Burghotel Falkenstein wird nobler

So soll nach dem Umbau das Burghotel ausschauen. Neu hinzu kommen unter anderem der Turm mit Treppen und Lift in der Mitte und die Flachdächer mit Pultdach links. Foto: Ingenieurbüro Blender

Pfronten – Die Besitzer des Burghotels Falkenstein dürfen ihr Hotel erweitern. Das haben die Bauausschüsse der Gemeinde Pfronten und der Stadt Füssen in ihrer gemeinsamen Sitzung am Mittwoch beschlossen. Damit geht eine vierjährige Planungsphase zu Ende.

Weil der Umbau auch die Gemarkung Weißensee betrifft, muss nicht nur die Gemeinde Pfronten, sondern auch die Stadt Füssen das Projekt absegnen. Dabei wollen die Bauwerber die Geschossfläche um rund 2906 Quadratmeter und die Nutz- und Wohnflächen um rund 2397 Quadratmeter erweitern. Allerdings sollen nur sieben neue Zimmer entstehen, erklärte Architekt Otto Blender. Daneben wollen die Bauwerber unter anderem ein Schwimmbad mit Innen- und Außenbereich, eine Lobby, ein Turm, in dem ein Treppenhaus und ein Lift hineinkommen, eine Tiefgarage mit 29 Stellplätzen, eine kleine Bar und eine neue Küche bauen. Außerdem soll eine Betriebsleiterwohnung entstehen, der Wellnessbereich und das Restaurant sollen erweitert und ein zweiter Fluchtweg soll geschaffen werden. Damit die Dachlandschaft ein einheitliches Bild ergibt und es nicht so massiv wirkt, sind begrünte und begehbare Flachdächer vorgesehen, die mit Pultdächern verbunden werden. Die sollen mit Holzschindeln und Natursteinplatten gedeckt werden. In dem Zug soll aber auch der Pavillon und 50 Prozent der vorhandenen Stellplätze zurückgebaut werden. Dennoch könne das Hotel mit insgesamt 72 Stellplätzen zehn Parkplätze mehr vorweisen als notwendig sind, so Blender.

Verkehr deutlich reduzieren

Das Landratsamt Ostallgäu hatte gefordert, den Verkehr am Falkenstein deutlich zu reduzieren und die Qualität der Natur zu verbessern, erklärte die Juristin des Landratsamtes, Gudrun Hummel. Deshalb soll nun ein Shuttlebus Wandergäste zum Hotel bringen. Die Gäste des Hauses, die Lieferanten, das Personal und die Betreiberfamilie dürfen aber weiterhin am Hotel parken. Ein öffentlich-rechtlicher Vertrag soll zudem sicherstellen, dass unter anderem für die Öffentlichkeit der Zugang zur Burgruine Falkenstein und zur Mariengrotte sichergestellt ist, die Beleuchtung der Zufahrt und des Hotels reguliert wird und so renaturiert wird wie im landschaftspflegerischen Begleitplan vorgesehen ist. 

Denn der Falkenstein sei ein sensibler Bereich und falle in verschiedene Schutzgebietskategorien, erklärte Janina Schaper von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ostallgäu. Insgesamt stellte sie aber fest, dass das Erhaltungsziel der Flora und Fauna „durch das Vorhaben nicht erheblich beeinträchtigt wird“. Dennoch müssten Ausgleichsflächen geschaffen werden. So sollen Flächen mit verbuschtem Magerrasen für trockenliebende Arten gepflegt werden. Weiter forderte sie, dass eine ökologische Bauleitplanung während des Umbaus prüfen soll, ob bestimmte Arten vorhanden sind oder geschützt werden müssen. Weiter sollen Infotafeln die Besucher für die Natur sensibilisieren. 

Das Projekt stieß bei der Mehrheit der Gemeinde- und Stadträte auf Begeisterung. Dass die Bauwerber für nur sieben neue Zimmer so viel investieren, um einen „extrem hochwertigen Tourismus“ zu schaffen, sei bewundernswert, so Jürgen Doser (FW Füssen). Das Projekt sei ein guter Schritt Qualitätstourismus mit ökologischer Verträglichkeit zu vereinbaren. Heinz Heer (FW Pfronten) hoffte zudem, dass die Planung zu einer Initialzündung bei anderen Hoteliers werde, denn solche Projekte brauche man für den Tourismus in Pfronten. 

Bedenken hatte jedoch Josef Steiner (Pfrontner Liste). Er hielt es für fragwürdig, dass Ausgleichsflächen ausgeschrieben werden, ohne vorher mit den Besitzern gesprochen zu haben. Doch Hummel erklärte, dass in dem Bereich noch nichts unterschrieben sei. „Wenn die sich weigern, müssen neue Ausgleichsflächen ausgeschrieben werden.“ Außerdem müssen die Bauwerber Ersatz leisten, wenn die Waldbesitzer unterhalb des Burghotels durch die Bauarbeiten Schäden davontragen. 

Überhaupt nicht mit dem Projekt einverstanden war dagegen Gabriel Guggemos (Füssen Land). Seine Wählergruppe wolle die Familienausflüge auf den Breitenberg fördern. Familien könnten sich dann aber die Brotzeit im Hotel nicht mehr leisten. Außerdem hielt er die Brandgefahr für zu groß. Da lenkte aber Blender ein, dass man heute nicht hier sitzen würde, wenn nicht zwei Prüfsachverständige den Brandschutz abgesegnet hätten. Zudem verfüge das Hotel über ein Wasserreservoir von 200 Kubikmetern. Auch eine Schutzhütte für den Evakuierungsfall mit Heizung und Wasser sei geplant. Die übrigen Räte hielten den Brandschutz offenbar für kein Problem. Während die Pfrontener Räte einstimmig grünes Licht gaben, sprach sich Guggemos als einziger Füssener Stadtrat gegen das Projekt aus. kk

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