Erdrutschsieg für Alfons Haf

Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann wird abgewählt

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Herausforder Alfons Haf kann einen Erdrutschsieg gegen Amtsinhaberin Michaela Waldmann verzeichnen.
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Amtsinhaber Michaela Waldmann (CSU) wird förmlich aus dem Amt gefegt.
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Berndt
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Nesselwangs neuer Bürgermeister Pirmin Joas.
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Relativ entspannt nahm der neue Lechbrucker Bürgermeister Werner Moll (rechts) das doch recht eindeutige Ergebnis zur Kenntnis. Der der bisherige Bürgermeister Helmut Angl gratuliert zur Wahl.

Pfronten/Lechbruck/Nesselwang – Während sich in den Umlandgemeinden bei den Wahlen zum Rathauschef wie Nesselwang oder Lechbruck die Favoriten durchsetzen konnten, kam es in Pfronten zu einem wahren Paukenschlag: Herausforderer Alfons Haf von der „Pfrontener Liste“ fegte Amtsinhaber Michaela Waldmann (CSU) förmlich aus dem Amt.

Mit 3245 Stimmen (72,8 Prozent) zu 1211 (27,18 Prozent) fiel sein Vorsprung mehr als deutlich aus.

Dieses Ergebnis war sicherlich für viele eine dicke Überraschung: Alfons Haf von der „Pfrontner Liste“ gewann mit haushohem Vorsprung die Bürgermeisterwahl in Pfronten vor der noch bis Ende April amtierenden Rathauschefin Michaela Waldmann von der CSU. Haf selbst äußerte sich daher „sehr überrascht“ über seinen großen Wahlerfolg, über den er sich „wahnsinnig“ freute. Immerhin habe er zwar gehofft, dass er die Wahl zum Gemeindeoberhaupt gewinnen könnte, wobei er allerdings „immer die Zahl von 50 Prozent im Kopf“ gehabt habe. Sein neues Amt wolle der Gymnasiallehrer für Mathematik und Physik nun sehr „demütig und dankbar“ angehen und „mein Bestes geben“. Womöglich werden die Erwartungen an den 61-Jährigen dabei ziemlich groß sein, vermutet der gebürtige Pfrontener, der dennoch versuchen wolle, den Anforderungen an sein Amt gerecht zu werden und „allen Verwandten, Bekannten sowie Leuten, die mich gewählt haben“ seinen Dank für ihre Unterstützung aussprechen möchte.

„Natürlich enttäuscht“, äußerte sich Michaela Waldmann über das schlechte Wahlergebnis für sie, das sie jedoch ganz demokratisch respektiere. Immerhin habe sie „andere Pläne“ gehabt und hätte ihre Arbeit im Pfrontener Rathaus „gerne fortgesetzt“. Zu ihrer Abwahl hätten indes ihrer Meinung nach „viele Faktoren“ beigetragen, welche diese im Einzelnen seien, könne sie im Moment allerdings „schlecht beurteilen“, sagte die 51-Jährige. Und während sie ihre Zukunft ab Mai als „noch offen“ bezeichnete, wisse sie eines ganz sicher: „Die 70-Stunden-Woche hat dann erst mal ein Ende.“

"Zweiter Sieger"

Relativ entspannt nahm der neue Lechbrucker Bürgermeister Werner Moll das doch recht eindeutige Ergebnis zur Kenntnis. „Er sei eigentlich meistens recht entspannt, und habe am Nachmittag noch in der Sonne einen Mittagsschlaf genossen.“ Dass es so eindeutig werden wird, darüber ist er nach eigenen Angaben überrascht. Dadurch, dass er doch nicht im Dorf wohnt, war er sich nicht sicher, ob die Lechbrucker nicht doch auf einen einheimischen Bürgermeister setzen.

Sportlicher Wahlkampf

In Nesselwang waren Christoph Uhl von der SPD und CSU-Kandidat Pirmin Joas gegeneinander angetreten – mit klarem Ausgang für Joas (siehe Seite 6). „Ich sehe mich nicht als Verlierer, sondern als zweiten Sieger“, so Uhl am Sonntagabend. Für Uhl war es auch ein Achtungserfolg, da er von der bis dato kleinsten Fraktion im Marktgemeinderat (SPD / 2 Sitze) unterstützt wurde.

Wahlsieger Pirmin Joas freut sich dagegen auf seine neue Aufgabe und dankte Amtsinhaber Franz Erhart für seine Unterstützung. „Es ist toll, wenn ich auf Deinen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann“, so Joas. „Es wird sicherlich am Anfang nicht ganz einfach“, erklärte der designierte Bürgermeister auf das Verhältnis mit seinem Kontrahenten angesprochen, dessen Chef er ab Mai dann ist. „Aber die Professionalität zwischen uns sollte gegeben sein, so das wir das dann hinter uns lassen können“. Die vergangenen Wochen waren geprägt von einem sportlichen Wahlkampf, „der jetzt für mich aber abgeschlossen ist“, so Joas weiter.

lex/sz/hoe

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