ersten Gespräche sind geführt: Seit Anfang Januar hat die Stadt Füssen einen neuen Hauptamtsleiter. Peter Hartl leitet ab sofort die Geschicke der Füssener Stadtverwaltung.

Wie seine ersten Arbeitstage in der Lechstadt verlaufen sind und was er künftig anders machen will, erläuterte er in einem Pressegespräch am Mittwochnachmittag. 

Mit dem 52-jährigen, gebürtigen Oberpfälzer zieht ein erfahrener Mann ins Füssener Rathaus ein. Seit 2013 war Hartl Geschäftsleiter in seiner Heimatstadt Neunburg vorm Wald. In der Stadt, die 8500 Einwohner zählt, begann auch seine Karriere. Ab 1989 leitete er dort das Hauptamt, bevor er 1993 Kämmerer in der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg am Wald wurde. Dort übernahm er schließlich 1999 die Leitung der Geschäftsstelle. Danach war Hartl von 2006 bis 2012 Geschäftsleiter beim Markt Wernberg-Köblitz. 

Vor zwei Jahren fasste er schließlich den Entschluss an den Alpenrand zu ziehen. „Ich bin privat gerne in der Natur“, so der 52-Jährige, egal ob bei Berg- und Skitouren oder beim Rad- und Skifahren. „Da bietet sich Füssen an. Die Gegend hier ist am schönsten.“ Nicht ohne Grund habe er in den vergangenen drei Jahren seinen Kurzurlaub in Hopferau und Umgebung verbracht. Als er dann die Stellenausschreibung für den Posten des Hauptamtsleiters in Füssen entdeckt hatte, habe er sich sofort beworben – allerdings ohne große Hoffnungen, die Stelle tatsächlich zu bekommen. Denn schließlich wolle jeder ins schöne Füssen, schmunzelte Hartl. 

Doch das Bewerbungsgespräch verlief offenbar gut. Von Anfang an sei gleich eine gewisse Sympathie da gewesen, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Diese hat sich in den vergangenen Tagen bestätigt.“ Zwischen den beiden herrsche ein gegenseitiges Verständnis und Verstehen. Und mit Hartls großem Erfahrungsschatz sei die Füssener Stadtverwaltung gut für die Zukunft gerüstet. 

Was ihn in Füssen erwartet, seien schließlich „keine fremden Aufgaben“ für Hartl. Das gleiche habe er auch in Neuburg gemacht, so der neue Hauptamtsleiter. In der Kleinstadt mit 1000-jähriger Geschichte sei er für den Städtebau und die personelle sowie betriebliche Organisation verantwortlich gewesen. Darüber hinaus habe er sich mit Stadtmarketing und der Bauleitplanung beschäftigt. In Füssen seien nur die Dimensionen größer, fügte Hartl hinzu. „Ich freue mich auf die Herausforderung.“ 

Dass die Stadt Schwierigkeiten hat wie beispielsweise die Swap-Geschäfte oder auch der Stadtrat seine ganz eigene Debattenkultur pflege, sei ihm bekannt. „Ich habe gewusst, dass es gewisse Probleme gibt – aber das motiviert auch.“ 

Hebel ansetzen

In einigen Sitzungen des Stadtrats saß er bereits als Zuschauer. Seine Erkenntnis: „Für mich beschäftigen wir uns mit zu vielen Kleinigkeiten.“ So seien beispielsweise Vergaben bis 15.000 Euro eigentlich Sache des Bürgermeisters und müsste nicht im Kommunalparlament diskutiert werden. Hier wolle er künftig ansetzen und Gespräche mit den Ratsmitgliedern suchen. Denn: „Da muss der Stadtrat mitmachen!“, betonte er. „Da gehört Vertrauen und Transparenz dazu.“ 

Gleichzeitig müsse man aber auch die Situation der Stadträte berücksichtigen. Er selbst saß sechs Jahre im Gemeinderat und wisse daher, wie es auf der anderen Seite zugehe. 

Auf dem Prüfstand

Auch bei der Organisation der Stadtverwaltung sieht Hartl durchaus Verbesserungspotential. „Das Organigramm bleibt so im Detail sicherlich nicht“, erklärte er. Manche Entscheidungswege seien einfach zu lang. Dabei wolle er aber nichts überstürzen, alle Mitarbeiter mitnehmen und auch einen möglichst breiten Konsens mit dem Personalrat erzielen. Deshalb führe er derzeit Einzelgespräche, um herauszufinden, wo die Erwartungen und Probleme liegen. Sein Eindruck bisher: „Es tun schon ein paar Veränderungen Not.“

Das bestätigte auch Bürgermeister Iacob. „Wir machen uns über die Ämterzusammensetzung Gedanken“, sagte er. Dass bei der täglichen Arbeit nicht immer alles harmonisch ablaufen wird, sei ihm aber klar, so der neue Hauptamtsleiter weiter. „Der Bürgermeister und der Hauptamtsleiter werden sicher nicht immer einer Meinung sein. Wichtig ist, sich rechtzeitig auszutauschen und seine Argumente aufzuzeigen“, so Hartl. „Ich kann versprechen: Wir werden nicht gegeneinander arbeiten“, fügte der Rathauschef hinzu. 

Iacob zeigte sich überhaupt erleichtert darüber, dass der Posten des Hauptamtsleiters nach dem Abgang von Andreas Rist nun wieder besetzt ist. Er selbst und der kommissarische Hauptamtsleiter Markus Gmeiner hatten sich die Aufgaben in den vergangenen Monaten zwar geteilt. Aber: „Man kann die Tätigkeit einer so wichtigen Funktion nicht auffangen.“ Und auch die rund 250 Mitarbeiter des Rathauses seien nun froh, wieder einen klaren Ansprechpartner zu haben. „Es war eine gewisse Unruhe spürbar“, blickte er zurück.

„In den vergangenen zehn Jahren haben wir sehr viel erreicht“, meinte Iacob rückblickend. „Die Stadt ist am Wachsen. Sie befindet sich auf einem sehr guten, aber nicht einfachen Weg. Die Herausforderungen, die kommen, sind riesig!“ Weshalb auch die Aufgaben des Hauptamtsleiters nicht immer ganz einfach seien. „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit“, sagte Bürgermeister Iacob.

kk/mm

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