Die nächste Pirouette

Pfrontener Gemeinderat spricht sich überraschend für eine neue Feneberg-Variante aus

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Seine Tage sind über kurz oder lang gezählt: Für den alten Feneberg-Markt, an dessen Stelle die Drogeriemarktkette Rossmann einzieht, soll ein Neubau her. Nur wo, war bisher umstritten. Nun hat der Gemeinderat auf Anregung eines Bürgers einen neuen Haken geschlagen – zum Missfallen der Feneberg-Geschäftsführung.

Pfronten – Überraschende Wende in der Debatte um den Neubau des Feneberg-Marktes: Auf Anregung eines Bürgers soll dieser ebenfalls in der Allgäuer Straße in Ried gegenüber dem alten Markt gebaut werden. Dazu soll jetzt aber das ehemalige Postamt abgerissen werden, während ein Mehrfamilienhaus bestehen bleiben könnte.

Mit 12:8 stimmten die Gemeinderäte für diesen Vorschlag. Feneberg-Geschäftsführer Christof Feneberg reagierte wenig begeistert. 

Nach dem jüngsten Beschluss des Gemeinderates sind damit zwei weitere, bisher angedachte Planungen vorerst vom Tisch. Diese sahen zum einen den Markt-Neubau gleichfalls im Ortskern von Pfronten-Ried, und zwar auf dem Gelände hinter der VR-Bank, vor. 

Den darüber hinaus alternativ diskutierten Standort östlich der Firma „Haff“ im Ortsteil Heitlern lehnten die Kommunalpolitiker am Donnerstagabend deutlich mit 18:2 ab. Überraschend stimmten sie dagegen für den kurzfristig eingereichten Entwurf eines Pfrontener Bürgers. Dieser sieht vor, das Bistro „Alte Post“ abzureißen und dort den neuen Feneberg-Markt mit einer Bruttogeschossfläche von rund 1300 Quadratmetern zu bauen. 

Damit könnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: einerseits könnte ein Mehrfamilienhaus stehen bleiben, andererseits käme es zu keiner Beeinträchtigung von zwei Ferienwohnungen. So sprachen sich die vollzählig versammelten Pfrontener Ratsmitglieder unter Vorsitz von Bürgermeister Alfons Haf mit 12:8 Stimmen für diesen Vorschlag aus. 

Bei Geschäftsführer Christof Feneberg und Bauherr Hans Schneider von der Firma „Konzeptbau“ sorgte das allerdings für Unverständnis. Sie bevorzugen den Standort bei der Firma „Haff“, da dieser unterm Strich bessere Parkplatzmöglichkeiten sowie Anlieferwege und eine größere Verkaufsfläche biete. 

Juristisches Tauzerren?

Die neue Planung wertete Feneberg hingegen als nur „mit großen Bauchschmerzen“ machbar, weil sie womöglich auch juristische Auseinandersetzungen nach sich ziehen werden, die einen Abriss des Bistros „Alte Post“ und einen Neubau unter Umständen bis 2028 blockieren könnten. Denn der Hauptmieter des alten Postamtes wehre sich juristisch gegen eine vorzeitige Kündigung seines bestehenden Mietvertrages. 

Der Mietvertrag des alten Feneberg-Marktes läuft indes nach Fenebergs Angaben am 31. März 2021 aus. Eigentlich wäre ursprünglich schon heuer Ende März Schluss für die Filiale gewesen, da dort bekanntlich der Drogeriemarkt Rossmann einziehen will. Rossmann sei laut Feneberg aber nur unter bestimmten Voraussetzungen bereit, noch bis zum 31. März des kommenden Jahres zu warten. Feneberg fragte daher: „Wann ist mit einer definitiven Eröffnung des neuen Marktes zu rechnen?“ 

Diese Frage konnte ihm jedoch auch Bürgermeister Alfons Haf nicht beantworten, der betonte, dass man sich „heute nicht endgültig auf eine Variante einigen“ solle und anschließend noch einen persönlichen Wunsch hinzufügte. So sollen sich seiner Meinung nach die Planer des zukünftigen Neubaus auch über Fahrrad-Parkplätze für den Markt Gedanken machen.

lex

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