Bauausschuss kann nicht ganz überzeugt werden

Füssen: Neue Wohnungen in der Warteschleife

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Auf dem Gelände eines ehemaligen Kurheims in der Kemptener Straße 8 soll ein Gebäudekomplex mit 18 Wohnungen entstehen. Den Bauausschuss können die Pläne allerdings nicht ganz überzeugen.

Füssen – Grundsätzlich ja, aber bitte mit Nachbesserungen im Detail. So lassen sich die Reaktionen der Stadträte im Bauausschuss auf eine Bauvoranfrage und zwei Bauanträge auf drei Wohnbauprojekte in Weißensee und der Kemptener Straße in Füssen zusammenfassen.

Nun ist die städtische Bauverwaltung am Zug, Lösungen mit Bauwerbern zu finden. Den Neubau von insgesamt 44 Wohnungen planen drei verschiedene Bauwerber. Allein 22 davon sollen im Vordergger Weg in Weißensee entstehen. 

Geplant sind hier drei dreigeschossige Gebäude parallel zum Vorderegger Weg sowie eine Gebäudekomplex östlich des Abhangs. Erschlossen werden soll das Areal über den Vorderegger Weg, eine Tiefgarage mit 29 Parkplätzen soll unter den Gebäuden errichtet werden. 15 Besucherparkplätze sind oberirdisch geplant. 

Um das Projekt zu ermöglichen, so Bauamtsleiter Armin Angeringer, verlange das Landratsamt allerdings eine Bauleitplanung. In dieser könne dann auch noch die Größe der Gebäude sowie die Anordnung der Tiefgarage und Parkplätze erörtert werden, die die Ratsmitglieder nicht gänzlich überzeugen konnten. „Das ist schon eine recht massive Bebauung“, so Angeringer. Die Koste für das Verfahren müsse der Bauwerber übernehmen, Ferien- und Zweitwohnungen sollen vermieden werden. 

Anlieger klagt

Zwar konnten sich die Stadträte das Vorhaben an dieser Stelle durchaus vorstellen, doch zunächst muss eine hohe Hürde aus dem Weg geräumt werden: Wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) die Stadträte informierte, klagt derzeit ein Anlieger vor dem Verwaltungsgericht Augsburg gegen die Widmung des Vorderegger Wegs durch die Stadt. 

Solange das Gericht nicht entschieden habe, gelte die Straße aber nicht als erschlossen und Bauanträge dürfen nicht durch das Landratsamt genehmigt werden. Bislang habe der Kläger aber noch nicht einmal eine Begründung für seine Klage eingereicht. „Wir hoffen, dass die Begründung bald nachgereicht wird“, erklärte Amtsleiter Angeringer. 

Um mit der Bauleitplanung loslegen zu können, sobald das Gericht entschieden hat, erteilte der Ausschuss der Bauvoranfrage einstimmig sein kommunales Einvernehmen. Allerdings soll die Verwaltung wegen der strittigen Punkte nochmals mit dem Bauwerber Gespräche führen. 

Gleiches gilt für den Antrag, in der Kemptener Straße 8 auf dem Gelände eines ehemaligen Kurheims in zwei durch einen Gang verbundenen Gebäuden 18 neue Wohnungen zu bauen. Auch hier signalisierten die Ratsmitglieder ihre grundsätzliche Zustimmung, hatten allerdings Probleme mit dem Stellplatznachweis sowie der Zu- und Abfahrt auf das Grundstück. 

Zwar sieht der Bauantrag 18 Parkplätze in einer Tiefgarage sowie fünf oberirdische Besucherstellplätze vor. Sieben weitere erforderliche Parkplätze für Besucher will der Bauwerber allerdings ablösen, also nicht bauen. 

Während Amtsleiter Angeringer aufgrund des unmittelbar gegenüberliegenden Morisse-Parkplatzes darin kein Problem sah („Es gibt auf kürzester Distanz Ausweichmöglichkeiten.“), äußerten Christine Fröhlich sowie Dr. Anni Derday (beide FWF) erhebliche Bedenken. „Wir schaffen da einen Präzedenzfall“, sagte Derday. „Ich wäre da sehr vorsichtig!“ 

Dass der Antrag das Gremium nicht passieren würde, war schlussendlich klar, als Bürgermeister Iacob erkannte, dass die Besucher zwar vorwärts auf das Grundstück rein fahren können, aber nur rückwärts wieder raus. „Das sehe ich als eine gewisse Gefahr, das ist technisch nicht machbar!“ Nun soll in weiteren Gesprächen mit dem Bauwerber eine bessere Lösung gefunden werden. 

Kein Walmdach

Weitaus weniger Bedenken hatten die Ausschussmitglieder mit dem Antrag auf den Neubau eines neuen Wohnhauses in der Kemptener Straße 6. Hier sollen vier Wohneinheiten entstehen. Weil aber drei Geschosse plus ein Dachgeschoss geplant sind, fordert das Landratsamt Ostallgäu eine Anpassung des dortigen Bebauungsplans. 

Gegen das Bauvorhaben stimmte nur CSU-Stadtrat Dr. Christoph Böhm, der zuvor beantragte hatte, dem Bauwerber aufzuerlegen, auf dem Haus ein Walmdach wie auf den Nachbarhäusern in der Straße zu errichten. Mit 7:6 lehnte der Ausschuss Böhms Antrag jedoch ab.

mm

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