Investitionen gegen Fachkräftemangel

Plansee mit neuen Rekordzahlen

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Im neuen „Reinraum“, der erst vor kurzem in Betrieb genommen wurde, montieren Plansee-Mitarbeiter Bauteile und Komponenten aus Molybdän und anderen Werkstoffen, die in der Halbleiterfertigung zum Einsatz kommen und deshalb den höchsten Anforderungen an Reinheit unterliegen müssen.

Reutte – Als ein Jahr mit zwei Gesichtern bezeichnete Bernhard Schretter, Vorstand der Plansee Group, das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/19, das am 28. Februar zu Ende ging.

Der konsolidierte Umsatz von 1,52 Milliarden Euro bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 17 Prozent und ist zugleich eine neuer Rekordwert in der Geschichte des Unternehmens. 

Das erste Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres sei von einer „immens hohen Nachfrage“ geprägt gewesen, während im zweiten Halbjahr – insbesondere in den beiden Monaten Dezember und Januar – eine deutliche Abkühlung spürbar gewesen sei, berichtete Schretter. Zum Umsatzplus haben alle Absatzmärkte und Regionen sowie sämtliche Unternehmensbereiche und Beteiligungen der Plansee Group beigetragen. 

Regional wurden 53 Prozent in Europa, 25 Prozent in Amerika und 22 Prozent in Asien umgesetzt. „In einem sehr spannenden Marktumfeld ist es uns gelungen, mit Flexibilität und Stärke zu punkten“, so Schretter. Mit dem Hinweis, dass die Eigenkapitalquote der Plansee Group 58 Prozent beträgt, unterstrich Schretter, dass er das Unternehmen kerngesund, schuldenfrei und für Schwankungen ebenso gerüstet sei wie für weitere Entwicklungsschritte. 

Zur Stärkung der eigenen Leistungsfähigkeit hat die Plansee Group Schretter zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr 210 Millionen Euro investiert. Insgesamt 67 Millionen wurden in die Entwicklung von neuen Produkten und Prozessverbesserungen gesteckt, der neue Produktanteil am Umsatz liegt wie im vergangenen Jahr bei 29 Prozent. Um den Fachkräftemangel entgegenzuwirken, investiert die Plansee Group noch in diesem Jahr sechs Millionen Euro in den Neubau einer Lehrwerkstatt in Breitenwang. 

Das ermögliche die Aufnahme von jährlich 60 Lehrlingen in neun Lehrberufen (plus 50 Prozent). Ein Meilenstein ist auch der für den Herbst 2020 angekündigte Start einer HTL-Klasse für Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Betriebsinformatik. Dafür wird Plansee Labore und Werkstätten zur Verfügung stellen. 

Stabiles Niveau

 In seinem Ausblick auf das neue Geschäftsjahr ging der Plansee-Vorstand davon aus, dass die Geschäftslage in den kommenden Monaten auf stabilem Niveau bleiben wird. „Vom Brexit und unkalkulierbaren Handelskonflikten sei die Plansee Group zwar nicht direkt betroffen, jedoch langfristig schaden diese Entwicklungen aber der gesamten Wirtschaft“, ist sich die Geschäftsleitung sicher. Derzeit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit knapp 14.500 Mitarbeiter. In der Region Außerfern/Allgäu zählt die Plansee Group mit 3800 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern überhaupt.

ed

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