»Die Kür fällt aus«

Pirmin Joas übernimmt in einer schwierigen Phase das Nesselwanger Rathaus

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Der 30 Jahre alte Pirmin Joas ist der jüngste Bürgermeister in der Geschichte der Marktgemeinde.

Nesselwang – Zahlreiche Glückwunschschreiben gingen nach dem Wahlsieg von Nesselwangs neuem Bürgermeister in der Touristinformation neben dem Rathaus ein. „Und es kommen noch immer welche“, so der neue Nesselwanger Rathauschef Pirmin Joas (CSU), der Franz Erhart (CSU) beerbt.

Nach seiner Wahl waren zahlreiche Fortbildungen, die den bisherigen Leiter der Nesselwanger Tourist-Inforamtion auf das neue Amt vorbereiten sollten, ausgefallen oder sie fanden als Webinare statt, mehrere vorbereitende Termin für die Amtsübernahme fanden aufgrund der Einschränkungen wegen der Corona-Krise ebenfalls nicht statt. „Es lief alles anders, als es geplant war“, sagt Joas. „Einiges hab ich schon über die Arbeit in der Gemeinde mitbekommen, wir haben hier immer wieder Arbeiten für die Verwaltung erledigt.“ 

Viele Termine mit dem Bürgermeister standen in letzter Zeit an, alle mit dem notwendigen Sicherheitsabstand – Übergabe der wichtigen Unterlagen und der Notizen, Informationsgespräche mit den Ressortleitern. Bei mehreren offiziellen Terminen war Joas ebenfalls schon dabei, wie etwa dem Spatenstich des neuen Wohnhauses für die Belegschaft des Heilig-Geist-Stiftes oder in der Kindertagesstätte am Badeseeweg. 

Die Vorbereitung für die konstituierende Sitzung am vergangenen Dienstagabend (ein ausführlicher Bericht dazu folgt) gehörten ebenfalls bereits zum Aufgabenbereich des angehenden Rathauschefs. „Der Haushalt ist jetzt nicht mehr so planbar, wie zu den Haushaltssitzungen im Vorfeld geplant. Jetzt gibt‘s nur noch die Pflichtaufgaben, die Kür fällt die nächste Zeit aus“, so Joas zu den Schwierigkeiten, die die Corona-Pandemie mit sich bringt. 

„Die Nesselwanger Betriebe, der Handel und die Handwerker müssen unterstützt werden, wir müssen unsere kleinen Geschäfte im Ort halten. Wir müssen helfen, wo‘s geht und was im Rahmen des Marktes möglich ist!“ Zu seinen Zielen gehört, das Nesselwang auch künftig ein lebenswerter Ort bleibt. „Wir haben eine tolle Infrastruktur. Touristisch mit der Alpspitzbahn und dem ABC, sozial mit dem Heilig-Geist-Stift und mit unseren vielen Vereinen und Bürgerwerkstätten. Wenn wir das alles erhalten können, ist es gut gelungen!“, betont der neue Bürgermeister der Marktgemeinde. 

Noch kein Nachfolger 

Einen Nachfolger für das Amt des Geschäftsführers bei der Nesselwang Marketing GmbH (NeMaG) gibt es noch nicht. „Wir nutzen die Übergangsfristen so gut wie‘s geht“, so der gelernte Touristiker. „Die NeMaG ist eine Sonderkonstellation. Da gibt‘s rechtlich und steuerlich einiges zu klären“, erläutert er. Die Nesselwang Marketing GmbH wurde vor mehr als 20 Jahren zusammen mit dem Werbepool Nesselwang gegründet und Ende 2018 eine hundertprozentige Tochter des Marktes. „Das hing mit dem neuen EU-Vergaberecht und dem Beihilfe-Recht zusammen“. Derzeit werden die Synergien zusammen mit dem Rathaus genutzt und geprüft. „Es ist auch eine Kostenfrage“. 

„Wir haben sowohl hier in der Touristinfo, im Bauhof und im Rathaus ein tolles eingespieltes Team. Jeder weiß was er zu tun hat. Wir sind perfekt aufgestellt. Aktuell brennt nix an. Franz übergibt mir einen gut organisierten Laden“, lobt Joas seinen Vorgänger Franz Erhart. 

»Gespannte Erwartung« 

Die Vorfreude des jungen Familienvaters ist groß auf das neue Amt, gepaart mit einem gesunden Respekt. „Nervös ist der falsche Ausdruck. Eher gespannte Erwartung.“ Viele Abläufe mit der Verwaltung und dem Bauhof kennt Joas bereits von seiner Tätigkeit als Leiter der Tourist-Info. „Jetzt kommen noch die Schule, das Heilig-Geist-Stift, das ABC, der Kindergarten dazu“, fügt er an. 

Unterstützung erhält er von seiner Familie. „Mein Terminkalender wird jetzt voller werden. Wir werden im Ort anders wahrgenommen werden.“ Joas ist übrigens der jüngste Bürgermeister in der Geschichte Nesselwangs. „Aber ich finde, das Alter ist nicht relevant. Ich will im Rahmen meiner Möglichkeiten den bestmöglichen Job machen“.

Herbert Hoellisch

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