Pfrontener Ghana-Hilfe blickt zurück

Erfolgreiches Ergebnis der Ghana-Hilfe: Ellen Sarpong (rechts) mit ihrer Schwester Hilda, betreibt nach erfolgreichem Abschluss am berufsbildenden „St. Nikolaus Vocational Institute“ in Prang einen für Ghana typischen Fast-Food-Kiosk mit Catering-Service. Foto: privat

Stand und Fortschritte der Vereinsprojekte der Pfrontener Ghana-Hilfe waren jüngst Thema auf der Jahreshauptversammlung des Vereins. „Wir können nur punktuell helfen und tun das Allerbeste, was wir machen können und investieren in Bildung“, hieß das Fazit, das Pfarrer Bernd Leumann über seine Ghana-Reise im vergangenen Jahr zog. Bildung sei wirksamer und nachhaltiger Beitrag zur Selbsthilfe. Besonders erfreulich: Für das Bettenhaus an der Berufsbildenden Schule konnte bereits das nötige Material beschafft werden. Zum Beginn des neuen Schuljahres im September 2011 soll das dringend benötigte Gebäude fertig sein.

Zwischen den Kindergärten St. Nikolaus in Weißbach und St. Francis in Kenyasi (Ghana) entwickelt sich gerade eine Partnerschaft. Die zweite nach dem Kindergarten St. Marien in Heitlern und Oku in Ghana. „Das mache ich wirklich gerne“, reagierte Kassierin Rosi Scholz freudestrahlend auf das Lob ihrer umfangreichen und vorbildlichen Arbeit. Am „St. Nikolaus Vocational Institute“ Prang werden aktuell 52 Schüler unterrichtet, wobei der Verein noch für zehn Schüler Paten suche, so Scholz. Nach der Überweisung von 800 Euro konnte im Oktober 2010 an der zehn Jahre alten Schule das Dach saniert werden. Den Bau einer kleinen Küche realisierte die Schulleitung aus eigener Kraft. Den Bau des Bettenhauses unterstützt das Missionswerk Aachen aus Sternsingergeldern. Mit einer ersten Rate aus Aachen konnte der Schulleiter, Pfarrer Benjamin Obour, nun das Material kaufen. Bis September ist die komplette Fertigstellung geplant und eine Pfrontener Delegation soll zu Einweihung und zehnjährigem Bestehen der Schule reisen. Als Teil einer fünfköpfigen Gruppe war Pfarrer Bernd Leumann im August 2010 zu Gast in der ghanaischen Partnerdiözese. Eine gute Gelegenheit, sich ein Bild von den Projekten, Land und Leuten zu machen sowie die Verantwortlichen kennen zu lernen. Manches sei zugegebenermaßen gewöh- nungsbedürftig, gab der stellvertretende Vereinsvorsitzende zu Protokoll. Vieles mehr stimme jedoch hoffnungsvoll und Fortschritte seien erkennbar. Das könne er aus eigenem Empfinden sagen sowie durch die Einschätzung der Mitreisenden Frieda Maurus und Alois Andraschky, die bereits in der Diözese waren, bestätigen, so Leumann. Frieda Maurus verwies in diesem Zusammenhang auf zwei persönliche Erfolgsgeschichten. Eine Absolventin in Prang hat ihren eigenen Fast-Food-Kiosk mit Catering-Service eröffnet, eine andere freut sich über einen Arbeitsplatz in einem Hotel. Man könne natürlich nicht den weiteren Werdegang aller Schulabgänger verfolgen. Eine Vielzahl habe in Prang einen staatlich anerkannten Abschluss erreicht und die beiden dokumentierten Beispiele zeigen, dass man auf dem richtigen Weg sei, fasste Christel Kaltenbach zusammen. SODIS kommt an Einen positiven Eindruck konnte Pfarrer Leumann zudem vom SODIS-Projekt (Solare Wasserdesinfektion) vermitteln. Das ghanaische Projektteam der Diözese habe die Bevölkerung im Projektgebiet von der Wichtigkeit dieser Maßnahme überzeugt. Das konnten die Pfrontener in den entsprechenden Dörfern erleben. Lars Christian Kink berichtete über den weitern Projektfortschritt. In diesem Zusammenhang dankte er Lions. Auf Initiative des damaligen Lions-Präsidenten, Fritz Brunhuber, habe der Serviceclub dieses Projekt angeschoben und in die Partnerdiözese gebracht. Lions leiste damit vorbildliche Hilfe, denn durch SODIS können die Menschen mit einfachen Mitteln auf Haushaltsebene gesundheitlich unbedenkliches Trinkwasser erhalten. Einige Änderungen Nach Abschluss und Abrechnung des ersten Projektjahres gehe es nun mit einigen Änderungen weiter. Die Projektleitung liege nicht mehr beim bisher zuständigen eawag-Institut in der Schweiz, sondern werde von Lions-Südbayern mit Peter Webersik aus Kempten als Projektleiter weitergeführt. Zudem werde sich die Ghana-Hilfe hier mehr engagieren, um insbesondere die über die Entfernung manchmal schwierige Kommunikation zu verbessern.

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