Pfosten vor die Reichenstraße?

Doch eher unscheinbar ist das Fußgängerzonenschild am Beginn der Reichenstraße und es hält offenbar nicht genügend Autofahrer davon ab, verbotenerweise in sie abzubiegen. Deshalb will Bürgermeister Paul Iacob hier nun eine handfestere Abgrenzung installieren. Foto: Schuster

Erst kürzlich hat der Stadtrat beschlossen, die Fußgängerzone auch im kommenden Sommer auf die Ritterstraße auszudehnen, nun hat sich der Bauausschuss mit dem anderen Ende der Einkaufsmeile befasst. Da nach Ansicht von Bürgermeister Paul Iacob (SPD) Autofahrer zu oft während der Verbotszeiten in die Reichenstraße fahren, will er sie nun notfalls regelrecht aussperren. Der Plan, der am Dienstag dem Bauausschuss vorgelegt wurde, war aber lediglich eine lose Idee.

Iacob geht es, wie er erklärte, um die eigene rechtliche Absicherung, sollte es in der Fußgängerzone zu einem Auto- unfall kommen. Zwar gibt es an den Zufahrten Schilder, die deutlich aufzeigen, dass zwischen 10 und 18 Uhr Autos draußen bleiben müssen und auch außerhalb dieser Zeit nur Lieferverkehr erlaubt ist, das schert aber wohl nicht viele. Und wenn er wisse, dass die Schilder die Fahrer nicht fernhalten und er nichts dagegen unternehme, müsse er haften wenn ein Unfall passiert, argumentierte der Rathauschef. Sein Lösungsvorschlag: Ein oder mehrere Pfosten an der Abzweigung in die Reichenstraße beim Kaiser-Maximilian-Platz könnten Fahrzeugen die Einfahrt verwehren. Die könne man tagsüber auch mit einer Kette verbinden. Doch wer lässt etwa Handwerker durch, die eine Ausnahmegenehmigung haben oder Taxifahrer, die Senioren zum Arzt abholen? Auch für Rettungsdienste dürfte es schwierig werden, meinte Stadtrat und Notarzt Dr. Martin Metzger (BFF). Doch zumindest mit Säulen, die herausnehmbar seien, habe Feuerwehrkommandant Heinz Weller kein Problem, berichtete Manfred Schweinberg von der Stadtverwaltung. Fraglich erschien 2. Bürgermeisterin Ursula Lax (CSU) zudem, warum Iacob eine Absperrung nur für dieses Ende der Reichenstraße vorschlug, denn ein Unfallverursacher könne ja von jeder Seite her hereinfahren. Vom Argument, dass der Bürgermeister trotz eines deutlichen Verbotsschilds haften könnte, zeigte sich zudem Metzger alles andere als überzeugt. Schließlich hafte ja auch der Bund nicht für Unfälle mit Geisterfahrern, obwohl die staatlichen Behörden wissen, dass immer wieder Autofahrer verkehrt herum auf die Autobahn auffahren. Dass sich zu viele Autofahrer über das Verbot hinwegsetzen, blieb allerdings unwidersprochen. Die Autofahrer seien „nur auf ihren Vorteil bedacht“, bestätigte Thomas Meiler von der Polizeiinspektion Füssen, der selbst hin und wieder den Verkehr dort überwacht und oft 15 Euro von Autofahrern kassiert. „Die zahlt der Chef“, sei ein häufiges Argument der Verkehrssünder, gab er an. Der Bau- und Verkehrsausschuss beschloss, dass die Verwaltung eine Lösung erarbeiten und dabei auch die Ladenbesitzer in der Altstadt miteinbeziehen soll.

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