Dengeln, schmieden, Schuhe nähen

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Ludiwg Riefer beim Hämmern der Sense.

Pfronten – Der erste Schnee liegt auf’m Berg. Die Vorbereitungen mit Rahmenprogramm der „Viehscheid-Däg“ liefen diese Woche auf Hochtouren. Traditionell wurden zum „Pfrontar-Viehscheid“ Schellen geschmiedet, Kronen und Kränze gebunden, die die „Kalbl“ schmücken.

In der Schmiede von Philipp Trenkle schauten Interessierte zu, wie die Bürgermeisterin-Schelle (sie wird von Bürgermeisterin Michaela Waldmann diesmal dem Dienstältesten Hirten verliehen) aus Stahlblech geschmiedet wurde, deren Klang einmalig geworden ist. Der „Pfrontar“ Kunstschmied erzählte dabei: „Der Lärm der Schellen sollte in alter Zeit böse Geister im Berg halten, und nicht mit dem Vieh ins Dorf und den Stall einziehen.“ Das sei nur seine Meinung, „aber anders könne es gar nicht gewesen sein“. Vor der Schmiede in Pfronten-Heitlern zeigte der gebürtige Pfrontener Ludwig Riefer, Dengler und Bauer aus Legau, mit ruhigen Schlägen (immer im gleichen Takt), wie eine Sense „scharf“ gehämmert wird – ein aussterbendes Handwerk. „Selbst die beste Sense muss nach drei Stunden Gebrauch nachgedengelt werden“, klärte er auf. Daneben hobelte und schnitzte Anton Reichart „Hoizen“, die Trockengestelle fürs Heu, so wie es früher üblich war. Im Garten zwischen Schmiede und Haus band Christl Wildner die „Pfrontar-Viehscheid“-Krone aus Bergwiesenblumen und -pflanzen, die heute im Pavillon ausgestellt wird. Niemals nähme sie einen Schwalbenwurz-Enzian mit der Wurzel mit. „Wenn du auf den Weiden oben schaust, dann kannst du den schon ausgerupft finden: Das macht das Vieh droben beim weiden“, erfuhren zahlreiche Zuschauer. Bei Markus Nöß in Pfronten-Ösch wurden „Haferl-Schua“ genäht. Nach echt Allgäuer Art stellt er sie her: Auf dem Rist und nicht an der Seite zum Binden, die Form dem Fuß angepasst, und natürlich: „Hand- und Zwiegenäht“ – so müssen „g’sunde Schua“ sein.

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