Vortrag über Artenvielfalt am Lech

Ein "Schatz für die Zukunft"

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Viel Applaus nach einer Sympathiebekundung für den Lech: Im vollbesetzten Colloquium hält Dr. Eberhard Pfeuffer eine Art Plädoyer für den Fluss, an dem auch Füssen liegt.

Füssen – Mit einer eindrucksvollen Sympathiebekundung ist jetzt die Ausstellung „So ein Lech!“ zu Ende gegangen. Zum Vortrag „Der Lech – ein Zentrum der biologischen Vielfalt in Bayern“ von Dr. Eberhard Pfeuffer fanden sich etwa 80 Besucher im Colloquium des ehemaligen Klosters St. Mang ein

Während Pfeuffer dabei ein zeitweise schwärmerisches Zeugnis seiner Zuneigung zum Lech ablegte, bezeichnete der Direktor des Füssener Stadtmuseums, Dr. Anton Englert, den Fluss schlicht und einfach als „ein Naturdenkmal“. Englert hatte Pfeuffer damit auch eine Art Steilvorlage geliefert, dieser „Schatzkammer sondergleichen“ in den anschließenden fast eineinhalb Stunden seine Reverenz zu erweisen beziehungsweise ganz kräftig die Werbetrommel für den Erhalt des Flusses zu rühren. 

Dabei machte Pfeuffer dem Auditorium aber keine Illusionen darüber, dass der Lech eines Tages wieder in seiner früheren Form existieren werde. Artenreichster Fluss Einst war er von allen alpinen Wildflüssen Bayerns „der Reißendste“, so Pfeuffer. Bei seiner mit vielen Lichtbildern untermalten, virtuellen „Wanderung von der Quelle bis zur Mündung“, zu der Pfeuffer das Publikum einlud, machte er dennoch sehr eindrücklich deutlich, dass der 263 Kilometer lange Strom „noch immer als der artenreichste und ökologisch wichtigste Alpenfluss Bayerns“ gelte. 

Seines Zeichens Mitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins Schwaben, unterteilte Pfeuffer den Lech in drei verschiedene Abschnitte, „den oberen oder alpinen Lech, den mittleren oder Moränenlech sowie den unteren oder Schotterlech“. Dabei präsentierte er den Zuhörern die typischen Landschaften des Flusses mit ihrer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt. An alte Zeiten erinnern Anhand von alten Fotos, mit denen er immer wieder auch an den „alten Lech“ vor dessen Verbauung erinnerte, führte der Referent dem Publikum zudem „den Verlust an Landschaft und biologischer Vielfalt“ vor Augen und Ohren. 

Trotzdem gebe es am Lech heute nach wie vor „Kostbarkeiten sondergleichen“, von denen manche allerdings „hochgradig gefährdet“ seien, so der Referent. Den Zuhörern rief er daher schließlich zu: „Wir müssen diesen Schatz für die Zukunft erhalten.“

Alexander Berndt

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