Hoffnungsträger in der Krise

Bischof Bertram weiht Manfred Selg aus Pfronten zum Diakon

Bischof Dr. Bertram Meier weiht Manfred Selg aus Pfronten zum Diakon.
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Bischof Dr. Bertram Meier weiht Manfred Selg aus Pfronten zum Diakon.

Augsburg/Pfronten – Bischof Dr. Bertram Meier hat am zweiten Weihnachtstag Manfred Selg aus Pfronten und Filip Bäder aus Türkheim im Hohen Dom zu Augsburg zu Diakonen geweiht. Der Bischof ermutigte die beiden, „in einer Zeit, in der so viele Bedenkenträger Konjunktur haben“, Hoffnungsträger zu sein. 

Beide Kandidaten werden künftig hauptberuflich als Diakone und zivilberuflich in der Pfarrpastoral tätig sein. Manfred Selg aus der Pfarrei St. Nikolaus in Pfronten ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet der 49-Jährige in der außerschulischen Förderung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben sowie allgemeinen Lernproblemen. Inzwischen ist er in der Pädagogischen Leitung an einem Gymnasium mit inklusivem Ansatz tätig.

Aus Freitzeitidee wird Berufswunsch

Sein Glaube habe ihn bereits sein ganzes Leben begleitet und zu verschiedenen aktiven Diensten in der Gemeinde geführt, wie er erklärt. Aus einer Freizeitidee, im Fernkurs Theologie zu studieren, entwickelte sich bei ihm die Entscheidung zum Ständigen Diakonat. Der Dienst an den Menschen und das „Dasein“ für sie habe ihn schon sein gesamtes Berufsleben begleitet.

„Der Diakon ist der Brückenbauer, der zu den Menschen geht und der diese idealerweise dabei unterstützt, den Weg zu Licht und Hoffnung zu ebnen oder Raum für eine neue Verbindung zu schaffen“, so Selg. Zudem weise für ihn die Teilhabe aller Menschen an Gesellschaft und Gemeinschaft viele Parallelen zu den Aufgaben eines Diakons auf. Auch hier sei das Brückenbauen, das Zusammenführen, das Entwickeln gemeinsamer Haltungen, der Wertschätzung des Einzelnen und das Berücksichtigen der individuellen Bedürfnisse eine tägliche Herausforderung.

Kühlen Kopf bewahren

In seiner Predigt betonte Bischof Bertram, dass es im Handeln des Diakons immer um das Eine gehe: „Christus lebendig werden lassen in der Welt.“ Denn das Evangelium, das der Diakon in der Heiligen Messe verkündet, sei nicht nur Wort, sondern auch Tat. „Es geht um heilende Seelsorge“, und darum, wie es Papst Franziskus ausdrückt, die vielen Wunden der Menschen und der Menschheit zu heilen. „Da sind vor allem Sie gefragt und gefordert“, richtete der Bischof sich an die beiden Weihekandidaten. Und das bedeute Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Wunden zur Seite zu stehen.

Die Corona-Krise mache diesen Auftrag noch dringender, betonte der Bischof. Gleichzeitig warnte er ebenso vor Verschwörungstheoretikern und Verharmlosern wie vor Dramatisierern und Unheilspropheten. „Liebe Weihekandidaten, ich baue auf Sie, dass Sie sich in solche Strudel nicht hineinziehen oder gar von ihnen mitreißen lassen, sondern einen kühlen Kopf bewahren und vor allem ein brennendes Herz, das für die Menschen schlägt.“

Corona sei für den Bischof sogar die Chance, die Botschaft des „Gott mit uns“ in Wort und Tat neu zu platzieren. „Ich wünsche mir unsere Diakone noch mehr als Speerspitze gelebter Diakonie.” Glaubwürdige Caritas, die weder den Gottesdienst noch die Verkündigung ersetze, sondern mit den beiden zusammen eine Einheit bilde.

kb

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