Pfrontener Gemeinderäte bringen Parkraummanagement auf den Weg

Befürchteter Besucher-Ansturm in Pfronten: »Müssen schnell reagieren!«

Parkplatz in Pfronten
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Noch gebührenfrei: eines Tages könnte es aber damit vorbei sein, dass man auf dem Stellplatz am Quellenweg in Pfronten-Steinach kostenlos parken kann.
  • vonAlexander Berndt
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Pfronten – Nach den Erfahrungen im vergangenen Sommer ahnt SPD-Gemeinderat Peter John mit Blick auf die bevorstehende warme Jahreszeit Schlimmes. Dementsprechend eindringlich klang jetzt in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats sein Appell: „Ich habe Angst davor, dass wir überrollt werden. Wir müssen schnell reagieren!“ Bei den anderen Gemeinderäten stieß er damit auf breite Zustimmung: das Gremium beschloss, ein Parkraummanagement für die Gemeinde auf den Weg zu bringen.

Zuvor hatte Jan Schubert, Leiter der Ortsentwicklung, dem Gremium Ideen für ein solches Parkraummanagement vorgestellt. Denn für einen Ansturm an auswärtigen Gästen, wie er sich im vergangenen Sommer zeitweise in Pfronten abgespielt hat, will die Gemeinde künftig besser gewappnet sein. Aber nicht nur deshalb plädierte Schubert an diesem Abend für die Einführung eines Parkraummanagements.

Ziel eines solchen sei neben der Verkehrslenkung vor allem die Steigerung der Lebens- und Umweltqualität, wie Schubert betonte. Allerdings sind die gemeindlichen Parkplätze „derzeit nicht erfasst“ und in den 13 Ortsteilen gibt es zur Zeit auch kein richtiges Leitsystem zur Verkehrslenkung und keine Parkraumbewirtschaftung. Letzteres würde der Gemeinde durch Parkgebühren aber immerhin gute Einnahmen bescheren, wie CSU-Gemeinderätin Susanne Manhard in diesem Zusammenhang anmerkte.

Doch bis es soweit ist, muss zunächst eine Bestandsaufnahme der Parkplätze vorgenommen werden. Dazu gehören neben der Größe, Lage und Anzahl der Parkplätze auch die dazugehörige Infrastruktur wie Strom, Wasser, Abwasser, die Ein- und Ausfahrten, Auslastung und Beschilderung. Nach der Bewertung dieser Erkenntnisse folge die Planung und schließlich die Umsetzung. Schubert schlug vor, im Juni und Juli zusammen mit dem Arbeitskreis (AK) „Mobilität”, Mitarbeitern der Verwaltung und Mitgliedern des Gemeinderats eine Konzeption auszuarbeiten. Im Winter oder Sommer kommenden Jahres könnte schließlich die Umsetzung beginnen.

Bürgermeister berichtet

Bevor man jedoch solch ein Konzept bei einer auswärtigen Firma für Geld in Auftrag geben will, solle man sich zuerst schlau darüber machen, wie andere Gemeinden mit den Stellplatzproblemen umgehen und sich dann eigene Gedanken machen, regte Rita Kiechle (Pfrontner Liste) an. Deshalb soll in die nächste Sitzung Ende Mai der Bürgermeister einer Gemeinde mit Parkraummanagement eingeladen werden, um aus seiner Kommune zu berichten.

A propos andere Gemeinden: Dass viele Ausflügler nach Pfronten kommen, liege laut SPD-Mann John auch daran, dass die Nachbargemeinden ihren Parkraum bewirtschaften und Gebühren verlangen. Deshalb brauche Pfronten eine Erfassung der Situation durch Fachleute und einen Vergleich mit anderen Kommunen, um eine möglichst umfassende Lösung für das Problem zu finden.

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