Meisterliches Klavierspiel

Willem Brons reißt das Publikum beim ersten Konzert in der »Villa« mit

Der Pianist Willem Brons in der Villa Pinswang.
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Brillant: Mit dem Auftritt von Willem Brons feiert die „Villa“ in Pinswang eine beifallumrauschte Wiederöffnung nach längerer Coronapause.
  • VonAlexander Berndt
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Pinswang - Nach einer Durststrecke von eineinhalb Jahren hat der Klaviervirtuose Willem Brons jetzt das erste Konzert in der Villa Pinswang gegeben.

Die Besucher in der „Villa“ in Pinswang hätten sicherlich gerne noch mehr als „nur eine Zugabe“ von dem niederländischen Klaviervirtuosen Willem Brons gehört. Mit dem 84-jährigen, ehemaligen Klavierprofessor an der Musikhochschule Amsterdam gab sich dort eine Koryphäe die Ehre, die dem diesjährigen 20. Jubiläum der von Lilian und Alexander Holzammer geführten „Villa“ in kongenialer Weise entsprach.

Aufgrund des brillanten musikalischen Vortrags von Brons bildete dieser jüngste Klavierabend zudem einen exquisiten Wiederauftakt nach längerer Coronapause in der „Villa“. Der niederländische Ausnahmepianist erleichterte es den knapp 50 Zuhörern darüber hinaus ein bisschen, die hochkarätigen Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Franz Liszt in vollen Zügen zu genießen, indem er vorab einige Erklärungen zum besseren Verständnis gab. So empfahl er etwa zu Mozarts Sonate in C-Dur KV 330, das am Anfang des Konzerts stand, dass man „sehr genau zuhören“ müsse, um dieses Stück auf sich wirken zu lassen. Brons selbst bezeichnete es als „ganz und gar ein Meisterwerk“.

Breite Palette an Gefühlsempfindungen

Das Klangspektrum des Niederländers spiegelte dabei eine breite Palette an Gefühlsempfindungen wider, die von heiter, fröhlichen über spirituelle bis hin zu melancholischen Stimmungen reichten. Brons gelang es, diese Emotionen musikalisch äußerst ausdrucksstark, jedoch nicht zu pathetisch assoziativ zu wecken.

Nach Schuberts anschließendem Allegretto in c-moll D 915 präsentierte Brons vor der Pause noch teilweise hochdramatisch und düster dräuend wirkende Variationen auf ein Motiv von Bach aus der Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ von Liszt. Deren abwechselnd heiterere und stürmischere Töne brachte er dabei mit Perfektion sowie in kompletter inniger Hingabe an die von ihm dargebotene Musik zu Gehör.

Schubert zum Abschluss

Als krönenden Abschluss des regulären Programms dieses Konzertereignisses, das das Publikum sehr zu berühren schien, gab Brons noch Schuberts Sonate in A-Dur D 959 in vier Sätzen zum Besten. Mit frenetischem Beifall „überredete“ das Auditorium Brons deshalb noch zu einem gleichfalls mit viel Applaus bedachtem „Du holde Kunst“ als Zugabe.

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