Die Faszination Krippenbau lässt Peter Schönthaler seit 36 Jahren nicht los

Peter Schönthaler vor einer seiner Krippen. Bei dieser ließ er sich von den Erinnerungen an den Jakobsweg inspirieren. Foto: Knoll

Nesselwang – Die Leidenschaft zum Krippenbauen ist Peter Schönthaler schon in die Wiege gelegt worden. Denn auch sein Vater war ein „Krippeler“, dem er als Kind über die Schulter geschaut hatte. Rund 100 Krippen stellt Peter Schönthaler bis Sonntag, 6. Januar, in Nesselwang aus.

Nachdem er jahrelang vollkommen mit seinem Beruf und der Familie ausgelastet war, hat ihn mit 30 wieder das Krippenbau-Fieber gepackt, erklärt er. Mittlerweile hat er vier entsprechende Kurse absolviert und ist jetzt Krippenbaumeister. Die Inspiration für seine Werke holt er sich von Krippenfiguren, die er und seine Frau im In- und Ausland kaufen. Wenn er die „Verbindung“ hat, versucht Schönthaler seine Ideen für die Krippen zu verwirklichen. Da sei „schon ein bisschen Sucht dabei“, gibt Schönthaler schmunzelnd zu. Die Schauplätze siedelt er je nach Figuren an den entsprechenden Orten an. So kampieren Josef und Maria auf einem freien Feld unter dem Ätna, finden Zuflucht in einer Höhle nahe Jerusalem oder quartieren sich in eine tief verschneite Berghütte ein. Auch auf einer spanischen Hacienda kommen sie unter oder suchen Schutz in einer Höhle aus Baumwurzeln. Beim „Werkeln“ achtet der Nesselwanger nicht so sehr auf skizzierte Entwürfe, sondern mehr auf sein Bauchgefühl. 

 Materialien aus der Natur 

Allerdings dürfe man sich nicht der Zeit bewusst werden, die man in dieses Hobby investiert. Denn man baue hier an so vielen Kleinigkeiten herum, „die man gar nicht sieht“, erzählt der 66-Jährige. Für die Materialien müsse er „nur in die Schreinerei gehen und die Reste holen“. Aber auch die Natur bietet so einige nützliche Dinge. So bearbeitet er zum Beispiel die Pflanze „fette Henne“ und funktioniert sie zum Baum um, die sogenannten Hochblätter einer Ananas dienen als Strauch und der Krippenboden wird mit gemahlenem Moos ausgelegt. Vollständig aus Baumrinde besteht beispielsweise die Krippe, in der Schönthaler die Flucht aus Ägypten thematisiert. Aber auch die Herbergssuche von Maria und Josef spielt immer wieder eine Rolle. Besonders wichtig sei die Symbolik, meint Elisabeth Schönthaler, die im Lauf der Jahre ebenfalls der Leidenschaft für Krippen erlegen ist. Die Geburt Jesu stellt dabei den Aufbruch in eine neue Zeit dar, dem Schönthaler mit einem alten verfallenen Friedhof oder einem kaputten Dach die alte Zeit gegenüberstellt. Der Wolf als wildes Tier, der sich in einer Krippe Jesus nähert, symbolisiert hier das Böse. Die Idee seine Krippen auch auszustellen ist Peter Schönthaler 2005 gekommen. Damals brauchte er einen Geschäftsraum nicht mehr und „bevor das ein Abstellraum wird, machen wir eine Ausstellung“, entschied er. Da durch die Sammelleidenschaft des Ehepaars auch Krippen aus vielen verschiedenen Ländern zusammengekommen sind, bekommt der Besucher rund 100 unterschiedliche Exemplare  in der Kemptener Straße 6 in Nesselwang zu sehen. kk

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