Vorsitzender kritisiert "Hinterzimmerpolitik" des Rathauses

Welche Zukunft hat der Rieder Bahnhof?

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Andreas Vogler (v.l.), Martin Haff, Sebastian Nöß, Sabine Keller, Dr. Otto Randel, Rita Kiechle, Philipp Trenkle, Reinhart Beck, Christian März, Max Riedmiller, Stefan Zöller, Roman Mayr und Biba Sauer von der „Pfrontener Liste“ besichtigen den Rieder Bahnhof.

Pfronten – Ein zentraler Punkt der Ortsentwicklung im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms in Pfronten-Ried ist das Bahnhofsareal. Deshalb hat die „Pfrontener Liste“ jetzt zu einer Besichtigung des Geländes eingeladen.

Da das Bahnhofsareal zum Großteil im gemeindlichen Eigentum ist, biete es große Gestaltungsmöglichkeiten, die man unbedingt nutzen sollte, so Christian März. Das seit geraumer Zeit laufende Programm der Städtebauförderung für das Ortszentrum Pfronten-Ried wird derzeit in den Gremien des Gemeinrates und in Facharbeitsgruppen hinter verschlossenen Türen diskutiert und weiterentwickelt. Die Öffentlichkeit sei dagegen seit langem nicht mehr in die Planungen miteinbezogen bzw. darüber informiert worden, kritisierte Vorsitzender Sebastian Nöß. 

Deshalb habe die „Pfrontner Liste“ beschlossen, den Bereich nach den neuesten Erkenntnissen detailliert zu besichtigen und Mitglieder und Interessierte mit einzubeziehen. Die Anwesenden diskutierten dabei den Standort und den grundsätzlichen Erhalt der ehemaligen „Truhe“ durchaus kontrovers. Da die öffentlichen Parkplätze in der Meilinger Straße nicht dauerhaft gesichert seien, sei es erforderlich in der Nähe Parkplätze zu schaffen.  Die Grünfläche südlich des Bahnhofskiosks sollte jedoch möglichst erhalten bleiben, forderte Stefan Zöller. Reinhart Beck argumentierte hingegen, man müsse erst die Nutzung der Gebäude klären, bevor man sich über das Umfeld Gedanken mache. 

Nicht zu groß

Hinsichtlich des geplanten Busbahnhofs nördlich des Bahnhofsgebäudes herrschte Einigkeit, dass dieser aufgrund der geringen Busfrequenz für Pfronten zwar barrierefrei, aber nicht überdimensioniert ausfallen sollte. Höchste Priorität neben dem Busbahnhof müsse dabei der Erhalt ausreichender Parkflächen für den Einzelhandel, Reisende und örtliche Veranstaltungseinrichtungen haben. Hier sehen die Mitglieder der „Pfrontner Liste“ den Lösungsansatz mehrheitlich in einer Einbahnstraßenregelung in der Ladehofstraße. 

Andreas Vogler bot an, verschiedene Ideen für das gesamte Gelände in Planskizzen einzuarbeiten. Roman Mayr ergänzte, dass bei allen Überlegungen die Nutzer des Areals im Zentrum stehen müssen; mit nahen Parkplätzen für Fahrräder und Autos und einer guten Vertaktung würden die öffentlichen Verkehrsmittel besser angenommen werden. 

ÖPNV attraktiver machen

In die Zukunft blickend, warb Rita Kiechle dafür, den Individualverkehr und die Parkplätze im Zentrum zu reduzieren und den Fahrrad- und öffentlichen Verkehr attraktiver zu gestalten. Einen mit neuester Technik ausgestatteter Glasanbau an Stelle des Stellwerks sieht Philipp Trenkle als gute Möglichkeit, Wartende zu informieren und vor dem Wetter zu schützen. Dies würde auch Platz schaffen für ein „Mächlermuseum“ im Bahnhofsgebäude. Möglichkeiten zum Kauf von Getränken, etwas zum Essen oder Lesen, wünscht sich Sabine Keller am neu gestalteten Bahnhof Ried. 

Das gesamte Areal östlich der Bahnschiene, das bisher kaum planerische Beachtung fand, nahmen die Anwesenden ebenfalls in Augenschein. Hier sehen die Mitglieder der „Pfrontner Liste“ verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten vom Verbrauchermarkt bis zu Parkflächen, Wohnbebauung oder einem Freibereich für künftige Generationen. Einig waren sich die Teilnehmer, den Lokschuppen so herzurichten, dass er als Kultur- und/oder Markthalle oder als leere Halle zur flexiblen Nutzung dienen könne. 

Der südlich angrenzende Bereich sollte entsprechend gestaltet werden. Max Riedmiller fragte, wo die angekündigte Nord-Süd-Radverbindung verlaufen werde und wie der Radweg zum Kirchenweg angebunden werden könnte. Abschließend stellte Dr. Otto Randel kurz noch Überlegungen bezüglich einer Ortsentlastungsstraße vor. Die Gemeinderäte der „Pfrontener Liste“ wollen die bei diesem Treffen gesammelten Anregungen und Ideen hinter die „verschlossenen Türen“ in die zuständigen Gremien mitnehmen und in die weiteren Planungen mit einbringen.

kb

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