Plansee trennt sich von PMG

Das Tor zum Füssener PMG-Werk: Ob der hiesige Standort erhalten bleibt, entscheidet der Käufer des PMG-Konzerns. Der steht noch nicht fest. Foto: gau

Die Plansee Gruppe mit Sitz in Mühl bei Reutte wird sich noch heuer von der Sparte PMG trennen. In der Bilanzpressekonferenz des Konzerns (Siehe Bericht auf Seite 13) bestätigte Dr. Michael Schwarzkopf das Vorhaben. Die „Plansee Mitsubishi Materials Global Sinter“-Holding mit Sitz in Luxemburg ist ein Joint Venture der Planseegruppe mit einer Sparte des japanischen Mitsubishi Heavy Industries –Konzern.

Die Verunsicherung unter den PMG-Mitarbeitern in Füssen ist groß, auch wenn niemand bislang genaues weiß. Man wisse nicht, ob man schon Bewerbungen schreiben soll oder wie es weitergeht, beschreibt eine Angestellte der zur Zeit etwa 260 Mitarbeiter zählenden Füssener PMG- Niederlassung. PMG zählt aktuell 1200 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr 200 Millionen Euro Umsatz gemacht, hauptsächlich mit der Fertigung von Teilen für die Automobilindustrie. Nun überraschte Dr. Schwarzkopf die anwesenden Journalisten bei der Medienkonferenz mit der Nachricht, dass man auf der Suche nach einem neuen „Best-Owner“, so Schwarzkopf, für diese Sparte der Planseegroup, sei. PMG hat neben Füssen noch Produktionsstätten in Spanien, den USA und China. Während man gleichzeitig die Bemühungen in die Rohstoffsicherung (durch Beteiligungen oder Übernahmen) sichern und vor allem die Kernkompetenz Molybdän und Wolfram stärken möchte, werde man sich von PMG trennen, so Schwarzkopf. „PMG steht exzellent da“, so Schwarzkopf weiter, „der Zeitpunkt für den Verkauf ist gut gewählt“. "Nicht unsere Entscheidung" In der so genannten Wirtschaftskrise hätten sich die Wege von Plansee und Mitsubishi getrennt und nun sei es an der Zeit, die Gruppe zu restrukturieren. Der Verkauf solle noch in diesem Sommer über die Bühne gehen, wobei man Schwarzkopfs Worten entnehmen konnte, dass bereits Gespräche mit einem Käufer geführt werden. Auf Nachfrage bestätigte Schwarzkopf aber lediglich, dass ein Best-Owner nicht gleich vier oder fünf Standorte schließe. Was dies für Füssen bedeuten könnte, wo in den vergangenen Jahren verstärkt Anlagen verlagert und auch Zeitarbeiter eingesetzt wurden, wollte Schwarzkopf nicht präzisieren. Man veräußere PMG als Ganzes, „was dann in Füssen passiert, ist nicht mehr in unserer Entscheidung“.

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