Bürgermeisterkandidaten stellen sich den Fragen der Füssener

Moderator Thomas Scheibel (links) mit „Schiff“-Wirtin Dani Novi und den Bürgermeisterkandidaten Paul Iacob und Ursula Lax (rechts) nach der Veranstaltung für Jungwähler. Foto: cf

Füssen – Die „Schiffswirtschaft“ war proppevoll, als sich Thomas Scheibel am Samstag mit einem Fragebogen an die beiden Füssener Bürgermeisterkandidaten gewandt hat. Dem Moderator standen der amtierende Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Herausforderin Ursula Lax (CSU) Rede und Antwort.

Am Samstag kamen Bürgermeister Paul Iacob, seine Herausforderin Ursula Lax und etliche Stadträte sowie Kandidaten fürs kommunale Ehrenamt dorthin, wo die Erstwähler und auch ältere Leute einen Treffpunkt haben. Bei der Infoveranstaltung ging es nicht nur um das Thema „Partyfeiern“, das offenbar immer wieder zu Konflikten führt. Diese Streits werden von Vertretern unterschiedlicher Generationen geführt, wobei die Polizei für Ruhe und Ordnung sorgen soll. 

Es ging auch um die Zukunft dieser Stadt, in der jüngere Leute Freiräume, aber auch annehmbare Arbeitsplätze und bezahlbare Wohnungen finden möchten. Weitere Diskussionen darüber fanden im „Schiff“ eine längere Fortsetzung nach dem offiziellen Veranstaltungsteil, unter Iacob und Lax, aber auch Stadtratskandidaten wie der neuen Anja Mayr (CSU), Dagmar Rothemund (SPD) und dem derzeit dritten Bürgermeister Andreas Ullrich (FW) statt. „Wir wollten dem Publikum von beiden Kommunalpolitikern einen persönlichen Eindruck vermitteln“, sagte Scheibel dem Kreisboten und fügte an, „das ist hier gelungen.“ 

Iacob gab zu Protokoll, dass er sich persönlich für den Erhalt der zuletzt durch Sachbeschädigung in die Schusslinie geratenen Kunsthallen am Lech einsetzen werde. Lax erntete vor allem Beifall für ihren Vorschlag eine Bürgerstiftung zur Kulturförderung ins Leben zu rufen und eine Fachoberschule mit technischer Ausrichtung nach Füssen zu holen. Beide Kandidaten versicherten , sich um Fördermittel zu bemühen und die bestehenden Regelungen zum Lärmschutz auf den Prüfstand zu stellen.

Lax und Iacob halten Konzertbühne im BLZ für denkbar

Iacob und Lax würden ein Brückenfest auf der Lechbrücke begrüßen. Darüber hinaus halten sie spezielle Events für ein jüngeres Publikum unterstützenswert. Sie hätten – angesichts fehlender Veranstaltungshallen in Füssen – auch nichts gegen das von Scheibel ins Spiel gebrachte Comeback der großen Konzertbühne im Bundesleistungszentrum (BLZ). An der Lechbrücke werde es in der Nacht durch Wirtshausbesucher oft viel zu laut – meinen einige Bürger. Ihre Reaktion: der Anruf bei der Polizei. „Die Anwohner informieren, auch um Verständnis für die Jugendlichen bitten und mit den Nachbarn der Wirtschaft an einem Tisch die wichtigen Punkte vorher klären“, gab die Bürgermeisterkandidatin als Richtlinie vor. Iacob bot an, „mit dem Veranstaltungskalender zu mir ins Rathaus zu kommen. Dann können wir besprechen, was von den Planungen auch machbar ist.“ 

Ein weiteres Thema waren außerdem junge Betriebe, die sich wegen der „besonders günstigen Miete“ – so ein Existenzgründer - auf dem Gelände der früheren Hanfwerke angesiedelt haben. Füssen brauche solche kleinen Betriebe, so Iacob und Lax. Iacob unterstrich zudem die „große Bedeutung“ dieses Areals für Füssen, „auch weil es hier Startups“ neben dem überregional bekannten Atelier mit Galerie von Peter Jentes gibt. Erfolgreiche Existenzgründer könnten an anderen Standorten den wirtschaftlichen Aufschwung fortsetzen, erklärte der Rathauschef.   

Unterschiedliche Ansichten bei der Wirtschaftsförderung

Auch bei diesem Informationsabend wurde deutlich, dass sich die beiden Bürgermeisterkandidaten, die seit mehreren Jahren im Rathaus zusammenarbeiten, zumindest in einem Punkt grundlegend unterscheiden: Einmal mehr plädierte Lax für eine Stelle in der Verwaltung, die sich ausschließlich der Wirtschaftsförderung widmet. Iacob lehnt dies hingegen ab. Er verwies unter anderem auf Mitarbeiter bei der Allgäu GmbH und im Landratsamt. Firmen, die nach Füssen kommen wollen, so Iacob, „teilen dies dem Bürgermeister mit“. Beide Kandidaten waren sich außerdem darin einig, in Zukunft nicht ausschließlich auf den Tourismus zu setzen, sondern mit kritischem Blick auf diese Branche „hohe Qualität“ einzufordern. cf

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