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Wechsel auf der Pfrontener Hochalphütte: Ang Kami Lama ist der neue Pächter

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Die junge Familie um Ang Kami Lama (Mitte) leitet nun die Hochalphütte in Pfronten.
Die junge Familie um Ang Kami Lama (Mitte) leitet nun die Hochalphütte in Pfronten. © privat

Im Dezember gab es einen Pächterwechsel auf dem Breitenberg. Ang Kami Lama übernahm dabei mit seiner Frau die Pacht der Hochalphütte von Dirk Gaffga.

Pfronten – Ang Kami Lama arbeitete zunächst als Träger für Touristen, Wanderer und Bergsteiger in allen Höhenlagen, bevor er eine Tourismusausbildung zum Bergwanderführer absolvierte und parallel als Bergbegleiter bei der Besteigung von 6000ern unterwegs war. Diese Arbeit führte ihn auch schon auf den Mount Everest.

Doch nun lebt er mit Frau Lhemi und Sohn Riaan in Höfen. Sie gehören dem Volk der Sherpa an und kamen nach Österreich, um dort auf mehreren Schutzhütten Erfahrungen zu sammeln. Neben der Sudetendeutschen Hütte (2650 Meter) hat er auch die Stuttgarter Hütte (2310 Meter) in den Lechtaler Alpen und die Bad Kissinger Hütte (1788 Meter) unterhalb des Aggensteins bewirtschaftet. Dabei lernte er die Hochalphütte kennen und erfuhr im Herbst 2022, dass der Rechtlerverband Pfronten einen neuen Pächter sucht.

Die Hochalphütte auf dem Breitenberg ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Die Hochalphütte hat mit Ang Kami Lama seit Kurzem einen neuen Pächter. © Matz

Nach seiner Bewerbung erhielt er im November die Zusage und die junge Familie hatte wenig Zeit alles bis zur Hütteneröffnung Mitte Dezember vorzubereiten. Die Hochalphütte liegt unweit der Bergstation der Breitenbergbahn auf 1510 Metern Höhe. Für Übernachtungsgäste stehen 20 Schlafplätze zur Verfügung. Auch ein kleiner Spielplatz ist hinter der Hütte vorhanden.

Bunte Mischung

Das Ziel der neuen Pächter soll laut Ang Kami Lama eine Mischung aus bayerischer Gemütlichkeit, Tiroler Gastlichkeit und der Gastfreundschaft der Sherpas sein. „Wenn sich die Schönheit der Umgebung mit der Freude und dem Respekt unserer Gäste verbindet, dann wird der Berg- und Hüttenaufenthalt für alle, auch uns, zum optimalen Erlebnis. Das wünschen wir uns.“, so Ang Kami Lama im Gespräch mit dem Kreisboten.

Im ersten Schritt wurden die Preise in vielen Positionen gesenkt, denn „wenn die Fröhlichkeit unserer Gäste beim Zahlen verschwindet, dann haben alle, auch der Hüttenwirt, verloren“, so Ang Kami Lama. Der behutsame Umgang mit der Natur ist ebenso ein wichtiger Angelpunkt im neuen Konzept.

Während der Bewirtschaftung der Stuttgarter Hütte trug diese das Umweltsiegel des DAV. Dieses will die neue Pächterfamilie auch durch ökonomisches und ökologisches Wirtschaften für die Hochalphütte erreichen. Zudem soll die Möglichkeit der Familien- und Gruppenfeiern ausgeweitet werden und mehr Spielmöglichkeiten für Kinder errichtet werden.

Gast im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt steht das Wohlbefinden der Gäste. Die Besucher der Hütten sollen das wiederfinden, was sie bisher geschätzt haben. Daher setzt Ang Kami Lama auch auf zurückhaltende Veränderungen. Die Hüttenbewirtung einer nepalesischen Familie soll die Verbindung zwischen dem Allgäu und dem Himalaya stärken.

„Wir freuen uns sehr auf einen Pächter, der bereits Erfahrungen im Betrieb von Berghütten hat.“, so Julian Knacker von Pfronten Tourismus zum Wechsel auf der Hochalphütte.

Die Hütte wird parallel der Betriebszeiten der Breitenbergbahn geöffnet sein. Von Mitte Dezember bis Ostern und von Anfang Mai bis Ende Oktober können Besucher die Hochalphütte mit den neuen Gastgebern besuchen und in den Genuss von nepalesischen Speisen kommen. Die Herausforderung für die neuen Pächter ist „eine an ganz vielen Tagen fast überfüllte Hochalphütte so gastlich und angenehm zu halten, dass alle sich wohl fühlen können“, kündigt der neue Pächter Ang Kami Lama an.

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