Gemeinde Pfronten sagt alle Großveranstaltungen in diesem Sommer ab

Pfrontener Viehscheid wird abgesagt

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Der Große Viehscheid in Pfronten kann heuer aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Stattdessen wird die Gemeinde im September ein Kulturprogramm zum Ende der Alpwirtschaft veranstalten.

Pfronten – Im Sommer wird es in Pfronten keine Großveranstaltung geben. Das bedeutet, dass auch der Pfrontener Viehscheid ausfallen wird. Als kleinen Ausgleich plant die Gemeinde aber alternative Veranstaltungen für Oldtimertreffen, Viehscheid sowie Kunst-  und Kulturschaffende.

Die aus Gründen des Infektionsschutzes geltenden und zu erwartenden Verbote und Auflagen sorgen auch in Pfronten für Absagen von Veranstaltungen. In seiner jüngsten Sitzung beriet der Kulturausschuss der Gemeinde über den Stand der Planungen und beschloss neben Absagen auch alternative Veranstaltungsformen. Mit Slogans wie „das Tal der Feste“ und „Feste feiern“ wird die Gemeinde Pfronten die zahlreichen Veranstaltungen im Jahreslauf bewerben.

 Neben den Festen der Vereine, Konzerten, Theateraufführungen und Ausstellungen sorgen auch die Großveranstaltungen wie der Trachtenmarkt, der Viehscheid, das Oldtimerwochenende oder der „Tag der Regionen“ für Vielfalt im kulturellen Leben der 13-Dörfer Gemeinde. Rund 70 größere Veranstaltungen umfasst der gemeindliche Veranstaltungskalender. Doch durch die Coronapandemie und wegen des bis zum 31. August bundesweit geltenden Verbotes von Großveranstaltungen wird es heuer auf vielen Bühnen und Festplätzen still bleiben. So sind bis in den Herbst hinein alle größeren Vereinsfeste vom Weiherfest bis zum Steinacher Feuerwehrfest abgesagt. Auch Pfronten bedeutendste Sportveranstaltung, der MTB-Marathon findet nicht statt. Die 17. Auflage soll nun am 26. Juni 2021 über die Bühne gehen.

 Auch die Veranstaltungen, an denen die Gemeinde beteiligt ist oder die sie selbst veranstaltet, sind von Absagen betroffen. Eigentlich hätte die Gamsbartralley heuer ihr 30. Jubiläum feiern sollen. Aber sie kann genauso wenig stattfinden wie der „Große Viehscheid“ mit den Viehscheid-Däg als zweiwöchiges Rahmenprogramm. Weder der Festzeltbetrieb mit Krämermarkt sind in den vertrauten Dimensionen derzeit vorstellbar noch der traditionelle Festumzug der Pfrontener Vereine mit über 1300 Teilnehmern und Tausenden, dicht an dicht gedrängt stehenden Zuschauern, heißt es von Seiten der Gemeinde. Auch der Viehtrieb durch den Ort und das Verteilen des Alpviehs nach der Sommerbeweidung auf die Besitzer finden in diesem Jahr nicht wie gewohnt in Pfrontens Mitte am Schulzentrum statt. Die Rückgabe der Jungrinder erfolgt direkt in den Tälern zu keinem festen Zeitpunkt und ohne Zuschauer.

 Auch das Dorf- und Bergwiesenfest mit Krönung der elften Pfrontener Bergwiesenkönigin, das die Gemeinde zusammen mit dem Trachtenverein „D’Achtaler“ und dem „Pfrontener Forum“ geplant hat, wird auf Juli 2021 verschoben. Die amtierende zehnte Bergwiesenkönigin Anna I. wird daher ihr Amt um ein weiteres Jahr verlängern, in dieser Zeit jedoch grundsätzlich keine offiziellen Termine mit Repräsentationsaufgaben wahrnehmen. Auch der Trachtenmarkt kann heuer nicht stattfinden. Er wird auf den 7. und 8. August 2021 verschoben.

 Jung und Alt zusammenbringen

 Um wenigsten einen kleinen Ausgleich zu schaffen, wollen die Verantwortlichen zum Oldtimerwochenende und zum Ende des Alpsommers alternative Veranstaltungsformen entwickeln. So planen sie für Sonntag, 12. Juli erstmals einen „Tag der Generationen“. Oldiefreunde, Einzelhändler und Mitglieder des neuen Pflegvereins „dahoim“ werden gemeinsam ein generationsübergreifendes Programm zum verkaufsoffenen Sonntag veranstalten. Dieser Tag soll junge und ältere Bürger zusammenbringen. Die Oldiefreunde mit ihrer erfolgreichen Nachwuchsarbeit sind ein Beispiel, wie innerhalb eines Vereines Wissen und Fertigkeiten von der älteren Generation an jüngere Menschen weitergegeben werden kann. Umgekehrt zeigen junge Mitglieder Älteren, wie moderne Medien funktionieren. Pfrontens Bürgermeister Alfons Haf möchte mit dieser Initiative das Miteinander im Ort fördern. „Zum sozialen Zusammenhalt einer Gemeinde zählt das generationsübergreifende Bewusstsein, dass alle Altersgruppen ihren Beitrag zum Allgemeinwohl leisten können. Der ,Tag der Generationen', später vielleicht einmal das ,Fest der Generatione', soll diese Gemeinschaft lebendig vermitteln“, sagt der Gemeindechef, der auch Vorstand des Vereins „dahoim“ ist. 

Daneben möchte die Gemeinde Pfronten auch die kulturelle Bedeutung der Alpwirtschaft und Berglandwirtschaft würdigen. Daher wird sie im September ein Kulturprogramm zum Ende der Alpbewirtschaftung veranstalten. Im Mittelpunkt stehen Fotoausstellungen an verschiedenen Orten in Pfronten, speziell in dieser Zeit buchbare Erlebnisangebote sollen zu verschiedenen Plätzen führen.

 Neben Festen prägen auch viele Konzerte und Theaterabende der Kolpinggruppe und der Theatergemeinde Pfronten-Nesselwang das Pfrontener Kulturprogramm. Ab Ende Juni sollen wieder Kirchenkonzerten stattfinden, informiert Pfronten Tourismus. Und die bei Gästen wie Einheimischen beliebten Aufführungen der „Bauernbühne“ starten heuer vermutlich später als üblich und in geänderter Form. Aufgrund der räumlichen Enge ist das Kulturprogramm im Eiskeller bis auf weiteres ausgesetzt (der Kreisbote berichtete).

 Bis Ende Juni keine Brauchtumsabende

 Standkonzerte und Brauchtumsabende werden demnach bis Ende Juni abgesagt. Derzeit können die Musikgruppen weder proben noch vor Publikum auftreten. Sobald jedoch wieder ein Konzertbetrieb – wenn auch zur Einhaltung der Hygieneregelung in kleiner Besetzung – möglich ist, wird der Musikpavillon im Kurpark wieder zur öffentlichen Bühne, so die Gemeinde. Auch weitere Kulturschaffende erhalten im Sommer Gelegenheit, ihre Werke öffentlich zu präsentieren. Die Pfrontener Künstlervereinigung „una:cum“ wird unter dem Motto „Drausstellung: #mit_abstand_betrachtet“ vom 2. August bis zum 4. Oktober eine Ausstellungen im Kurpark veranstalten. Dazu werden Künstler aus der Region eingeladen mit Malerei, Skulpturen oder Installationen die Coronapandemie und deren Folgen künstlerisch zu reflektieren. Die Werke werden im Herbst versteigert. Die Hälfte des erzielten Preises bekommt der Künstler, die andere Hälfte wird an den neu gegründeten Verein „Dahoim-Ambulante Betreuung und Tagespflege Pfronten“ gespendet. Weitere Informationen und die Ausschreibung zu dieser Initiative finden Interessierte online unterwww.unacum-kreativnetzwerk.de.


kb

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