Bauarbeiten sind in den letzten Zügen

Pöllatschlucht könnte Anfang Oktober wiedereröffnet werden

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Auf dem Bild erkennt man den alten und den neuen Steg im unteren Schluchtbereich. Der alte Steg muss vor der Wegfreigabe noch demontiert werden.

Schwangau – Die Pöllatschlucht könnte Anfang Oktober wieder für Wanderer freigegeben werden – wenn nichts Unvorhergesehenes passiert. Derzeit laufen die Arbeiten am Steg mit Hochdruck. Vor der Freigabe müssen aber unter anderem noch Geologen und Ingenieure die Baustelle in Augenschein nehmen.

Petrus meint es gut mit den Stegbauern. Zwar dürften die Bauarbeiten in der Schlucht angesichts der hohen Temperaturen der vergangenen Wochen sehr schweißtreibend sein, dafür aber müssen sie nicht durch Regengüsse unterbrochen werden. Aber auch so geht es nur langsam vorwärts mit dem neuen Steg, der momentan im Eingangsbereich der Schlucht unterhalb von Schloss Neuschwanstein entsteht. 

Anspruchsvolle Aufgabe 

Jedes Teil, das die Mitarbeiter der Firma Pröbstl verbauen, ist eine Maßanfertigung. Nach der Vermessung der Schlucht und der Anbringung der Träger samt Felsanker vermessen die Arbeiter jede Stegsektion und bauen dann das Bauteil in Füssen exakt nach Plan zusammen, ehe sie es verzinken und anschließend in die Schlucht bringen. Nach der Fertigstellung müssen alle Felsanker nochmals mit Beton versiegelt werden. 

Ist das alles schon aufwändig, steht den Bauarbeitern aber noch eine anspruchsvolle Aufgabe bevor: Sie müssen den alten, knapp 90 Jahre alten Steg, den sie derzeit noch als Gerüst nutzen, abbauen. Dann allerdings am Seil hängend, über der wilden Pöllat. 

Überblick verschaffen 

In Teilbereichen führt der alte Steg in fünf oder sechs Metern Höhe durch die Schlucht und schmiegt sich dabei an eine fast glatte Felswand an. Somit müssen sich die Mitarbeiter, die den alten Steg abreißen werden, von höherer Warte abseilen und mit der Stahlsäge Stück für Stück abbrechen. Auch das muss noch vor der Wiedereröffnung des Wanderweges passieren. 

Während so im unteren Teil der Weg peu-à-peu Form annimmt, sind die Treppen im oberen Schluchtbereich, wo im vergangenen Jahr der Fels weggesprengt wurde, wiederhergestellt. Dort steht auch schon eines der beiden neuen Einlasstore, mit denen der Zugang zur Schlucht versperrt werden kann. Beispielsweise im Winter, wenn der Weg ohnehin gesperrt ist, oder bei Naturereignissen wie Hochwasser oder Felsstürzen. Dann sollen die Tore auch gewährleisten, dass Wanderer jederzeit die Schlucht noch verlassen können. Auch soll hier ein Zählwerk dafür sorgen, dass die Gemeinde Schwangau einen Überblick bekommt, wie viele Wanderer durch die Schlucht laufen. 

Oberhalb des Wanderweges sieht man auch die Fangnetze, die herabfallende Steinbrocken aufhalten sollen. 

Ambitionierte Vorgaben

Läuft alles nach Plan, wobei Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) zugibt, dass die Vorgaben ambitioniert sind, sollen die Arbeiten in den kommenden Wochen schon ein Ende finden. Dann allerdings müsse man noch einen Termin finden, an dem alle Fachbehörden und beteiligten Firmen die Arbeiten abnehmen könnten, erklärt der Schwangauer Rathauschef. 

Sind dann die Gutachten geschrieben, soll es schließlich einen kleinen Ortstermin geben, an dem die Pöllatschlucht wiedereröffnet wird. 

Oliver Sommer

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