Pfronten will ein Seniorenkonzept

Der Ostallgäuer Seniorenbeauftragte Alexander Zoller (Mitte) erläutert das Vorgehen bei einem Pfrontener Seniorenkonzept. Links Bürgermeister Josef Zeislmeier, rechts Pfrontens Seniorenbeauftragter Alfons Haf. Foto: Schuster

Lamerdingen bei Buchloe hat das beste in Schwaben, Pfronten bastelt jetzt auch an einem und bald soll jede Gemeinde eines haben. Die Rede ist von einem eigenen Seniorenkonzept. Wie das funktionieren kann, erklärte Alexander Zoller, Seniorenbeauftragter des Landkreises Ostallgäu, am Montagabend den Mitgliedern des Pfrontener Senioren-Arbeitskreises. Fußen soll es auf dem Ostallgäuer Konzept, beteiligen sollen sich vor allem die Pfrontener selbst.

1734 Menschen über 65 Jahre lebten 2008 in Pfronten, im Jahr 2032 sollen es rund 2600 sein, rechnete Zoller vor. Zeit also, zu handeln. Schritt eins zu einem Pfrontener Seniorenkonzept: Eine Steuerungsgruppe aus fachkundigen und interessierten Pfrontenern muss gebildet werden. Hier legten die Zuhörer auch schon grob fest, wer dieser angehören soll. So sollen unter anderem einer der beiden Pfarrer, der VdK, die AWO, Ärzte, der Verein NUZ sowie die beiden Seniorenbeauftragten mit dabei sein. Auch Stefan Gebler, Leiter des Seniorenheims Curanum erklärte sich zur Teilnahme bereit und drückte auch seine Zuversicht aus, den Arbeitskreis Bebauungsplan 35 vertreten zu dürfen, was Zoller vorschlug und Bürgermeister Josef Zeislmeier abnickte. Fragebogen im März Die Steuerungsgruppe soll unter anderem die Entwicklungsschritte der folgenden Bedarfsanalyse auswählen und umsetzen. Denn erst einmal müsse man feststellen, woran es dem Pfrontener Seniorenangebot fehlt und was benötigt wird. Hapert es an der Wohnqualität oder doch mehr an seniorengerechten Fußwegen? Wie ist die Betreuung Demenzkranker zu verbessern oder gibt es dort vielleicht schon in Nesselwang oder Füssen erreichbare Angebote? Diese Fragen soll unter anderem ein Fragebogen klären, der noch im März an die Bürger verschickt werden soll. Bis dieser ausgewertet ist, seine Ergebnisse zusammengefasst und präsentierbar sind, dürfte es Juni sein, schätzte Zoller. In einer Bürgerversammlung sollen die Ergebnisse dann öffentlich gemacht werden, danach sollen Workshops folgen. Die Bedarfsanalyse soll auch Aussagen zu den elf Handlungsfeldern enthalten, die der Landkreis in seinem Konzept verabschiedet hat. Die lauten in etwa: Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung, Wohnen zu Hause oder präventive Angebote. Was im Moment noch sehr schlagwort-behaftet daherkommt, soll in konkrete Ideen münden. Dass es der richtige Weg sei, keine Experten von Außen mit der Bedarfsanalyse zu betrauen, sondern ein Pfrontener Gremium zu bilden, waren sich alle Anwesenden einig. Ein Problem, das mehrere Mitglieder ansprachen: Die Ehrenamtlichen dürfe man bei allem Eifer nicht überlasten, sondern man muss sich auf professionelle Hilfe verlassen. Zudem dürfe man bei aller Freude über neue, innovative Ideen nicht diejenigen vergessen, die schon seit langem gute Arbeit im Seniorenbereich leisten. Oft bekämen die keine Preise, dafür aber die Ideengeber theoretischer Konstrukte, was demotivierend wirke, wie Zeislmeier bestätigte. Die Steuerungsgruppe soll maximal zehn Mitglieder haben. Interessenten können sich noch im Rathaus melden. Mit dem Gesamtkonzept will man sich Zeit lassen, erklärte Zoller, Qualität habe Vorrang. „Aber jedes Flugzeug muss irgendwann auch landen“, gab der Seniorenbeauftragte an. Der grobe Zeitplan soll ein knappes Jahr betragen.

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