Ziel: Bessere Anbindung an die Buslinien

Planer stellt Ideen für den Umbau des Nesselwanger Bahnhofs vor

Bahngleise am Bahnhof Nesselwang
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Hier auf der östlichen Seite des Bahnhofs könnten die geplanten neuen Bahnsteige errichtet werden.

Nesselwang – Einen Entwurf, wie das Areal um den Nesselwanger Bahnhof zukünftig aussehen könnte, hat Städteplaner Martin Hofmann in der jüngsten Sitzung des Nesselwanger Marktgemeinderats vorgestellt. Im Rahmen des Interreg-Programms AB 266 – ein länderübergreifendes Programm zur Attraktivierung der Außerfernbahn – soll der Bahnhof Nesselwang umgestaltet und damit für Bahnreisende attraktiver werden. 

Mit einem Luftbild zeigte Hofman den aktuellen Zustand des Bahnhofareals mit den Haupt- und den Nebengebäuden und dem im Süden angrenzenden Kurpark. Der Kurpark wird in Hofmans Planungen um Teile des DB-Geländes erweitert. „Voraussetzung für die vorgestellten Pläne ist, dass der Markt Teile des Bahnhofareals und das Bahnhofsgebäude käuflich erwerben kann“, sagte der Stadtplaner. In einer historischen Ansicht des ehemals königlich-bayerischen Bahnhofs an der 1896 eröffneten Bahnstrecke war die Wartehalle nicht vorhanden. Diese wurde in den sechziger Jahren errichtet, „und ist städtebaulich verzichtbar, da sie die Ansicht des Ensembles eher stört“, so der Architekt.

Der Bahnhofskiosk gehöre zu dem Gesamtensemble. „Über dessen Nutzung muss noch entschieden werden. Ein Verein könnte sich darum kümmern.“ Die DB AG plant derzeit mit zwei Varianten. Allerdings sei Variante II zu kostenintensiv. Dabei müsste eines der beiden Gleise verlegt werden, um so einen Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen zu schaffen. Bevorzugt werde die Variante, bei welcher der Zustieg zu den Zügen weiter nach Osten verlegt wird.

Jeweils in Fahrtrichtung rechts wird ein behindertengerechter Bahnsteig von 100 Metern Länge mit einem Wartehäuschen errichtet. Die Querung der Gleise – die Verbindung der beiden Bahnsteige – ist am jetzigen Fußgängerübergang in Höhe der Kreuzung Edelweiß- / Enzianweg möglich. Auch soll der Bahnhof künftig besser an die Buslinien angebunden werden und der Zustieg, der derzeit in Höhe des Raiffeisenlagerhauses ist, auf das Areal verlegt werden.

Für einen behindertengerechten Zustieg zu Bahn und Bus sind Mindesthöhen bei den Zustiegen notwendig. Die Bahnsteige müssen um 40 Zentimeter erhöht werden. Die Buszustiege müssen eine Mindesthöhe von 18 Zentimetern vorweisen. Für die Erweiterung des Kurparkareals stellt sich der Städteplaner eine terrassenförmige Strukturierung mit Sitzgelegenheiten und Blühstreifen im Gelände vor. Auch soll so ein direkter Weg zu den Bahnsteigen durch den Kurpark möglich werden.

„Für das Bahnhofsgebäude kann ich mir eine gemischte Nutzung vorstellen. Im Obergeschoss die Wohnung wird vermietet und das Erdgeschoss wird gewerblich genutzt“, so Hofmann zu den Plänen. Der derzeitige Bahnhofsvorplatz um den Kiosk könne für Veranstaltungen genutzt werden. „Die Strecke wird attraktiver werden mit der besseren Anbindung an die weiteren Verkehrsmittel“, prognostiziert der erfahrene Planer.

Kauf ab 2024 möglich?

„Voraussichtlich bis 2024 sollen die Baumaßnahmen der DB laufen“, informierte Bürgermeister Pirmin Joas (CSU). Ab diesem Zeitpunkt hat der Markt Nesselwang dann die Möglichkeit, das leerstehende Bahnhofsgebäude zu erwerben, hofft der Rathauschefs.

Die Markträte lobten den vorgestellten Entwurf, blieben angesichts der Erfahrungen mit der Deutschen Bahn in den vergangenen Jahren aber vorsichtig optimistisch. Wolfgang Köberle (CSU) fragte nach einer Kostenbeteiligung der DB bei diesen Maßnahmen. „Wir werden versuchen so viele Fördertöpfe wie möglich anzuzapfen“, meinte der Rathauschef. Das finanzielle Engagement der DB AG werde sich jedoch auf den Umbau der Bahnsteige beschränken. Diese beteiligt sich nur an weiteren Maßnahmen falls kein behindertengerechter Zugang zu den geplanten Bahnsteigen möglich ist. Angesichts der Anbindung des Bahnhofsareals über die Mühlbachbrücke sei ein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen aber möglich.

Edmund Bayrhof (CSU) befürwortete die Pläne ebenfalls, erhofft sich bei einer Umplanung und Neugestaltung eines Veranstaltungsplatzes aber auch eine Bewirtungsmöglichkeit für anstehende Veranstaltungen.

„Wir haben nicht mehr viele Plätze in Nesselwang, wo wir so gestalten können. Wir haben jetzt einen Prozess angestoßen, haben aber noch viel Gesprächsbedarf bei den weiteren Planungen“, sagte Joas. Er dankte dem Städteplaner für die Vorstellung der Entwürfe und hofft auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit bei dem Thema.

hoe

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