Veränderungssperre für den Dorfkern

Schwangauer Gemeinderat will unliebsame Überraschungen bei der Bebauung im Dorf verhindern

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Die alte Schwangauer Sennerei. Der angedachte Verkauf hat die Räte aufgeschreckt, da hier große Grundstücke liegen, die man idealerweise für kleineren Wohnraum nutzen könnte.

Schwangau – Aufgeschreckt durch einen vergleichbaren Fall in Horn hat der Schwangauer Gemeinderat vergangene Woche eine Veränderungssperre für das Gebiet an der Kröb im historischen Dorfkern erlassen.

Vorausgegangen war eine Diskussion über einen möglichen Verkauf der alten Sennerei. Die Straße vom Dorfbrunnen zum Hotel „König Ludwig“ heißt Kröb. Hier liegen einige größere landwirtschaftliche Anwesen, hier stehen aber auch alte Häuser die zum Ensemble des historischen Dorfkerns gehören. Bereits jetzt hat dort eine Veränderung eingesetzt, nachdem einige Landwirte ihren Hof aufgegeben haben oder nur mehr als Nebenerwerbslandwirte tätig sind.

In diesem Bereich des historischen Ortskerns liegt auch die alte Sennerei Schwangaus; Das Gebäude gehört noch der Milchliefergenossenschaft. Nun war über einen möglichen Verkauf des Gebäudes diskutiert worden, was die Gemeinderäte aufgeschreckt hatte. Es gehe um eine geordnete städtebauliche Entwicklung, so Bürgermeister Stefan Rinke, bzw. müsse die Kommune sicherstellen, dass der Ortskern und dessen Struktur erhalten bleiben. 

Insbesondere die von ihrer Baumasse groß dimensionierten landwirtschaftlichen Hofstellen bieten wenig Wohnraum, weshalb bei der Aufgabe der Landwirtschaft die realistische Möglichkeit bestehe, dass dort neuer Wohnraum entsteht. Wie es auch in Horn im Frauenbergweg geplant war. Das Problem: Ähnlich wie in Horn es gibt es keinen Bebauungsplan (B-Plan) für das Areal, ein Bauwerber könnte theoretisch bauen wie er will. Es gelte das Einfügegebot, so Rinke. Somit fehle dem Gemeinderat ohne den B-Plan, jegliche Handhabe, um auf die Gestaltung Einfluss zu nehmen. 

Man habe die Pflicht, so Rinke, planerisch tätig zu werden, da ist man sich im Rat auch einig. Die Entwicklung, insbesondere die „Verkleinerung“ der Hofstellen sei nicht mehr von der Hand zu weisen. Um dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben, soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Aber: „So ein Bebauungsplan braucht Zeit“, so der Bürgermeister.

Um nun zu verhindern, dass vollendete Tatsachen geschaffen werden, erließ der Gemeinderat im Anschluss an den Aufstellungsbeschluss für den B-Plan S10 Kröb zusätzlich eine Veränderungssperre für das genannte Areal. Damit soll die Planung gesichert werden und Entwicklungen verhindert werden, die den Planungszielen der Gemeindeverwaltung zuwider laufen, heißt es in der Beschlussvorlage, die die Gemeinderäte ohne größere Diskussion beschlossen.

gau

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