Polio-Selbsthilfegruppen sprechen mit Landtagsabgeordneter Deckwerth 

Nicht nur Bittsteller sein

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Kämpfer für Inklusion und Barrierefreiheit: Bärbel Sieber (v. l.), Traudl Meister und Ilona Deckwerth.

Hopfen – Mitgliedern der Polio-Selbsthilfegruppe Allgäu und Vertretern der Regionalgruppe Rottal/Inn haben sich jetzt mit der SPD-Landtagsabgeordneten Ilona Deckwerth in der Fachklinik Enzensberg getroffen, um über ihre Anliegen zu sprechen.

Das „Bewusstsein in der Öffentlichkeit für unsere Belange zu schärfen“, sei dabei besonders wichtig, betonte Traudl Meister. Wie die Sprecherin der Polio-Selbsthilfegruppe Rottal/Inn und des Polio-Landesverbandes Bayern wünschten sich auch die Sprecherin der Allgäuer Gruppe, Bärbel Sieber aus Füssen, sowie Deckwerth vor allem mehr Barrierefreiheit in öffentlichen Einrichtungen. Doch nicht nur dort: Auch „beim Bäcker, bei Arztpraxen und beim Friseur“ sei das wichtig, wie Meister sagte. 

Mit Sieber und den rund 50 anderen Besuchern des Treffens freute sich Meister darüber, dass die unter dem „Postpoliosyndrom“ leidenden Betroffenen in Deckwerth eine vehemente Mitstreiterin für Menschen mit Behinderung gefunden hatten. Diese wolle sich vor allem für die Inklusion stark machen.

Staat in der Verpflichtung 

Da die Teilhabe von Behinderten am öffentlichen Leben nach Meinung der SPD-Politikerin „ein Grundrecht“ sei und der Gesellschaft deshalb „etwas wert sein“ müsse, sehe sie den Staat „in der Verpflichtung“, den Interessen von Personen mit einem Handicap allgemein mehr Beachtung und deren Belangen mehr Berücksichtigung zu schenken. 

Das sei „oft keine Sache des großen Geldes“, ergänzte Meister. Trotzdem wies sie daraufhin, dass bei dem Thema die „Finanzen auch wichtig“ seien. Schließlich, so unterstrich Deckwerth, gebe es „Inklusion nicht umsonst“. Laut Meister will ihr Landesverband, dem insgesamt zehn Selbsthilfegruppen in ganz Bayern angehören, dabei ganz deutlich auf das „Recht statt Gnade“ pochen. So könne es nicht sein, dass bei den Landratsämtern häufig wenig Zeit für die Arbeit erübrigt werde, die nötig sei, um die Lebensumstände von Menschen mit Behinderung zu verbessern. 

Mehr Druck ausüben 

„Wir wollen nicht bloß Bittsteller sein“, betonte sie. Die Betroffenen seien aber oftmals darauf angewiesen, Hilfsmittel anzunehmen. „Unsere Erkrankung ist eine große Herausforderung“, sagte Meister. 

Wie einige andere Versammlungsbesucher sprach sich Meister schließlich uneingeschränkt dafür aus, „mehr Druck“ bei Politikern hinsichtlich der Wünsche von Behinderten allgemein und von an Kinderlähmung Erkrankten speziell zu machen und dabei „sehr konkret“ zu werden.

Alexander Berndt

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